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Do, 14. Juli 2016, 15:00

Fedora 24

LibreOffice 5.1 Writer

Hans-Joachim Baader

LibreOffice 5.1 Writer

Multimedia im Browser und auf dem Desktop

Wegen der Softwarepatente in den USA kann Fedora, ebenso wie die meisten anderen Distributionen, nur wenige Medienformate abspielen, da es viele benötigte Codecs nicht mitliefern kann. Die Lösung heißt wie immer RPM Fusion. Diese Seite bietet zusätzliche Repositorien, die man leicht hinzufügen kann. Dies gilt für alle Desktops gleichermaßen. Die Installation funktioniert prinzipiell mit Konqueror und Firefox. Während unter Gnome die Installation reibungslos klappte, lieferten unter KDE sowohl Konqueror als auch Firefox am Ende eine Fehlermeldung, dass Apper ein Paket nicht finden konnte. Trotz dieser Meldung, die für Benutzer so aussieht, als wäre die Installation fehlgeschlagen, war aber alles installiert. Der Fehler ist mindestens schon seit Fedora 21 vorhanden.

Die meisten Player bieten bekanntlich die Option an, über die Paketverwaltung nach passenden Plugins zu suchen. Das funktioniert auch durchaus. Der einzige Mangel ist, dass man meist die Anwendung neu starten muss, nachdem ein Plugin installiert wurde. Wer sich auskennt, kann auch alle benötigten Codec-Pakete von Hand installieren. Sie sind sämtlich in Form von GStreamer-Plugins von RPM Fusion zu beziehen. Da sowohl die neue Version 1.8 von GStreamer als auch die Version 0.10 in Gebrauch sind, installiert man am besten die Codec-Sammlungen »plugins-bad« und »plugins-ugly« in allen Varianten für GStreamer 0.10 und GStreamer 1.8. Für GStreamer 0.10 benötigt man außerdem und vor allem das FFmpeg-Plugin, für GStreamer 1.8 dessen Fork libav.

Der Standard-Player für Audio und Video ist unter Gnome der Player »Videos«, früher »Totem« genannt. Unter KDE sind es Amarok und Dragonplayer. Amarok zeigte das Problem, dass die Lautstärke viel zu gering war, und eine essentielle Funktion wie das Regeln der Lautstärke ist in Amarok schlicht nicht mehr vorhanden - oder nicht so einfach auffindbar. Unnötig zu erwähnen, dass das Hochdrehen der Lautstärke über das Plasma-Applet keine Besserung brachte. Begrenzte Abhilfe brachte die Installation des KDE-Mixers KMix, der unverständlicherweise anfänglich gar nicht installiert ist. Doch das genügte immer noch nicht. Erst mit dem Pulseaudio-Lautstärkeregler (pavucontrol) war es möglich, die Ausgabe laut genug zu machen, dabei musste die Skala aber über die 100% hinaus verschoben werden. Bei den Videoplayern trat das Problem nicht auf.

Dragonplayer verhielt sich wiederum bei einigen Videos seltsam und zeigte statt des Videos eine Playliste zuvor aufgerufener Videos. Es ist wie immer ratsam, statt Dragonplayer bewährte Programme wie (S)MPlayer, VLC oder Xine zu installieren, die auch viel mehr Funktionalität aufweisen. SMPlayer öffnet übrigens beim ersten Start ungefragt die eigene Webseite in einem Browser. Distributoren sollten solch ein Verhalten aus der Software entfernen, was in diesem Fall nur das Ändern einer Voreinstellung bedeutet hätte.

Ein schwieriger Punkt sind nach wie vor Flash-Videos auf Webseiten. Einige Seiten versagen ohne Nachrüstung des Adobe Flash Players komplett ihren Dienst. Den Player gibt es für Firefox bzw. Iceweasel zwar noch, er wird aber bis auf Korrekturen von Sicherheitslücken nicht mehr gepflegt. Das größte Problem ist jedoch, dass Mozilla den Benutzern viele lästige Hürden in den Weg legt, wenn sie das Plugin weiter nutzen wollen. Workarounds sind die Verwendung eines proprietären Browsers wie Google Chrome oder Chromium mit dem von Google stammenden proprietären Pepperflash-Plugin. Andere Workarounds sind das Herunterladen der Videos, um sie in einem Player offline oder als Stream anzusehen, oder die Installation von Gnash, das jedoch keinen Erfolg garantiert.

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