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Do, 7. Juni 2018, 15:00

Fedora 28

Paketverwaltung und Updates

Die Paketverwaltung von Fedora ist an der Kommandozeile mit DNF, dem Nachfolger von YUM, dessen Bedienung fast komplett kompatibel mit YUM ist. Von DNF gibt es nichts Neues zu vermelden. Es tut seinen Dienst und läuft ohne Probleme.

Gnome Software

Hans-Joachim Baader

Gnome Software

Benachrichtigung über vorhandene Updates

Hans-Joachim Baader

Benachrichtigung über vorhandene Updates

Installation von Updates

Hans-Joachim Baader

Installation von Updates

Bei der grafischen Software-Verwaltung ist die »Software«-Anwendung seit Fedora 20 das Zentrum für Anwender, die zusätzliche Pakete für ihr System suchen. Beim ersten Start stellt das Programm die Frage, ob Softwarequellen (Repositorien) von Drittanbietern eingebunden werden sollen. Diese enthalten in den meisten Fällen proprietäre Software, die dort als RPM vorliegt und somit leichter installiert werden kann. Welche Option man auch wählt, die Repositorien lassen sich jederzeit wieder ändern, was mittlerweile auch in der »Software«-Anwendung selbst geht. Dennoch kann das Programm die Kommandozeilenprogramme nicht vollständig ersetzen, denn viele RPM-Pakete wie zum Beispiel Bibliotheken werden gar nicht angezeigt.

Benachrichtigung über vorhandene Updates in KDE

Hans-Joachim Baader

Benachrichtigung über vorhandene Updates in KDE

Unter KDE kommt Plasma Discover zum Einsatz. Es übernimmt die komplette Software-Verwaltung und ermöglicht auch, nach Erweiterungen für Plasma und viele Programme zu suchen. Aber auch hier gilt: Will man Bibliotheken installieren, die nicht automatisch über eine Abhängigkeit installiert werden, muss man das auf der Kommandozeile tun. Bis auf das Versagen beim Installieren der RPM Fusion-Repositorien arbeitet das Programm aber recht ordentlich.

Die gesamte Paketverwaltung baut unter Gnome und KDE grundsätzlich auf PackageKit auf. Der PackageKit-Daemon belegt Speicher in der Größenordnung von 100 MB und mehr, vor der anfänglichen großen Aktualisierung von über 450 Paketen waren es 770 MB resident. Es ist überhaupt nicht vorstellbar, wie diese Menge zusammenkommt. Entweder hält der Daemon die gesamten Paketinformationen einschließlich Screenshots im RAM oder er besitzt massive Speicherlöcher.

Zu beobachten war unter Gnome ferner eine Diskrepanz zwischen den aktualisierbaren Paketen, die in Gnome Software angezeigt wurden (28) und den von DNF tatsächlich aktualisierten Paketen (457). Die Erklärung könnte sein, dass Gnome Software nur Anwendungen und keine Bibliotheken anzeigt. Wählt man den Aktualisierungsweg über die grafische Oberfläche, dann geht Fedora so vor, dass neu gebootet wird und dann früh im Systemstart die Aktualisierungen heruntergeladen und installiert werden. Nun bringt der Button »Neu starten und installieren« aber die Meldung, dass noch ein User angemeldet ist - logisch, wer hätte sonst das Update starten sollen? Nachdem man das quittiert hat, kann man allerdings fortsetzen. Doch solche Dinge zeigen, dass dieser Update-Mechanismus in keinster Weise durchdacht ist. Das größte Problem dabei ist natürlich, dass kein Update mehr im Hintergrund möglich ist. Wie man es richtig macht, zeigt der KDE-Spin, wo hunderte Pakete im Hintergrund installiert wurden und es komplett dem Benutzer überlassen bleibt, ob und wann er einmal neu bootet. Natürlich kann es in seltenen Fällen einmal passieren, dass man ein Programm in einem inkonsistenten Zustand startet. Das ist aber immer noch tausendmal besser als ein Windows-ähnliches Verhalten.

Plasma Discover: Startseite

Hans-Joachim Baader

Plasma Discover: Startseite

Detailseite

Hans-Joachim Baader

Detailseite

Paketquellen

Hans-Joachim Baader

Paketquellen

Fazit

Fedora 28 zeigt wie immer sehr schön den aktuellen Stand der Open-Source-Technologie. Das ist sicher gut für Entwickler, die die Technologien voranbringen wollen. Auch Administratoren, die eine Vorschau auf aktuelle Entwicklungen für Red Hat Enterprise Linux erkunden wollen oder die Verteilung von aktuellen Systemständen automatisiert haben, sind mit Fedora gut bedient. Alle anderen sollten abwägen, ob Fedora zuviel Instabilität einführt. Denn Stabilität bedeutet nicht nur, dass die Software einwandfrei funktioniert, sondern auch, dass sie nicht dauernd Versionswechsel macht, die neue Konfigurationsformate, eine andere Oberfläche oder andere einschneidende Änderungen mitbringen.

In diesem Zusammenhang sind die neuen modularen Repositorien eine vielversprechende Idee. Die Implementation scheint zwar noch nicht ausgereift und die Zahl der Module noch gering, aber das dürfte sich bald ändern. Diese Neuerung hat das Potential, Fedora für Entwickler und andere Benutzergruppen noch attraktiver zu machen.

Abgesehen von leichten Schwächen im Multimedia-Bereich gibt es an Fedora 28 kaum etwas zu mäkeln, die fast schon traditionell vorhandenen Ungereimtheiten einer frischen Fedora-Installation sind dieses Mal ausgeblieben. Ein paar Probleme gab es zwar, die teilweise schon ein Jahr oder länger bestehen, keines davon ist jedoch fatal.

Wayland macht allmählich Boden gegenüber X11 gut. Unter Gnome, dem einzigen Desktop, unter dem es zu testen war, funktionierte es problemlos. Die beiden hauptsächlichen Vorteile von Wayland im Vergleich zu X11, höhere Geschwindigkeit beim Compositing und höhere Sicherheit durch bessere Isolation der Anwendungen gegeneinander, werden vielleicht nicht von jedem benötigt, so dass X11 noch lange seine Existenzberechtigung behält. Doch klar ist, dass der größte Teil der Entwicklung jetzt schon und auch künftig in Wayland einfließt.

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