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Do, 8. März 2018, 15:00

Heimautomatisierung unter Linux

Heimautomation unter Linux ist nicht schwer. Auch unter dem freien Betriebssystem existieren gleich mehrere Server, die für sich beanspruchen, die optimale Lösung bereitzustellen. Wir stellen Ihnen die drei bekannten Vertreter FHEM, OpenHAB und iBroker vor und erklären, was sie bei der Planung einer Heimautomation beachten sollten.

Allgemein

Heimautomatisierungsserver mit freier Software und Linux

Mirko Lindner

Heimautomatisierungsserver mit freier Software und Linux

Mit dem Smartphone vernetzt sein und das komplette Haus - respektive die Wohnung - zu steuern. Diese Idee ist nicht neu. Passende Lösungen werden nicht gerade seit gestern angeboten und dürften etliche Regalmeter eines jeden gut sortierten Elektronikhandels füllen – allesamt der Maxime folgend, Energie sparen oder das Leben der Besitzer erleichtern zu wollen. Denn die Richtung, die es für Hersteller und Anwender geht, ist recht klar – intelligente Heimvernetzung.

Wer allerdings bereits einen flüchtigen Blick in Richtung der Thematik wirft, wird das vorfinden, was es womöglich schon vermutet hatte. Dutzende Anbieter buhlen um die Gunst der Anwender. Alle folgen dabei dem gleichen Anspruch - Energie zu sparen, das Leben vereinfachen oder aber wenigstens schöner machen zu wollen. Ein Klick, mehr nicht, und die Lampen tauchen das Wohnzimmer in ein wohliges Rot. Ein weiterer und aus Lautsprecher haucht leise das passende Lied, das die Partnerin oder den Partner zum Schmelzen bringt. Wäre da nur nicht die dritte App, die für das Schließen der Rollläden zuständig ist und sich hartnäckig weigert, die Kommandos entgegen zu nehmen.

Viele der Hersteller haben deshalb eine Gemeinsamkeit – bei der Kompatibilität mit eigenen Geräten dulden sie keine weitere Konkurrenz. Und so zerfällt der Traum von einem intelligenten Heim mit jedem Gerät, das für sich zwar funktioniert, aber im Verbund mit anderen Gerätschaften komplett versagt. Denn eine Sache dürfte klar sein – ein intelligentes Haus ist mehr als das Schalten einer Steckdose und das Verändern der Lichtfarbe. Ein Heim, das für sich beansprucht, eine gewisse Intelligenz zu haben, muss mehr als ein purer Empfänger manueller Eingaben sein. Es muss für seine Bewohner Entscheidungen treffen und handeln.

Heimautomationssysteme

Einen Ausweg aus dem Dilemma versprechen Heimautomationssysteme. Die meisten Systeme behaupten von sich, dem Anwender eine einfache Möglichkeit bereitzustellen, Aufgaben automatisiert ausführen zu können. Dazu werden in der Regel Sensoren mit Aktoren verbunden und mit einer bestimmten Logik verknüpft. Tritt ein Ereignis auf, triggert das System eine Aktion.

Doch auch innerhalb der Heimautomationssysteme herrscht nicht gerade Einigkeit über die zu verwendeten Ansätze. Das fängt schon beim verwendeten Protokoll und Bussystem an. Auch hier bilden viele der Hersteller ein eigenes Ökosystem, das weitgehend nur mit den eigenen Lösungen kompatibel ist. Eine weitere Schwierigkeit ist zudem, dass zunehmend Anbieter ihre Lösungen in die Cloud verlagern, was wiederum eine Unsicherheit in puncto Verfügbarkeit nach sich zieht. Ein Beispielspiel dafür wäre die durch eQ-3, einer Tochter der ELV Elektronik AG, vertriebene Homematic-Lösung, die in der neuesten Generation erheblich einfacher wurde, sich aber auch merklich Richtung Cloud bewegte.

Das Auslagern einer Logik in eine Cloud mag auf den ersten Blick lediglich nur datenschutzrelevante Fragen nach sich ziehen. Bei einer näheren Betrachtung birgt das Outsourcen von Technik aber auch nicht zu unterschätzende Gefahren in sich. Die Konzentration auf einen einzelnen Hersteller mag aus Sicht eines Anwenders zuerst bequem sein, muss er sich oftmals keine Gedanken über viele Aspekte einer Heimautomatisierung machen, birgt aber das Risiko eines Totalverlustes aller Investitionen und Innovationen, sobald ein Hersteller seinen Dienst einschränkt oder einstellt. Passiert nicht? Doch!

Der Entschluss, sich durch eine subventionierte Hardware an einen Telekommunikationsanbieter oder Energieversorger zu binden, sollte deshalb gut überlegt sein. Sind erst einmal Investitionen in eine Hardware getätigt, die nur online ihre volle Funktionsvielfalt entfalten kann, ist ein Umstieg auf eine Alternative oftmals nur mit einer teuren Neuanschaffung möglich – von der Arbeit der Neuinstallation ganz abgesehen. Wer deshalb sein System einigermaßen zukunftssicher gestallten möchte, ist gut beraten, seine Geräte so gut wie nur möglich zu konsolidieren und so breit wie nur möglich zu diversifizieren.

Pro-Linux
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