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Do, 9. November 2017, 15:00

Streifzug durch Ubuntu 17.10

Dieser Artikel beleuchtet die Neuerungen von Ubuntu 17.10 »Artful Aardvark«. Dabei werden die Desktop-Ausgaben mit Gnome und KDE etwas genauer angesehen.

Desktop von Ubuntu

Hans-Joachim Baader

Desktop von Ubuntu

Generelles

Ubuntu 17.10 »Artful Aardvark« ist wie geplant am 19. Oktober erschienen. Diese Ausgabe erhält in allen ihren Varianten ab der Veröffentlichung neun Monate lang Unterstützung. Wer eine längere Unterstützung wünscht, sollte Ubuntu 16.04 LTS einsetzen.

Der Schwerpunkt des Artikels liegt auf den Desktopumgebungen Gnome und KDE, die nach wie vor die beiden meistgenutzten sind. Doch auch die Änderungen in den anderen Ubuntu-Varianten sollen kurz aufgeführt werden. Außerdem soll auch die Software, die allen Varianten gemeinsam ist, in diesem Abschnitt zur Sprache kommen. Das meiste davon kann nur kurz beschrieben werden, da es sich einem eingehenden Test entzieht.

Ubuntu 17.10 verwendet den Linux-Kernel 4.13, der wie immer zahlreiche Verbesserungen und Neuerungen mit sich bringt und den älteren Kerneln in Sachen Funktionalität, Geschwindigkeit und Energieeffizienz überlegen sein sollte. Da Änderungen stets in fast allen Bereichen stattfinden, wird es immer schwieriger, einzelne Neuerungen herauszuheben. In Linux 4.13 dürften jedoch für den Desktop-Bereich Erweiterungen im Hypervisor KVM die größte Bedeutung haben. Ferner findet man Erweiterungen im Dateisystem ext4 und eine partielle TLS-Implementation, die die Geschwindigkeit der TLS-Verarbeitung steigern soll.

Ein großer Teil der verfügbaren Software wurde in Ubuntu 17.10 aktualisiert. Doch die einschneidenste Änderung ist wohl, dass die Standard-Ausgabe von Ubuntu jetzt den Gnome-Desktop statt Unity enthält. Außerdem wechselte Ubuntu von X11 zu Wayland als Standard-Display-System und folgt damit dem Vorbild von Fedora. X11-Anwendungen laufen über den XWayland-Server auch weiterhin, doch besteht auch die Option, ganz zu X11 zurückzukehren.

Die Netzwerkkonfiguration wird jetzt mit netplan spezifiziert, und ifupdown wird erst gar nicht mehr installiert. Die eigentliche Konfiguration wird auf dem Desktop von NetworkManager übernommen, was keine Änderung gegenüber dem bisherigen Zustand ist. Auf Servern übernimmt jetzt systemd-networkd dieselbe Aufgabe, allerdings nur bei neuen Installationen. Wird lediglich ein Update auf die neue Version durchgeführt, gibt es keine Änderungen.

Server-seitig bietet Ubuntu qemu 2.10, libvirt 3.6, cloud-init 17.1, DPDK 17.05.2 und viele weitere Server-Software an. Auf dem Desktop ist in dieser Version Gnome 3.26 mit GDM als Display-Manager vorzufinden. Die Buttons auf der Fensterleiste sind erstmals seit Ubuntus umstrittenem Experiment, das 2010 begann, wieder rechts angeordnet. LibreOffice wird in Version 5.4 mitgeliefert. Der Musik-Player Rhythmbox verwendet eine alternative Oberfläche, die vom Ubuntu Budgie-Entwickler David Mohamed stammt. Die Drucker-Konfiguration wird jetzt in den Einstellungen vorgenommen, die generell überarbeitet wurde.

Die normale Ausgabe von Lubuntu verwendet weiterhin den Desktop LXDE. Die Neuerungen bestehen in einigen Aktualisierungen einschließlich des Aussehens. Zusätzlich gibt es eine »Lubuntu-next«-Ausgabe, die erstmals LXQt als Standard-Desktop einsetzt. LXQt soll als Standard-Anwendungen den Browser Qupzilla, den Dateimanager PCManFM-Qt und LibreOffice als Office-Suite mitbringen.

Ubuntu Gnome existiert nicht mehr, da Gnome wieder in der Standard-Ausgabe von Ubuntu enthalten ist. Die Anwender erhalten beim Update die Ubuntu-Standard-Ausgabe. Ubuntu Budgie kommt mit Budgie 10.4 und aktualisiert die Gnome-Apps auf den Stand von Gnome 3.26. Ubuntu Kylin, die Variante, die spezifische Software für chinesische Nutzer und die auf Mate beruhende Desktop-Umgebung UKUI enthält, bringt in der neuen Version offenbar hauptsächlich Aktualisierungen sowie Verbesserungen und ein neues Icon-Theme.

Ubuntu Mate bleibt bei Mate 1.18, bringt aber eine ganze Sammlung von neuen Panel-Layouts für verschiedene Vorlieben. Das globale Menü wurde stark verbessert, ebenso das Heads-Up-Display. Die Super-Taste lässt sich in vielen Anwendungen nutzen. Die Indikatoren wurden ebenso erweitert wie das Konfigurationsprogramm »Mate Tweak«. Als erste Anwendung ist nun »pulsemixer« als Snap vorinstalliert.

Ubuntu Studio hat dieselben Änderungen wie Xubuntu erfahren. Dabei wurden einige Xfce-Komponenten aktualisiert und teils auch auf GTK+ 3 portiert. Client-seitige Dekorationen nehmen jetzt mit dem Greybird-Theme weniger Fläche ein. Eine optische Verbesserung sollen einige neue Icons und ein neues Hintergrundbild liefern.

Pro-Linux
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