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Do, 14. Juni 2018, 15:00

OpenSuse Leap 15

Zweieinhalb Jahre ist es her, dass die von der Gemeinschaft erstellte OpenSuse-Distribution eine Häutung durchlief und mit OpenSuse Leap 42 eine neue Generation des Produktes erschien. Nun liefern die Entwickler die Version 15 aus und versprechen, das Produkt - dem Versionssprung gemäß - modernisiert und verbessert zu haben. Pro-Linux schaute sich deshalb die neue Hauptversion eine Zeit lang an und testete sie in einer produktiven Umgebung.

Einführung

OpenSuse

Mit der Version 15 von OpenSuse erscheint nun erstmals keine direkte Aktualisierung der vor knapp zweieinhalb Jahren angekündigten Leap-Ausgabe, sondern eine neue Hauptversion – samt einer neuen Nomenklatur. Gemäß des Mottos des Namens springt nun OpenSuse von der Version 42 nun dieses Mal rückwärts auf die Version 15. Ganz unbegründet ist die Änderung allerdings nicht. Bereits in der Vergangenheit stellte das Team klar, dass sie durchaus Sinn ergibt.

Nachdem die vor Leap veröffentlichte Version die Nummer 13.2 trug, sollte mit Leap 42 eine Abgrenzung zu der alten Vorgehensweise erfolgen. Da OpenSuse allerdings weiterhin auf Suse Linux Enterprise (SLE) basierte, entschied man sich die Suse-Version als Vorlage zu nehmen und 30 zu addieren, womit die erste Leap-Version die »42« war. Mit der nun erfolgten Freigabe einer neuen Hauptversion kehrt die Distribution nun wieder auf die frühere Nomenklatur zurück und passt den Namen dem Enterprise-Unterbau an, denn dieser liegt nun in der Version 15 vor. Erscheint nach knapp einem Jahr mit SLE 15 SP1 eine Aktualisierung der Enterprise-Variante, wird auch die OpenSuse Version auf 15.1 erhöht.

Lieferumfang

Mittlerweile gehört es zum guten Ton jedes Distributors, das eigene Produkt in verschiedenen Editionen auszuliefern. So kommt auch OpenSuse Leap 15 in der aktuellen Version in mehreren Varianten. Neben einer 4,7 GB großen DVD, die die Mehrzahl der verfügbaren Pakete in sich vereint und deshalb auf der Festplatte installiert werden sollte, bietet der Distributor auch dieses Mal ein kleineres Abbild für eine Netzwerkinstallation zum Download an. Zudem kommen noch dedizierte Versionen mit Gnome- und KDE-Desktops, die in Form von Live-Abbildern vertrieben werden und je eine Größe von rund 1 GB haben.

OpenSuse liefert auf der bereitgestellten DVD auch mit der Version 15 einen gewohnt großen Umfang an Paketen, der sich allerdings auf freie Software beschränkt. Anwender, die auch proprietäre Zugaben wünschen, müssen diese aus einem Online-Verzeichnis explizit installieren. Diese Unterteilung wurde bereits in OpenSuse 11.1 eingeführt und soll es sowohl Entwicklern als auch Drittherstellern erleichtern, auf die Basisdistribution aufbauende, freie Produkte zu erstellen.

Die Softwareausstattung selbst ist üppig ausgefallen. Zur Grundausstattung gehören neben dem Basissystem diverse Desktops, Server und Tools. Einen weiteren Anteil an Software liefert eine Einrichtung, die durch Suse betrieben wird und direkt in OpenSuse eingebunden werden kann – der Open Build Service (OBS). Der Dienst gibt dem Anwender die Möglichkeit, Pakete für die OpenSuse-Distribution oder auch für andere Distributionen zu erstellen und beinhaltet einen schier unerschöpflichen Fundus an Anwendungen, Bibliotheken und Werkzeugen. So gibt es gefühlt kaum eine Anwendung – mag sie noch so klein oder ungewöhnlich sein – die nicht innerhalb des Dienstes durch andere Nutzer erstellt und bereitgestellt wurde.

Aufgrund der veränderten Basis erfolgte auch eine Anpassung des Supportzeitraums. Während die Leap 42-Version aller Voraussicht nach nur noch knapp sieben Monate mit Aktualisierungen versorgt und Ende Januar 2019 endgültig eingestampft wird, stellt die neue Version die aktuell langfristig gepflegte Version dar, die über mehrere Jahre – mindestens drei - mit Updates versorgt wird.

Der erste Start

Wie es sich für eine moderne Linux-Distribution gehört, bereitet auch die Installation der aktuellen OpenSuse keine Probleme und das Booten des Installationssystems klappte bei allen unseren Systemen erwartungsgemäß problemlos. Funktionell gesehen unterlag die Auswahl der möglichen Installationsmethoden keinerlei Änderung und gleicht der Installation von OpenSuse Leap 42.3. So bietet OpenSuse immer noch eine automatische Installation wahlweise mit deaktiviertem ACPI oder in einer sicheren Umgebung, eine manuelle Installation, Rettungssystem oder Speicher- oder Firmwaretest zur Auswahl an. Darüber hinaus lassen sich bereits beim ersten Booten der DVD die Sprache und die zu verwendende Auflösung bestimmen.

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