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Do, 7. Juni 2018, 15:00

Fedora 28

Multimedia im Browser und auf dem Desktop

Rhythmbox

Hans-Joachim Baader

Rhythmbox

Wegen der Softwarepatente in den USA kann Fedora, ebenso wie die meisten anderen Distributionen, nur wenige Medienformate abspielen, da es viele benötigte Codecs nicht mitliefern kann. MP3, Ogg und FLAC sind problemlos, doch viele andere patentbehaftete Formate sind weiter nur über externe Quellen zu beziehen. Am einfachsten geht das mit der Webseite RPM Fusion. Sie bietet zusätzliche Repositorien, die man leicht hinzufügen kann. Die Installation sollte prinzipiell mit Firefox funktionieren. Während sie unter Gnome tatsächlich reibungslos klappte, versagte KDE ein weiteres Mal. Bei der Installation lieferte Plasma Discover eine Meldung, dass der PGP-Schlüssel nicht verifiziert werden konnte. Sonst nichts. Die einzige gefundene Abhilfe war, die RPM-Dateien herunterzuladen und manuell zu installieren.

Das Multimediasystem GStreamer ist jetzt in Version 1.14 dabei. Die alte Version 0.10 wird nicht mehr installiert, ist aber in den Repositorien vorhanden, falls sie noch benötigt wird. Die meisten Player bieten bekanntlich die Option an, über die Paketverwaltung nach passenden Plugins zu suchen. Der einzige Mangel ist, dass man meist die Anwendung neu starten muss, nachdem ein Plugin installiert wurde. Wer sich auskennt, kann auch alle benötigten Codec-Pakete von Hand installieren. Sie sind sämtlich in Form von GStreamer-Plugins von RPM Fusion zu beziehen. Da dieses Mal bereits die Codec-Sammlungen »plugins-bad-free« und »plugins-ugly-free« vorinstalliert sind, benötigt man meist nur »plugins-bad-nonfree« und »plugins-ugly«. Für GStreamer 1.14 benötigt man außerdem und vor allem das LibAV-Plugin (gstreamer1-libav).

Die Standard-Player für Audio und Video sind unter Gnome Rhythmbox und »Videos«, früher »Totem« genannt. Unter KDE sind es Amarok (2.9, noch nicht an Plasma 5 angepasst) und Dragonplayer. Auf der Gnome-Seite gab es beim Abspielen nichts zu beanstanden. Unter KDE konnte Dragonplayer alle getesteten Videos abspielen. Das macht aus Dragonplayer aber noch lange keinen guten Player. Es ist wie immer ratsam, stattdessen bewährte Programme wie (S)MPlayer, VLC oder Xine zu installieren, die auch viel mehr Funktionalität aufweisen. Auch wenn diese noch einige hundert Megabyte an zusätzlichen Paketen nachinstallieren, ist das keinesfalls ein Schaden.

Youtube mit Firefox 60 in KDE

Hans-Joachim Baader

Youtube mit Firefox 60 in KDE

Youtube mit Firefox 60 in Gnome

Hans-Joachim Baader

Youtube mit Firefox 60 in Gnome

Das Thema Flash kann man mittlerweile ganz entspannt sehen. Die meisten Web-Videos sind in anderen Formaten kodiert und lassen sich problemlos ansehen. Neuentwicklungen mit Flash sind verpönt, und die Zahl der Webseiten, die Flash einsetzen, sinkt. Das heißt aber natürlich nicht, dass alle Flash-Videos jetzt einfach so verschwinden. Es wird sicher noch viele Jahre lang Flash-Videos im Web geben.

Während die proprietären Webbrowser meist einen eingebauten Flash-Player mitbringen, liefert Fedora die freien Webbrowser ohne Flash-Plugin aus. Da aber zum Beispiel Firefox über GStreamer alles abspielen kann, wofür Plugins installiert sind, also auch Flash, ist es auch meist nicht nötig. Wenn eine Webseite explizit das Adobe-Flash-Plugin benötigt, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man installiert das »freshplayerplugin« von RPMFusion für Firefox. Dann kann man das PPAPI-Plugin von der Adobe-Seite herunterladen und installieren. Oder man verzichtet auf das »freshplayerplugin« und installiert das NPAPI-Plugin, des man ebenfalls von der Adobe-Seite herunterladen muss.

Die neuen modularen Repositorien

Gimp als Modul installiert in KDE

Hans-Joachim Baader

Gimp als Modul installiert in KDE

Die eingangs erwähnte Modularisierung der Repositorien findet man in der Distribution nicht. Der Grund dafür ist, dass sie nur in der Server-Ausgabe von Fedora aktiviert ist. Doch das hindert niemand daran, sie auch in anderen Ausgaben zu testen. Wie man sie einrichtet, ist aber keinesfalls offensichtlich. Erst eine gezielte Suche nach Anleitungen brachte die Vorgehensweise zutage.

Der erste Schritt zu modularen Repositorien ist, ihre Definitionen zu installieren. Sie sind in einem Paket fedora-repos-modular enthalten:

dnf install fedora-repos-modular

Die Dokumentation erinnert eindringlich daran, nur unterstützte Paketverwalter zu verwenden. Unterstützt werden dnf und dnfdragora, alle anderen können zu Chaos führen. Mit

dnf module list

kann man dann die verfügbaren Module ansehen. Zur Zeit sind es nur eine Handvoll, und nur wenige wie MySQL und Node.js liegen in mehr als einer Version vor. Mit den Kommandos dnf module install, dnf module enable und einigen weiteren kann man dann diese Module und ihre Pakete installieren und verwalten. Diese Kommandos sollen hier nicht im einzelnen gezeigt werden. Eine knappe Anleitung gibt es auf der Fedora-Webseite, Details findet man in den Manpages.

Noch funktioniert aber nicht alles reibungslos. So lassen sich einzelne Module nicht installieren. Kein Problem war das Modul Gimp, das wie abgebildet ein lauffähiges Gimp 2.10 installierte. Interessanterweise installiert das Modul auch ImageMagick mit, das selbst ein leistungsfähiges Bildbearbeitungsprogramm ist. Anscheinend wird es von einem Gimp-Plugin benötigt.

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