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Do, 6. Dezember 2018, 15:00

Fedora 29

Youtube-Video in Firefox

Hans-Joachim Baader

Youtube-Video in Firefox

Multimedia im Browser und auf dem Desktop

Wegen der Softwarepatente in den USA kann Fedora, ebenso wie die meisten anderen Distributionen, nur wenige Medienformate abspielen, da es viele benötigte Codecs nicht mitliefern kann. MP3, Ogg und FLAC sind problemlos, doch viele andere patentbehaftete Formate sind weiter nur über externe Quellen zu beziehen. Am einfachsten geht das mit der Webseite RPM Fusion. Sie bietet zusätzliche Repositorien, die man leicht hinzufügen kann. Die Installation sollte prinzipiell mit Firefox funktionieren. Während sie unter Gnome tatsächlich reibungslos klappte, versagte KDE ein weiteres Mal. Bei der Installation lieferte Plasma Discover eine Meldung, dass der PGP-Schlüssel nicht verifiziert werden konnte. Sonst nichts. Die einzige gefundene Abhilfe war, die RPM-Dateien herunterzuladen und manuell zu installieren.

Das Multimediasystem GStreamer hat keine nennenswerten Veränderungen erfahren. Nach wie vor sind die Version 1.14 und die alte Version 0.10 verfügbar. Installiert wird standardmäßig nur Version 1.14. Die meisten Player bieten bekanntlich die Option an, über die Paketverwaltung nach passenden Plugins zu suchen. Der einzige Mangel ist, dass man meist die Anwendung neu starten muss, nachdem ein Plugin installiert wurde. Wer sich auskennt, kann auch alle benötigten Codec-Pakete von Hand installieren. Sie sind sämtlich in Form von GStreamer-Plugins von RPM Fusion zu beziehen. Da dieses Mal bereits die Codec-Sammlungen »plugins-bad-free« und »plugins-ugly-free« vorinstalliert sind, benötigt man meist nur »plugins-ugly« und vor allem das LibAV-Plugin (gstreamer1-libav).

Youtube-Video in Firefox unter KDE

Hans-Joachim Baader

Youtube-Video in Firefox unter KDE

Die Standard-Player für Audio und Video sind unter Gnome Rhythmbox und »Videos«, früher »Totem« genannt. Unter KDE sind es dieses Mal JuK und Dragonplayer. Auf der Gnome-Seite gab es beim Abspielen einen Punkt zu beanstanden. Totem war nicht in der Lage, Videos auf Vollbildgröße zu zoomen, es zeigte lediglich einen Ausschnitt. Andere Player zeigten dieses Problem nicht. Es tritt zumindest unter Wayland auf; ob es neu ist oder auch schon in Fedora 28 bestand, ist nicht ganz klar. Im Gegensatz dazu funktionierte Rhythmbox einwandfrei, die unter Ubuntu beobachteten Probleme gab es hier nicht.

Klickt man unter KDE auf eine Audio-Datei, erscheint lediglich der Dialog zum Suchen einer passenden Anwendung, da die Entwickler offensichtlich vergessen haben, ein Standardprogramm für Audio festzulegen. JuK ist in der Lage, die getesteten Audio-Dateien abzuspielen, aber natürlich kann sich jeder Benutzer für einen der zahlreichen anderen erhältlichen Audioplayer entscheiden. Dragonplayer konnte alle getesteten Videos abspielen. Das macht aus Dragonplayer aber noch lange keinen guten Player, so ist er beispielsweise nicht in der Lage, das Video auf die Bildschirmgröße zu skalieren. Es ist wie immer ratsam, stattdessen bewährte Programme wie (S)MPlayer, VLC oder Xine zu installieren, die auch viel mehr Funktionalität aufweisen. Auch wenn diese noch einige hundert Megabyte an zusätzlichen Paketen nachinstallieren, ist das keinesfalls ein Schaden.

Das Thema Flash kann man mittlerweile ganz entspannt sehen. Die meisten Web-Videos sind in anderen Formaten kodiert und lassen sich problemlos ansehen. Neuentwicklungen mit Flash sind verpönt, und die Zahl der Webseiten, die Flash einsetzen, sinkt. Das heißt aber natürlich nicht, dass alle Flash-Videos jetzt einfach so verschwinden. Es wird sicher noch viele Jahre lang Flash-Videos im Web geben.

Während die proprietären Webbrowser meist einen eingebauten Flash-Player mitbringen, liefert Fedora die freien Webbrowser ohne Flash-Plugin aus. Da aber zum Beispiel Firefox über GStreamer alles abspielen kann, wofür Plugins installiert sind, also auch Flash, ist es auch meist nicht nötig. Wenn eine Webseite explizit das Adobe-Flash-Plugin benötigt, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man installiert das »freshplayerplugin« von RPMFusion für Firefox, das das PPAPI-Plugin mitbringt. Oder man verzichtet auf das »freshplayerplugin« und installiert das NPAPI-Plugin, des man von der Adobe-Seite herunterladen kann.

Kommentare (Insgesamt: 10 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: dnf update (Sudo, Fr, 7. Dezember 2018)
Eingehender Test (kamomeumidori, Fr, 7. Dezember 2018)
Re: dnf update (blablabla233, Fr, 7. Dezember 2018)
Re: ...nicht mehr stabil... (hjb, Fr, 7. Dezember 2018)
...nicht mehr stabil... (mleile, Fr, 7. Dezember 2018)
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