Login
Newsletter
Werbung

Do, 6. Oktober 2011, 15:00

Debian-Installation auf dem QNAP TS-509 Pro

Konfiguration von Datenspeichern - LVM fehlt leider

Hans-Joachim Baader

Konfiguration von Datenspeichern - LVM fehlt leider

Einrichtung von RAID 5

Hans-Joachim Baader

Einrichtung von RAID 5

Gründe für die Installation eines anderen Systems

Warum sollte man solch ein ansprechend gemachtes und funktionsreiches System ersetzen wollen? Es gibt viele Gründe, warum man trotzdem ein anderes System installieren will:

  • Mehr Informationen/bessere Ausnutzung der Hardware
  • Mehr Softwarepakete
  • Mehr als eine Partition auf dem RAID
  • LVM-Unterstützung

Leider fehlt es bezüglich des TS-509 und seiner Nachfolger an Informationen im Internet, im Gegensatz zu anderen Produktreihen von QNAP. Sucht man bei Google nach der TS-509, so findet man außer den üblichen Shop-Einträgen fast nichts. Aus diesem Grund beschloss ich, meine Erfahrungen mit dem System hier zusammenzufassen.

Installation von Debian

Das generelle Vorgehen zur Installation eines alternativen Systems auf der QNAP ist folgendes:

  • Anschluss von Tastatur (USB) und Monitor (Analog VGA)
  • Vorbereitung eines USB-Sticks als Installationsmedium
  • Aufruf des BIOS-Setups, Änderung der Bootreihenfolge

Die Vorbereitung eines USB-Sticks für Debian ist natürlich auf den Projekt-Webseiten ausführlich beschrieben. Ich installierte Debian 6.0 »Squeeze«, das zum damaligen Zeitpunkt noch testing war. In das BIOS gelangt man, indem man beim Booten die Taste Entf (Del) drückt. (Mit F11 gelangt man stattdessen in den Bootmanager.)

Die Installation geht an sich genau wie bei einem PC vor sich. Einige Impressionen kann man dem Artikel »Debian GNU/Linux 6.0« entnehmen. Entscheidend ist die Partitionierung. Das QNAP-System verfügt neben den RAID-Platten über lediglich 128 MB Flash, zu wenig für eine Debian-Installation. Das bedeutet, dass man Root-Dateisystem auf die Festplatten oder das RAID legen muss. Das Flash ist immerhin noch groß genug für /boot.

Das System sollte auch über Swap verfügen; es ist allerdings wenig sinnvoll, diesen auf das RAID zu legen. Daher zwackte ich von jeder der RAID-Platten eine Partition von 500 MB für Swap ab. Das ergab bei mir demnach fünf Swap-Partitionen mit zusammen 2,5 GB - das sollte genügen.

Neben der Swap-Partition benötigte ich auf jeder Platte eine weitere Partition für das RAID. Hier nahm ich keine weitere Unterteilung vor, denn auf dem RAID sollte später ein LVM für die flexible Partitionierung sorgen. Es genügten also zwei Partitionen pro Festplatte. Nun kann man diese natürlich im Debian-Installer anlegen, was jedoch eine Menge Arbeit ist. Zudem können Inkonsistenzen auftreten, wenn die Platten früher schon einmal ein LVM enthielten und dies vom Installer entdeckt wird. In diesem Fall muss man erst die Partitionen löschen und dann nochmal booten, damit alles richtig erkannt wird. Ich schloss diesen Vorgang etwas schneller ab, indem ich einen Trick anwandte. Zuerst formatierte ich die erste Platte von Hand. Das ist möglich, wenn man im Debian-Installer mit ALT+F2 auf ein anderes virtuelles Terminal wechselt. Nach wenigen Kommandos mit fdisk hatte ich folgendes Resultat, hier angezeigt mit sfdisk -l -uS:

   Device Boot    Start       End   #sectors  Id  System
/dev/sdb1          2048   1026047    1024000  82  Linux swap / Solaris
/dev/sdb2       1026048 781422767  780396720  fd  Linux raid autodetect

Machen Sie nicht den Fehler, das Standard-Alignment von fdisk zu akzeptieren, das die Partition bei Sektor 63 beginnen lässt. Das kostet bei neueren Platten massiv Geschwindigkeit. Verwenden Sie bei neueren fdisk-Versionen die Option -c -u und/oder setzen Sie die Einheit mit dem Kommando u auf Sektoren.

Nachdem die erste Platte formatiert ist, kann man einfach ihren ersten Sektor auf die anderen Platten kopieren:

dd if=/dev/sdb of=/dev/sdc count=1
dd if=/dev/sdb of=/dev/sdd count=1
dd if=/dev/sdb of=/dev/sde count=1
dd if=/dev/sdb of=/dev/sdf count=1

Sind die Platten nicht exakt gleich groß, muss man die zweite Partition danach noch einmal mit fdisk löschen und neu anlegen. Danach sollte man neu booten, damit der Installer die neuen Partitionen erkennt. /dev/sda ist das Flash und bleibt hier unberührt. Es kann über den Installer als /boot eingerichtet werden.

Die weitere Partitionierung ist recht einfach. Man definiert die Swap-Partitionen, fasst die RAID-Partitionen zu einem RAID 5 zusammen, initialisiert es mit einem LVM und legt im LVM eine Root-Partition an. Diese ist bei mir 2 GB groß, was völlig genügt. Sie nimmt das ganze Debian-System auf. Der gesamte Rest des LVM kann nach Belieben verwendet werden. Es ist zu empfehlen, die angestrebten Partitionen zunächst nicht größer als nötig zu machen, denn eine Online-Vergrößerung ist später leicht, wenn im LVM noch Platz ist. Eine Verkleinerung dagegen ist aufwendiger.

Welche Dateisysteme sollte man verwenden? Für /boot bietet sich ext2 an. Für den Rest habe ich mich für ext4 entschieden. Es kann auch Gründe geben, bei ext3 zu bleiben oder ein anderes Dateisystem zu wählen, was hier nicht weiter erörtert werden soll. Der Bootloader GRUB 2 wird in /dev/sda installiert.

Nach der Installation sollte das System klaglos und schnell Debian booten. Nun kann man sich an der Konsole oder per SSH einloggen und sich der Konfiguration widmen. Durch die Installation von Debian verfügt man zunächst über keine Weboberfläche mehr zur Konfiguration. Man könnte es mit Webmin versuchen, das bereits zahlreiche Komponenten des Systems konfigurieren kann. Sollte jemand weitere brauchbare Alternativen kennen, wäre ich über Hinweise erfreut. Wer nicht mit Webmin arbeitet, muss die Konfiguration manuell an der Konsole vornehmen.

Während die allgemeine Konfiguration nicht Gegenstand des Artikels sein soll, da jedes gute Linux-Buch sowie zahllose Artikel über dieses Thema informieren, soll im Folgenden noch die Hardware und die dafür benötigten Treiber beleuchtet werden.

Kommentare (Insgesamt: 13 || Alle anzeigen )
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung