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Do, 19. Mai 2016, 15:00

Tomb Raider

Neugeburt einer Heldin

Schnelle Action und schmale Flure

In geskripteten Aktionen wird es oftmals repetitiv

Mirko Lindner

In geskripteten Aktionen wird es oftmals repetitiv

Das Spielgeschehen ist dabei rasant inszeniert. Wenn Lara einem herunterfallenden Flugzeug entkommen muss oder über die Dächer eines einstürzenden Hangdorfes springt, da bleibt kein Action-Herz ruhig stehen. Hier wäre aber einer der wenigen Mankos, denn abgesehen vom gelegentlichen Knöpfchendrücken wird dem Spieler während der cineastischen Inszenierung oftmals kaum etwas abverlangt. Das geht mitunter so weit, dass er vor schierer Grafik- und Filmpracht das Drücken gar vergisst und Lara unbeabsichtigt das Zeitliche segnet. Anderseits aber können missglückte, repetitive Versuche, eine Action-Sequenz zu meisten, durchaus an die Substanz gehen, wenn sie gefühlt schon zum tausendsten Mal wiederholt werden muss, weil Laras lebloser Körper schon wieder an einem Baum hängt.

Da gibt es allerdings auch die anderen Momente, in der freien Welt zum Beispiel, in der die Action dem Schleichen oder der Lösung von Rätseln weichen muss. Das Ergebnis ist ein motivierender Erkundungstrip. Die Suche nach versteckten Gräbern, das Erkunden der Außenareale oder die Lösung von Rätseln macht einen Heidenspaß. Dabei erfährt der Spieler fast nebenbei die Hintergrundgeschichte und lernt die Zusammenhänge kennen.

Doch auch die dadurch generierten Erfahrungspunkte sind nicht ohne, erlauben sie doch die Verbesserung der Ausrüstung oder der Fähigkeiten. Während Lara anfänglich nur leidlich mit einem Bogen umzugehen weiß, erweitert sie sukzessive das Arsenal, verbessert gefundene Waffen und lernt neue Gimmicks kennen. Das führt mitunter dazu, dass der Spieler an bereits erkundete Orte zurückkehrt, um dort beispielsweise ein liegen gelassenes Rätsel zu lösen. Dank des Schnellreisesystems halten sich auch die nötigen Laufwege glücklicherweise in Grenzen.

Rennschleichtlösespringspiel

Lara bewegt sich in der Welt relativ unkompliziert, springt elegant über Felsvorsprünge, klettert Hänge hoch oder versucht beim Fallen diversen Gegenständen auszuweichen. Die Steuerung ist präzise und die Aktionen selten unfair. Die Insel selbst ist allerdings nicht frei erkundbar, sondern in verschiedene Bereiche unterteilt. Diese zu erreichen erfordert manchmal den Marsch durch ein Labyrinth von Schlauchleveln. Die freien Areale entschädigen aber. Sie sind nicht selten groß genug, um darin zahlreiche Herausforderungen und Rätsel zu verstecken.

Klettern, ...

Mirko Lindner

Klettern, ...

gleiten, ...

Mirko Lindner

gleiten, ...

oder rutschen

Mirko Lindner

oder rutschen

Denn Rätsel sind das, was man erwartet. Gerade diese »Ich sehe einen Gegenstand, wie komme ich aber hin«-Momente machen den Reiz des Spiels aus. In den optionalen Gräbern zieht der Schwierigkeitsgrad nochmals ein wenig an. Eine große Hilfe ist dabei der sogenannte »Überlebensmodus«, der die Welt in einen Grauschleier taucht und integrierbare Objekte hervorhebt. Wie wichtig das Lösen und das Suchen in »Tomb Raider« ist, sieht man alleine schon an den Belohnungen, die selten für die Erfüllung von Aufträgen, dafür aber für die Lösung von Rätseln vergeben werden.

Deswegen auch kehrt man an den Schauplatz bereits abgeschlossener Bereiche zurück. »Da war doch noch diese eine Kapsel, die noch gefunden werden wollte«, ist nicht selten der Gedanke dahinter. Wer dazu keine Lust hat, folgt einfach dem Spiel und lässt sich im Zuge der Kampagne vom Spielgeschehen treiben. Wem das Single-Dasein zu langweilig ist, kann in einer Multiplayerpartie mit oder gegen andere antreten. Das kann durchaus Spaß machen, wenn man auf Aktion im Stile »Counter Strike« steht.

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