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Mi, 29. April 2015, 15:00

Ubuntu und Kubuntu 15.04

Unity

Der »Internet-Browser« von Ubuntu

Hans-Joachim Baader

Der »Internet-Browser« von Ubuntu

Nach all dem Vorgeplänkel nun zum eigentlichen Desktop. Unity, die offizielle Desktopumgebung von Ubuntu, blieb bei Version 7.3 und erhielt lediglich ein paar Korrekturen. Die einzige sichtbare Änderung ist das neue Aussehen. Somit bleibt Unity eine dezente, benutzbare Desktop-Umgebung, zu der alles Wesentliche bereits früher gesagt wurde.

Der Standard-Webbrowser in Ubuntu ist Firefox, die Standard-Büro-Suite LibreOffice. Für E-Mails ist Thunderbird 31.6, dessen Icon nicht in die Startleiste eingebunden ist, zuständig. Die sonstigen installierten Programme sind im Wesentlichen die Standard-Programme von Gnome, die zumindest grundlegend die häufigsten Aufgaben abdecken. In den meisten Fällen bieten sie gerade einmal Grundfunktionen, so dass man sich gerne nach leistungsfähigeren Programmen im Software-Center umsieht.

Fast nirgends erwähnt wird die Tatsache, dass Ubuntu einen eigenen Webbrowser entwickelt hat. Er beruht auf der Browser-Entwicklungsumgebung Oxide, die Ubuntu bereitstellt, um Webentwicklern eine stabile Basis zu liefern, und damit auf Chromium. Vermutlich ist es mehr eine Demonstration der Möglichkeiten von Oxide, aber wer weiß, was Canonical noch damit vorhat. Zur Zeit ist jedenfalls die unter der GPLv3 stehende »webbrowser-app« nach Canonicals Angaben ein schlanker, an Ubuntu angepasster Browser, der Qt 5 und Ubuntu-GUI-Elemente verwendet. Schade nur, dass der Browser sich »Ubuntus Internet-Browser« (sic!) nennt und damit ein mangelndes Verständnis des Unterschiedes zwischen Web und Internet enthüllt.

Das Ubuntu Software-Center

Hans-Joachim Baader

Das Ubuntu Software-Center

Software-Updates und das Software-Center funktionieren weiter wie gewohnt, hier scheint sich in den letzten Monaten nichts geändert zu haben. Es eignet sich gut zum Stöbern, so dass man möglicherweise auch interessante Programme entdeckt, die man bisher nicht kannte. Doch freilich kann auch das Ubuntu-Archiv mit seinen über 48.000 Paketen nur etwa 1% aller freien Software abdecken. Wer im Ubuntu Software-Center nicht fündig wird, kann immer noch woanders Glück haben.

Plasma 5-Desktop mit Anwendungen

Hans-Joachim Baader

Plasma 5-Desktop mit Anwendungen

KDE

Mit Kubuntu 15.04 feiert Plasma 5 wohl seine Premiere in einer der größeren Distributionen. Und nach den ersten Eindrücken wird wohl kaum jemand das Bedürfnis verspüren, zu Plasma 4 unter KDE 4 zurückzukehren. Denn wenn auch die Optik in der Standardeinstellung verändert wurde, ist die Funktionalität zumindest im Großen und Ganzen gleich geblieben. Die Entwickler sehen Plasma 5 zwar noch nicht unbedingt als reif für die Allgemeinheit, aber zumindest ist es nicht mehr weit entfernt. Fehler können jedoch durchaus noch auftreten, so beispielsweise beim Versuch, neue Designs herunterzuladen. Die Systemeinstellungen wirken in vielen Bereichen unfertig. Auch der Bildschirmhintergrund war manchmal plötzlich weg, konnte aber über die Desktopeinstellungen wieder hergestellt werden.

Nicht ausprobiert wurden im Rahmen dieses Artikels einige neue Komponenten von Plasma 5, darunter BlueDevil zur Verwaltung von Bluetooth-Geräten, KSSHAskPass für die Eingabe von Passwörtern, die zur Entschlüsselung von SSH-Schlüsseln nötig sind, und KScreen, das Programm zur Einrichtung des Displays auf mehreren Monitoren.

Auch die Aktivitäten, die bereits von KDE 4 bekannt waren, sind noch vorhanden. Statt der »Cashew« in der rechten oberen Ecke gibt es nun einen Button oben links, der symbolisiert, dass sich dahinter ein Menü verbirgt. Dieses sollte KDE-Anwendern bekannt vorkommen, wie auch die meisten anderen Elemente des Desktops. Plasma bleibt auch in Version 5 ein wenig verspielt mit vielen standardmäßig aktivierten Effekten. Im Gegensatz zu Unity funktionieren diese aber auch ohne Hardware-3D-Beschleunigung mit akzeptabler Geschwindigkeit.

