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Do, 6. Dezember 2018, 15:00

Fedora 29

Startseite von Gnome-Software

Hans-Joachim Baader

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Paketverwaltung und Updates

Die Paketverwaltung von Fedora ist an der Kommandozeile mit DNF, dem Nachfolger von YUM, dessen Bedienung fast komplett kompatibel mit YUM ist. DNF wurde auf Version 4 aktualisiert, die eine neue Abhängigkeitsauflösung für Module und Unterstützung für Plattform-Pseudo-Module mitbringt. Wegen dieser Änderungen sind Regressionen nicht komplett ausgeschlossen, im Test tat er jedoch seinen Dienst und lief ohne Probleme.

Bei der grafischen Software-Verwaltung ist die »Software«-Anwendung seit Fedora 20 das Zentrum für Anwender, die zusätzliche Pakete für ihr System suchen. Beim ersten Start stellt das Programm die Frage, ob Softwarequellen (Repositorien) von Drittanbietern eingebunden werden sollen. Diese enthalten in den meisten Fällen proprietäre Software, die dort als RPM vorliegt und somit leichter installiert werden kann. Welche Option man auch wählt, die Repositorien lassen sich jederzeit wieder ändern, was mittlerweile auch in der »Software«-Anwendung selbst geht. Dennoch kann das Programm die Kommandozeilenprogramme nicht vollständig ersetzen, denn viele RPM-Pakete wie zum Beispiel Bibliotheken werden gar nicht angezeigt.

Unter KDE kommt Plasma Discover zum Einsatz. Es übernimmt die komplette Software-Verwaltung und ermöglicht auch, nach Erweiterungen für Plasma und viele Programme zu suchen. Aber auch hier gilt: Will man Bibliotheken installieren, die nicht automatisch über eine Abhängigkeit installiert werden, muss man das auf der Kommandozeile tun. Bis auf das Versagen beim Installieren der RPM Fusion-Repositorien arbeitet das Programm aber recht ordentlich.

Die gesamte Paketverwaltung baut unter Gnome und KDE grundsätzlich auf PackageKit auf. Während er aktiv ist, kann der PackageKit-Daemon hunderte Megabytes Speicher belegen. Nach einer gewissen Zeit der Inaktivität beendet er sich allerdings.

Anwendungs-Angebot in Plasma Discover

Hans-Joachim Baader

Anwendungs-Angebot in Plasma Discover

Wie schon früher ist unter Gnome eine Diskrepanz zwischen den aktualisierbaren Paketen, die in Gnome Software angezeigt werden, und den von DNF tatsächlich aktualisierten Paketen zu beobachten. Dies resultiert daraus, dass der größte Teil der Aktualisierungen in Gnome Software unter »Betriebssystemaktualisierungen« zusammengefasst ist. Anders als an der Kommandozeile lässt sich dabei nichts selektiv aktualisieren.

Wählt man den Aktualisierungsweg über die grafische Oberfläche, dann geht Fedora so vor, dass neu gebootet wird und dann früh im Systemstart die Aktualisierungen heruntergeladen und installiert werden. Ich würde nach wie vor keinesfalls diesen Weg wählen, sondern einfach an der Kommandozeile dnf update ausführen.

Fazit

Fedora 29 ist wie immer auf der Höhe der Zeit und hat mit den Modulen eine Neuerung im Gepäck, die eine relativ einfache Lösung für die schon lange bekannten Probleme mit Paketen verspricht. Wie an der Betaversion schon zu sehen ist, wird die Lösung auch in Red Hat Enterprise Linux 8 einziehen, vielleicht macht sie ja auch bei anderen Distributionen Schule. Allerdings sind Module in Fedora 29 noch keinesfalls ausgereift, wie man schon an der fehlenden Unterstützung in libdnf sieht.

Fedora bleibt auch Vorreiter - und nahezu einziger Anwender - von Wayland. Unter Gnome, dem einzigen Desktop, unter dem es zu testen war, funktionierte Wayland nahezu problemlos. Die beiden hauptsächlichen Vorteile von Wayland im Vergleich zu X11, höhere Geschwindigkeit beim Compositing und höhere Sicherheit durch bessere Isolation der Anwendungen gegeneinander, werden vielleicht nicht von jedem benötigt, so dass X11 noch lange seine Existenzberechtigung behält. Doch klar ist, dass der größte Teil der Entwicklung jetzt schon und auch künftig in Wayland einfließt.

Insgesamt bleibt es natürlich weitgehend dabei: Fedora ist gut für alle, die einen aktuellen Stand der Open-Source-Technologien einsetzen wollen, beispielsweise die Entwickler, die die Technologien voranbringen wollen. Auch Administratoren, die eine Vorschau auf aktuelle Entwicklungen für Red Hat Enterprise Linux erkunden wollen oder die Verteilung von aktuellen Systemständen automatisiert haben, sind mit Fedora gut bedient. Alle anderen sollten abwägen, ob Fedora zuviel Instabilität einführt. Denn Stabilität bedeutet nicht nur, dass die Software einwandfrei funktioniert, sondern auch, dass sie nicht dauernd Versionswechsel macht, die neue Konfigurationsformate, eine andere Oberfläche oder andere einschneidende Änderungen mitbringen. Eine Abhilfe ist durch das Modulsystem in Sicht - aber noch nicht in dieser Version.

  • Das Werk darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes müssen unter den gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Der Name des Autors/Rechteinhabers muss in der von ihm festgelegten Weise genannt werden.

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Kommentare (Insgesamt: 10 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: dnf update (Sudo, Fr, 7. Dezember 2018)
Eingehender Test (kamomeumidori, Fr, 7. Dezember 2018)
Re: dnf update (blablabla233, Fr, 7. Dezember 2018)
Re: ...nicht mehr stabil... (hjb, Fr, 7. Dezember 2018)
...nicht mehr stabil... (mleile, Fr, 7. Dezember 2018)
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