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Do, 12. Juli 2018, 15:00

Univention Corporate Server als Heimserver

Daten in der Cloud abzulegen, birgt immer das Risiko, dass man die Kontrolle über sie verliert. Ein eigenener Server mit Linux ist die bessere Alternative. Der freie Univention Corporate Server macht es leicht, solch einen Server einzurichten und die benötigten Anwendungen zu installieren.

Haben Sie jemals gedacht: »Es ist genug! Ich möchte endlich meinen eigenen robusten, leistungsstarken Server zu Hause betreiben, um der permanenten Bedrohung, dass jemand meine wertvollen Daten hacken könnte, ein Ende zu bereiten«?

Ich hatte oft darüber nachgedacht und mir letztendlich tatsächlich einen eigenen Home Server mit UCS installiert. Wie ich das getan habe und welche einzelnen Schritte dafür notwendig waren, möchte ich hier mit Ihnen teilen. Zusätzlich zu UCS enthält mein Heimserver-Szenario auch ein Software-Paket, das Software für Groupware, Mail und Dateiaustausch bereitstellt. Konkret besteht es aus ownCloud und den Kopano-Apps. Sie können anstatt von ownCloud auch Nextcloud verwenden, da dieses genauso einfach in UCS installiert werden kann. Dieses Gesamtpaket macht sogar, falls Sie dies wünschen, proprietäre Mail- und Groupware-Lösungen überflüssig. Außerdem zeige ich Ihnen, wie Sie Let's Encrypt installieren, sodass die Verbindungen zu Ihrem UCS-Server ebenfalls immer bestens geschützt sind.

Erste Frage: Wo betreibe ich den Server?

Privatanwender haben grundsätzlich die gleichen Optionen wie Unternehmen: auf der eigenen Hardware, im eigenen »Rechenzentrum« (oder Abstellraum), auf einem angemieteten System z.B. als »Root-Server« oder bei einem Cloud Service Provider. Für eine Entscheidung sollte man sich kurz über die eigenen Anwendungsfälle Gedanken machen.

Mieten oder nicht mieten?

Ein angemietetes System hat keine initialen Anschaffungskosten und meist auch keine relevante Beschränkung in der Bandbreite. Wahrscheinlich lässt es sich bei Bedarf auch erweitern. So ein System bietet sich an, wenn viele Zugriffe von unterschiedlichen Standorten erfolgen, z.B. weil die Mitglieder eines Vereins es gemeinsam nutzen.

Eigenes Netzwerk: Was gibt es zu bedenken?

Ein eigenes System im eigenen Netz bietet nicht nur die volle Kontrolle über die eigenen Daten, sondern unterstützt auch zusätzliche Anwendungsfälle (z.B. als klassischer File-Server oder zum Streaming von Musik und Video an lokale Wiedergabegeräte). Beim Zugriff von außen ist aber oft die Abhängigkeit vom privaten Internet-Anschluss ein Flaschenhals: auch bei aktuellen VDSL-Anschlüssen ist die Upload-Kapazität meist verhältnismäßig gering. Einige Internetprovider unterstützen den Zugriff von außen auch überhaupt nicht – im Zweifel sollte man also erst Tests durchführen, bevor Geld in neue Hardware investiert wird.

Die im Folgenden beschriebenen Schritte funktionieren grundsätzlich mit beiden Varianten.

Welche Hardware ist erforderlich?

UCS selbst hat übersichtliche Ansprüche an die Hardware, wodurch die Auswahl möglicher Systeme sehr groß wird. Grundsätzlich kann sich auch ältere Desktop-Hardware eignen – was bei einem rund um die Uhr laufenden System aber oft Nachteile bei Zuverlässigkeit und Stromverbrauch mit sich bringt. Wer in ein neues System investieren will, findet verschiedene Hersteller, die Hardware für dieses Segment kleiner 24/7 tauglicher Systeme (oft als »SOHO NAS« bezeichet) anbieten. Beispiele sind die HP-Systeme der »Microserver« Linie oder die Low Energy Server von Thomas-Krenn.

Dimensionierung – abhängig vom Anwendungszweck

Als nächstes stellt sich die Frage nach der Dimensionierung. Das hier vorgestellte Setup läuft problemlos auf einem System mit kleinerer CPU und 4 GB RAM. Entscheidend ist nur die Zahl der gleichzeitigen Zugriffe – steigt die Zahl der Nutzer oder Anwendungen, wird es irgendwann Bedarf für mehr »Wumms« geben. Cloud-Angebote lassen sich dann einfach erweitern. Beim Kauf lohnt es sich, gleich auf 8 oder 16 GB RAM und eine CPU mit mindestens vier Kernen zu setzen.

Der für UCS selbst benötigte Festplattenspeicher kann vernachlässigt werden – mit 10 GB ist das Betriebssystem langfristig versorgt. Entscheidend ist auch hier der Anwendungszweck, vor allem aber die Menge der Daten, die auf dem System gespeichert werden sollen. Bei der Anschaffung von Hardware sollte man sich außerdem Gedanken über die Absicherung durch gespiegelte Platten (RAID) machen. Hinweise dazu gibt es auch in den unten verlinkten How-Tos von Debian.

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