Sprachpakete in Firefox 37

Hans-Joachim Baader

Sprachpakete in Firefox 37

Auch Kubuntu installiert Firefox als Standard-Browser. Dabei leisteten sich die Entwickler von Kubuntu den Fehler, die vorinstallierten Sprachpakete inkompatibel mit der installierten Firefox-Version zu machen. Das wurde mit einem Update binnen drei Tagen behoben.

Als Musik-Player ist Amarok 2.8 vorinstalliert, wie schon seit Kubuntu 13.10. KDE PIM mit Kontact ist noch in Version 4.14.6 installiert. Außerdem ist LibreOffice vorhanden. Weitere Anwendungen muss man aus den Repositorien nachinstallieren, wenn man sie braucht. Die Paketverwaltung Muon trägt jetzt die Versionsnummer 5.2.2 und wurde an KDE 5 (ach, das will ja gar nicht so heißen) angepasst. Muon-Discover ähnelt etwas dem Software-Center und funktioniert weiterhin gut.

Multimedia im Browser und auf dem Desktop

Nicht viel Neues gibt es im Multimedia-Bereich. Firefox bringt keine Plugins mehr zum Abspielen von Videos mit, dafür wird wie bei der vorigen Ausgabe OpenH264 beim ersten Start von Firefox als Plugin installiert. Die vorinstallierte Erweiterung Ubuntu Firefox Modifications ist jetzt bei Version 3.0. Weitere vorinstallierte Erweiterungen sorgen für die Integration mit Unity und den Ubuntu Online-Accounts.

Mit OpenH264 sollte das Flash-Problem endgültig gelöst sein, was in der Praxis leider nicht der Fall ist. Zwar funktionieren Web-Videos damit auf vielen Seiten, aber es gibt immer noch Seiten, die explizit das Adobe-Flash-Plugin verlangen. Da dieses Plugin für Firefox nicht mehr existiert, gibt es eigentlich nur noch die Verwendung eines anderen proprietären Browsers wie Google Chrome als Workaround. Immerhin funktionieren fast alle anderen Videoformate, so dass die Multimedia-Situation sich als ziemlich gut darstellt.

Auf dem Unity-Desktop erscheint in den bekannten Anwendungen Rhythmbox und Filmwiedergabe (Totem) bei standardmäßig nicht unterstützten Formaten eine Dialogbox, die eine Suche nach passenden GStreamer-Plugins ermöglicht und sie installiert. Das funktioniert korrekt, nach der Plugin-Installation muss man allerdings die Player-Software neu starten.

Unter KDE sieht es im Prinzip genauso aus, nur dass die Geschwindigkeit auch ohne 3D-Hardware akzeptabel ist. Amarok ist der Standard-Audioplayer. Ob unter KDE fehlende Plugins korrekt nachinstalliert werden, konnte nicht überprüft werden, da alle benötigten Plugins bereits vorhanden waren. DragonPlayer versagte wieder einmal bei der Wiedergabe von Videos: nur der Ton war zu hören. Abhilfe schafft die Installation von VLC, MPlayer oder Xine. Es gibt wahrscheinlich sowieso niemanden, der DragonPlayer sinnvoll nutzen kann.

Fazit

Ubuntu 15.04 enthält nicht besonders viele sichtbare Neuerungen und dürfte für alle, die den neuesten Stand von allem gegenüber Stabilität bevorzugen, eine klare Sache sein. Die neue Version der Distribution läuft in allen Varianten gut und stellt eine solide Basis für Applikationen und Entwicklungen dar. Für die Mehrzahl der Benutzer dürfte allerdings wie immer die letzte LTS-Version die bessere Wahl darstellen. Denn letztlich bleiben die Nicht-LTS-Versionen Betaversionen, die die meisten Benutzer nicht benötigen. Aktualisierungen sollten keinen Grund zu einem Verlassen der LTS-Version darstellen, da sie auch in der LTS-Version zahlreich bereitgestellt werden. Ubuntu, Kubuntu und die anderen Varianten sind und bleiben eine der ersten Empfehlungen, wenn es um die Wahl der Linux-Distribution geht.

  • Das Werk darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes müssen unter den gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Der Name des Autors/Rechteinhabers muss in der von ihm festgelegten Weise genannt werden.

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