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Do, 2. Mai 2019, 15:00

Streifzug durch Ubuntu 19.04

Youtube-Video

Hans-Joachim Baader

Youtube-Video

Multimedia im Browser und auf dem Desktop

Im Multimedia-Bereich wurden ein paar lange bestehende Probleme endlich behoben. Durch den Verfall der MP3-Patente lassen sich nun MP3-Dateien ohne weiteres Zutun abspielen. Anders ist es bei Video: Wie immer muss man zum Abspielen der meisten Video-Formate zuerst das passende Plugin installieren. Viele Anwendungen sind in der Lage, die Installation selbst anzustoßen. Sie zeigen es in einer Dialogbox an, wenn ein zusätzliches Plugin benötigt wird. Diese sucht nach passenden GStreamer-Plugins, schlägt sie zur Installation vor und kann sie anschließend installieren. Wie schon in Ubuntu 18.10 und auch schon zuvor wird eine Suche in Gnome Software angestoßen, die erfolglos bleibt. Also muss man die Plugins von Hand über die Paketverwaltung installieren. Benötigt werden die Pakete gstreamer1.0-plugins-ugly, gstreamer1.0-plugins-bad und gstreamer1.0-libav. GStreamer liegt in Version 1.15.90 vor, einer Vorabversion des zu Ostern veröffentlichten GStreamer 1.16 mit diversen neuen Funktionen und Verbesserungen der Geschwindigkeit. Die Installation der drei Pakete zieht die Installation von rund einhundert weiteren Bibliothekspaketen nach sich.

Rhythmbox, das Gnome-Programm für die Wiedergabe von Musikdateien, wurde endlich repariert und funktionierte nun korrekt. Das Programm hat nun sogar wieder einen Menüpunkt zum Beenden, der dann auch das Abspielen der Dateien beendet. Beendet man Rhythmbox dagegen mit dem Schließen-Button im Fensterrahmen, läuft der Sound weiter.

OpenH264 ist in Firefox als Plugin vorinstalliert und aktiviert, um WebRTC zu ermöglichen. Der eigentliche Plugin-Code wird erst beim ersten Start von Firefox heruntergeladen. Diese Vorgehensweise hat ihre Ursache darin, dass Cisco, von dem der Code stammt, nur für das binäre Plugin die angefallenen Patentlizenzen bezahlt hat. Der Quellcode des Moduls ist unter der BSD-Lizenz verfügbar, allerdings von der Patentlizenz nicht abgedeckt. Da Mozilla das proprietäre Modul nicht in den freien Browser stecken will, resultierte die Download-Lösung. Weitere Erweiterungen oder Plugins sind nicht vorinstalliert.

OpenH264-Plugin in Firefox in Kubuntu 19.04

Hans-Joachim Baader

OpenH264-Plugin in Firefox in Kubuntu 19.04

Das Thema Flash kann man mittlerweile ganz entspannt sehen. Die meisten Web-Videos sind in anderen Formaten kodiert und lassen sich problemlos ansehen. Neuentwicklungen mit Flash sind verpönt, und die Zahl der Webseiten, die Flash einsetzen, sinkt. Das heißt aber natürlich nicht, dass alle Flash-Videos jetzt einfach so verschwinden. Es wird sicher noch viele Jahre lang Flash-Videos im Web geben. Während die proprietären Webbrowser meist einen eingebauten Flash-Player mitbringen, liefert Ubuntu die freien Webbrowser ohne Flash-Plugin aus. Da aber zum Beispiel Firefox über GStreamer alles abspielen kann, wofür Plugins installiert sind, also auch Flash, ist es auch meist nicht nötig. Wenn eine Webseite explizit das Adobe-Flash-Plugin benötigt, kann man es mit dem Paket flashplugin-installer installieren. Dieses installiert eine von Adobe speziell bereitgestellte Version 32.0.

Beim Abspielen von Videos ist unter KDE die Geschwindigkeit weiterhin auch ohne 3D-Hardware akzeptabel. Dank VLC ist es nicht nötig, GStreamer-Plugins nachzuinstallieren, die Medien laufen auch so. Standardmäßig wird VLC auch aufgerufen, wenn man eine Audio-Datei doppelklickt, trotz des installierten Cantata. Aber Cantata ist ja eben kein Musik-Player, sondern lediglich ein Frontend für MPD. Die Einrichtung von Cantata ist einfach, und es ist ein durchaus nettes Programm. Das einzige Problem ist, dass man die Musikdateien in den Musikordner von mpd legen muss. Leider bietet Cantata keine Hilfen dafür, so dass die Benutzer hier ganz auf sich selbst gestellt sind und sich mit mpd und dem möglichen Umorganisieren ihrer Musiksammlung befassen müssen - Verschieben oder Verlinken ihrer Dateien in den mpd-Musikordner zum Beispiel.

Fazit

Ubuntu 19.04 bringt keine bemerkenswerten Neuerungen, aktualisiert aber natürlich das System so weitgehend wie es möglich war. Alles ist auf dem neuesten Stand, vom Kernel über die Basisbibliotheken und Desktops zu den Anwendungen. Man könnte sagen, Ubuntu bleibt auf Kurs, und der ist im Moment ziemlich geradlinig. Wer also gerne aktuelle Software einsetzen möchte und kein Problem damit hat, in einem halben Jahr wieder zu aktualisieren, kann Ubuntu 19.04 genauso gut wie 18.04 einsetzen. Alles, was mit Snap, Flatpak und Wayland zu tun hat, würde ich zwar weiterhin als Baustelle bezeichnen, aber man muss es ja nicht nutzen.

Insgesamt scheint Ubuntu 19.04 noch etwas runder und flinker als 18.10 zu laufen. Diverse Probleme wurden behoben, diverse andere Dinge sind weiter zu bemängeln. Kritisieren könnte man wie schon so oft in den letzten Jahren die eine oder andere vorgegebene Einstellung, die Daten an Anbieter (Canonical selbst, Mozilla oder andere) sendet. Die Optionen, dies abzustellen und seine Privatsphäre zu stärken, sind aber da, sie müssen nur genutzt werden. Dasselbe gilt eigentlich für jede Einstellung oder Anwendung, die einem nicht gefällt. So gibt Ubuntu 19.04 angenehm wenig Anlass zu Beschwerden.

  • Das Werk darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes müssen unter den gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Der Name des Autors/Rechteinhabers muss in der von ihm festgelegten Weise genannt werden.

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Kommentare (Insgesamt: 32 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: unattended-upgrades (Moinsen, Do, 9. Mai 2019)
Re: unattended-upgrades (Tamaskan, Do, 9. Mai 2019)
Re[2]: Sodbrennen (Tamaskan, Do, 9. Mai 2019)
Re[7]: Sodbrennen (Moinsen, Di, 7. Mai 2019)
Re[6]: Sodbrennen (Funker Hornsby, Mo, 6. Mai 2019)
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