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Fr, 29. November 2019, 11:18

Gesellschaft::Bildung

Schulamt Bern rudert bei Open Source zurück

In Bern scheiterte die Einführung von Open-Source-Software für den Informatikunterricht. Bis Jahresende werden nun wieder Microsoft Word, Excel und Powerpoint eingeführt.

Mirko Lindner

Das Projekt »base4kids2« sollte in Bern Open Source in den Informatikunterricht einführen. Jetzt erklärt das Schulamt der Stadt das Projekt für gescheitert, wie die Webseite inside-it.ch aktuell berichtet. Die Planung für das Projekt basierte auf der 2016 getroffenen Feststellung, die Informatik-Infrastruktur für base4kids sei veraltet. Um hier technologisch aufzurüsten, wurde eine Ausschreibung erstellt. Den Auftrag erhielt der IT-Dienstleister Abraxas mit einem Volumen von rund 13,7 Millionen Schweizer Franken. Die Projektlaufzeit für Planung, Umsetzung und Inbetriebnahme war auf sechs Jahre festgelegt und betraf über 12.000 Schüler in Schulen und Kindergärten der Stadt.

Kernpunkt des Projekts sollte Collabora Office, die Online-Version von LibreOffice sein. Laut der Planung sollten als Hardware Apple iPads zum Einsatz kommen. Heute sieht es so aus, als sei in dieser Kombination ein Grund für das Scheitern des Projekts zu sehen. Offensichtlich konnte die App im gegebenen Zeitrahmen nicht ausreichend stabilisiert werden. So gab es immer wieder Probleme beim Drucken von Dokumenten sowie beim Speichern und Löschen von Dateien. Auch die Kompatibilität mit Microsoft Office sei nicht ausreichend gegeben. Ein Pilotprojekt zur Abschätzung der Komplexität hatte es im Vorfeld nicht gegeben.

In den letzten Wochen beschwerten sich zunehmend Lehrer, das Angebot sei »mangelhaft und unausgereift«. Probleme gebe es bei Soft- und Hardware sowie beim Netzwerk. Außerdem müssten Lehrkräfte eigene Hardware von zuhause mitbringe, um den Unterricht zu gewährleisten. Jetzt sollen noch vor Jahresende wieder Microsoft Word, Excel und Powerpoint zum Einsatz kommen. In anderen Bereichen des Berner Schulwesens wird weiterhin Open Source genutzt. Nennenswert sind hier Nextcloud sowie Mattermost, Moodle und Mahara.

Ob Collabora Office in Bern noch eine Chance bekommt, ist unklar. Generell will Bern aber das Potenzial für mehr Open Source prüfen, wie der Gemeinderat im Frühjahr beschloss. Ein vollständiger Umstieg sei allerdings nicht zweckmäßig.

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