Login
Newsletter
Werbung

Do, 18. Januar 2018, 15:00

System- und Dateibackup mit Borg

Backups löschen und Vorhaltezeit ändern

Im Gegensatz zu klassischen Backup-Lösungen speichert Borg lediglich die Differenz zwischen zwei Ständen innerhalb eines Archivs und kümmert sich nicht automatisch um die Gültigkeit von Datensätzen. Wie lange die Daten gespeichert werden sollen, muss der Anwender deshalb in Eigenregie festlegen. Um das Ausufern eines Repositoriums zu verhindern und veraltete Daten zu entfernen, bietet Borg deshalb das Kommando prune an, das in regelmäßigen Abständen aufgerufen werden sollte.

Das Kommando löscht alle Inhalte eines Repositoriums, die nicht den gesetzten Kriterien entsprechen. Der Aufruf sollte gründlich geprüft werden und alle Optionen klar sein, da alle Daten des Archivs unwiderruflich aus dem Bestand entfernt werden. Vor der manuellen Löschung empfiehlt es sich deshalb, die Optionen --list und --dry-run zu setzen, um die potenziellen Auswirkungen zu überblicken:

# borg prune -v --list --dry-run --keep-daily=7 --keep-weekly=4 \
  /mein/storage/dir

Um die Löschung tatsächlich durchzuführen, muss aus dem oben stehenden Kommando die Option --dry-run entfernt werden. In unserem obigen Beispiel wird Borg alle Archive löschen, die älter als sieben Tage sind, und behält zusätzlich je ein Archiv der weiteren 4 Wochen. Insgesamt wird Borg also nach dem Aufruf des Kommandos nur noch 11 Archive in dem angegebenen Repositorium führen.

Fazit

Borg ist ein durchaus interessantes Werkzeug, das sich hervorragend für kleine Umgebungen und Einzelserver eignet. Mit ein wenig Skript-Aufwand und einer durchdachten Strategie lassen sich aber auch problemlos mittelgroße Netztopologien sichern, wobei allerdings zu beachten ist, dass der Einsatzbereich von Borg nicht bei der Sicherung von großen Netzwerken liegt.

Die tägliche Arbeit mit Borg gestaltet sich intuitiv und die integrierten Kommandos sind logisch und weitgehend selbsterklärend. Eine längere Einarbeitungszeit ist deshalb nicht nötig. Hinzu kommt noch die Möglichkeit der Einbindung von Archiven in das Dateisystem und der Nutzung systemweiter Werkzeuge. Die Deduplizierung der Daten sowie die Geschwindigkeit des Tools können ebenfalls überzeugen und machen Borg zu einem sehr mächtigen und schnellen Tool für alle Sicherungsbelange, das auf jeden Fall einen näheren Blick wert ist.

Pro-Linux
Unterstützer werden
Neue Nachrichten
Werbung