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Di, 16. April 2019, 15:00

Open Source im Dienst der Gesellschaft

Die Initiative »Public Money, Public Code« setzt sich dafür ein, dass Software, die mit öffentlichen Geldern finanziert wird, unter Open Source-Lizenzen entwickelt wird. Der Einsatz von quelloffener Software im öffentlichen Sektor hat tatsächlich viele Vorteile.

Mario Ester

SUSE

Mario Ester

Ohne Open Source-Software sähe unsere Welt anders aus: Schnell auf dem Android-Smartphone einen Wikipedia-Artikel lesen wäre dann nicht möglich, und auch Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz oder das Internet der Dinge setzen weitestgehend auf Open Source. Quelloffene Software fördert Innovation, da in Projekten Entwickler und Unternehmen aus aller Welt zusammenarbeiten und ihr Wissen teilen – auch wenn sie eigentlich Wettbewerber sind. Wird Wissen hingegen unter Verschluss gehalten, verhindert das Innovation.

Wir sollten nun annehmen, dass Staaten heute auf die freie Zirkulation von Wissen setzen und alles zur Förderung von Innovation unternehmen. Zumindest was den Software-Code angeht, ist das aber nicht ganz der Fall. Warum also sollte öffentlich finanzierte Software nicht auch öffentlich zugänglich und verwendbar sein. Aus Steuern finanzierte Straßen, Parks und Bäder sind für alle zugänglich – so weit, so logisch. Bei Software, die aus Steuergeldern finanziert wird, stehen wir aber vor einer anderen Situation. Dabei sollte doch gerade die öffentliche Hand eine Leuchtturmfunktion für innovative Open Source-Software wahrnehmen.

In Behörden, Universitäten und Verwaltungen wird weitgehend auf proprietäre Software gesetzt. Mehrere Gründe sprechen deutlich für eine Verwendung von Open Source-Software. Der erste ist ideeller Natur: Wird die Entwicklung von Software Code öffentlich finanziert, sollte dieser auch allen zur Verfügung stehen – ähnlich wie bei öffentlicher Infrastruktur. Das ist eine der Forderungen der Initiative Public Money, Public Code, die wir bei SUSE als Anbieter von Open Source-Software unterstützen.

Daneben haben Open Source-Anwendungen für die öffentliche Hand aber auch praktische Vorteile. Wenn bei der Neuentwicklung von Programmen auf bestehenden offenen Code zugegriffen werden kann, spart das Steuergelder. Klare Vorteile zeigen sich auch beim Thema Datenschutz: Wenn Code für jeden einsehbar ist, lässt sich auch leicht nachvollziehen, wer diese Daten nutzt. Anbieter proprietärer Software legen dies für gewöhnlich nicht offen oder versuchen sich Nutzungsrechte an den Daten vorzubehalten. Komplizierte und teure Lizenzierungsmodelle erschweren außerdem die Skalierung von Anwendungen. Mit Open Source hingegen können Software oder Anwendungsbausteine, die sich an einem Ort bewährt haben, anderswo ohne zusätzliche Kosten eingesetzt werden. Egal ob öffentliche Hand, Wirtschaft oder Konsumenten: sie alle profitieren von Open Source-Software durch eine Vielfalt an Technologien und Produkten.

Es spricht also alles dafür, dass auch bei Software gelten sollte: Was öffentlich finanziert wurde, muss Allen gehören.

Autoreninformation

Mario Ester ist Director Public & Territory Sales Germany bei SUSE.

Kommentare (Insgesamt: 9 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: ??? (.. nicht so wirklich richtig:, Mo, 29. April 2019)
Re: ??? (Schneiders Liesel, Fr, 19. April 2019)
Re: Logik (Janko Weber, Do, 18. April 2019)
??? (Janko Weber, Do, 18. April 2019)
Logik (Eser, Do, 18. April 2019)
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