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Do, 8. Februar 2018, 15:00

Die Geburtsstunde von Open Source

1998 war das Jahr, in dem Open Source einen rasanten Aufstieg hinlegte. Auch der Begriff »Open Source« wurde in diesem Jahr erstmals verwendet. Eine wenig bekannte Tatsache ist, von wem der Begriff, der heute in den Medien dominiert, ersonnen wurde. Es waren nicht Eric Raymond oder andere damals führende Persönlichkeiten der Szene, sondern die Wissenschaftlerin Christine Peterson. Erstmals hat sie ihre Erinnerungen an diese historische Entwicklung jetzt selbst im Detail veröffentlicht.

1998-2018: 20 Jahre Open Source

Christine Peterson, Erfinderin des Begriffs »Open Source«

Christine Peterson

Christine Peterson, Erfinderin des Begriffs »Open Source«

Dieser Tage, im Februar 2018, feierte die Open-Source-Bewegung und mit ihr der Begriff »Open Source« ihren 20. Geburtstag. Viele glauben, dass Eric Raymond, selbst ernannter Open-Source-Anthropologe und 1997 Autor des einflussreichen Artikels »The Cathedral And The Bazaar«, den Begriff erfunden habe. Denn Raymond war einer derjenigen, die den zuvor dominierenden Begriff »Freie Software« ersetzen wollten, da sie diesen für nachteilig erachteten. In ihren Augen wird »Freie Software« zumeist mit Kostenfreiheit assoziiert, was die Befürworter von freier Software immer wieder mit Beschreibungen wie »frei wie in Freiheit, nicht wie in Freibier« erklären müssen. Außerdem glaubten sie, dass der Begriff auf Unternehmen abschreckend wirke.

Es war jedoch nicht Eric Raymond, der auf den Begriff »Open Source« kam. Die wahre Erfinderin des Begriffs ist Christine Peterson, damals Präsidentin des Foresight Institute, einer nicht gewinnorientierten Einrichtung, die über Nanotechnologie und künstliche Intelligenz forschte. Solche Institutionen bezeichnen die Amerikaner oft als »Think Tank«, so bezeichnete sich Foresight auch selbst. Schon der Autor Glyn Moody hat in seinem Buch »Rebel Code« darauf hingewiesen, dass Peterson den Begriff »Open Source« erfunden hat. Das Buch enthält jedoch lediglich eine kurze Beschreibung des entscheidenden Treffens. Moody erhielt seine Informationen wohl durch ein Interview mit Eric Raymond. Er nennt die Namen der Beteiligten, und schreibt, dass es das Ziel war, einen neuen Alternativnamen zu »freie Software« zu finden. Details zum Verlauf des Treffens waren ihm wohl nicht bekannt. Auf der Webseite der OSI hingegen war Peterson ursprünglich nur als Anwesende des entscheidenden Treffens erwähnt, weil Raymond gar nicht informiert worden war, wer »Open Source« ersonnen hatte - der Begriff wurde einfach so in die Runde geworfen. Im Nachhinein wurde das von Raymond auf der Seite zur Geschichte der OSI richtiggestellt.

Christine Peterson selbst schwieg dazu. 2006, acht Jahre nach dem Ereignis, schrieb sie einen Artikel, der die damaligen Ereignisse aus ihrer Sicht schildert - den sie jedoch nicht veröffentlichte. Doch ging er nicht verloren. Jetzt, nach genau 20 Jahren, hat sie den Artikel auf Opensource.com veröffentlicht. Dieser Artikel ist aus heutiger Sicht sicherlich ein wichtiges Zeitdokument und wert, seinen Inhalt hier darzustellen. Doch vorab einige ausschweifende Hintergrundinformationen dazu.

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