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Do, 19. Mai 2016, 15:00

Tomb Raider

Neugeburt einer Heldin

Technik

Bereits 2013 kam »Tomb Raider« auf dem Markt. Nun ist das Spiel seit ein paar Wochen auch für Linux verfügbar. Doch auch drei Jahre später sieht Laras Pixelwelt immer noch sehr gut aus. Vor allem die Darstellung der Schatten fällt enorm detailliert und realistisch aus. Die atemberaubenden Panoramen und die spektakuläre Weitsicht laden zudem auch unter Linux zum Erkunden ein. In dicht bewaldeten Gebieten generiert die Engine sehenswerte Licht- und Schattenspiele und in nassen Wäldern eine beängstigende, trübe Stimmung. Richtig klasse sieht zudem Laras animierte Haarpracht aus – jedenfalls bei aktiviertem TressFX. Das geht allerdings an die Substanz des Systems und verlangsamt die Grafikausgabe teils erheblich.

Mirko Lindner

Mirko Lindner

Mirko Lindner

Die akustische Untermalung kann ebenso überzeugen. Sowohl der Soundtrack als auch die Hintergrundgeräusche und die Synchronisation der Dialoge sind mehr als gelungen. Vor allem die Leistung von Nora Tschirner (Keinohrhasen), die in der deutschen Synchronversion der Hauptfigur ihre Stimme leiht, fällt positiv auf. Sie ist es, die Lara eine Authentizität jenseits eines Spieleklischees verleiht. Eine weitere Auffälligkeit stellt die Kamera dar, die Tschirners Arbeit noch verstärkt. Das Bild ist nicht nur ein Mittel zum visuellen Transport, sondern auch ein dedizierter Träger von Emotionen.

Der Preis für die Authentizität sind die recht hohen Systemvoraussetzungen. Wer kein einigermaßen aktuelles System besitzt, wird keinen Spaß an dem Spiel haben. Laut Aussage des Herstellers benötigt das Spiel mindestens eine GeForce 640 und 4 GB RAM. Wer die volle Pracht der Grafik erfahren will, sollte freilich ein weitaus schnelleres System sein eigen nennen.

Fazit

So endet das vorerst letzte Kapitel von »Tomb Raider« unter Linux. Das alte Spiel schrieb Geschichte und nun gilt es aus einer neuen, frischen Perspektive zu erzählen. Wie alle wichtigen Neustarts hat man auch bei dieser Serie sich nicht nur des Inhalts, sondern auch der Figur angenommen und ihr eine Frischzellenkur spendiert. Nicht jeder wird es mögen. Ich tue es.

Die Aktion, die schnellen Schnitte und das Blut haben Lara aus der Asche der alten Titel wieder auferstehen lassen. Die Heldin ist erwachsen geworden, indem sie jünger wurde. Sie ist wieder unter den Menschen angekommen - verletzlich, verletzt und um eine neue Erfahrung reicher. Passé sind die Zeiten der Pin-Up-Posen.

Lara 2.0 ist da und mit ihr ein Spiel, das unterhalten kann, auch wenn es die Grenzen des Erträglichen nicht selten auslotet und einen durch banale Brutalität oftmals sprachlos zurücklässt. Die neue Welt von Lara ist kein zweidimensionales Puzzle mehr, sondern eine gefährliche Manege einer Heroin, deren Überleben es zu sichern gilt. Doch ist die Welt sehens- und spielenswert? Ja!

Fakten

Titel: Tomb Raider
Hersteller: Feral Interactive
USK: ab 18 Jahren
PEGI: ab 18 Jahren
Preis: 19,99 Euro

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