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Do, 23. Mai 2019, 15:00

Reif für die Insel - Tropico 6 unter Linux im Test

Bernd Ritter

Leistung

War Tropico 5 auf den höchsten Einstellungen noch moderat fordernd zur Hardware, schlägt Tropico 6 deutlich andere Töne an. Das wird schon deutlich, wenn man sich die Systemanforderungen anschaut:

Tropico 6 fordert mindestens eine GTX 750 oder Radeon HD 7870 auf einer 3 GHz Dual-Core-CPU mit 8 GB RAM und übertrumpft damit bei weitem die empfohlenen Hardwareanforderungen des Vorgängers (GeForce 500 oder Radeon HD 5000, 2 GHz Dual-Core-CPU mit 4 GB RAM). Empfohlene Systemanforderungen gibt es für Linux nicht, für die Windows-Version werden hingegen eine 3,3 GHz Quad-Core-CPU mit 16 GB RAM und einer Radeon-R9-380- oder Geforce-GTX-960-Grafikkarte empfohlen.

Getestet wurde zum einen auf einem AMD Ryzen 7 1800X (bis 4 GHz), 32 GB RAM und der empfohlenen Geforce GTX 960 mit 4 GB Videospeicher. In der Grafik-Voreinstellung »Hoch« spielt sich das Spiel angenehm, erreicht aber auch nicht wirklich hohe Frameraten. Ruckler oder Hänger gab es bei der Einstellung jedoch nie.

Selbst auf einem Ryzen 7 1700 (@3,8GHz), 32 GB RAM gepaart mit einer GTX 1080 waren auf den höchsten Einstellungen keine stabilen 60 FPS möglich (1920x1080). Besserung gibt es beim Herabsetzen der Grafikeinstellungen, allerdings auch nur bis zu einem gewissen Grad, denn selbst auf den allerniedrigsten Einstellungen gibt sich das Spiel äußerst hardwarehungrig. Besonders beim Herauszoomen fallen die FPS drastisch ab, hier gibt es noch eine Menge Optimierungspotenzial. Man erinnere sich nur an die nachträglichen Performance-Optimierungen bei XCOM 2, das auf der Vorgänger-Engine Unreal Engine 3 basiert und mit deutlichem Stocken zu kämpfen hatte.

Grundsätzlich war das Spiel durchweg spielbar und harte Ruckler waren nicht zu verzeichnen.

Multiplayer

Wie schon der Vorgänger Tropico 5 bietet dieser Teil auch einen Multiplayer-Modus an. Das Finden der Mitspieler erfolgt über eine eigene Lobby, in der man öffentliche und private Spiele hosten kann. Der Multiplayer funktioniert auch crossplattform über Windows und Linux ohne Probleme oder Latenzen, Lags oder andere Synchronisationsprobleme. In der Lobby können auch verschiedene Startparameter eingestellt werden. Beispielsweise die Wahl der Insel, der maximalen Mitspieler und der Startkonditionen der jeweiligen Herrscher.

Man spielt dann auf einer oder mehreren Inseln, die es zu besiedeln gilt. Oftmals sind die interessanten Ressourcen auf den noch auszubauenden Inseln, auf die es zu expandieren gilt. Interaktionen zwischen den Spielern finden in erster Linie über die Piratenbucht usw. statt, später kommen dann noch Diplomatie und Verträge dazu. Auch ausgiebige Eroberungskriege können die Parteien dann gegeneinander führen.

Aktuell können Multiplayer-Partien noch nicht gespeichert werden, der Entwickler verspricht das alsbald nachzuliefern.

Kaufen

Tropico 6 kann für Linux in Steam oder im Humble Store als Steam-Key erworben werden. Einen Steam-Key bekommt man auch im Kalypso-Shop. GOG bietet gar kein Tropico 6 an, und auch den Vorgänger gibt es dort trotz vorhandener Linux-Version nur für Windows.

Das Spiel ist in einer normalen Edition für €49,99 und in einer »El Prez«-Edition für €54,99 erhältlich. Diese ist dann noch mit einigen digitalen Gadgets ausgestattet.

Fazit

Mit Tropico 6 ist dem »Tropico-Neuling« Limbic Entertainment und Kalypso Media ein herausragender Nachfolger mit ordentlichem Spielumfang und dem erhofftem Tropico-Feeling gelungen. Für alle, die bereits Tropico 3/4 oder die Zeitalter in Tropico 5 mochten, werden hier das Konzept noch deutlich vertieft erleben.

Besonders lobend muss das Krisenmanagement erwähnt werden. Schwierigkeiten im Entwicklungsprozess kann es immer geben. Daher ist es als äußerst professionell zu erachten, dass Kalypso hier lieber auf die Qualität und eine offene Kommunikation mit der Community geachtet hat, als auf den Releasetermin. In den FAQ wurden die bekannten Fehler (unter Linux) benannt und teilweise Workarounds angeboten. Die ersten Tage bis zum zweiten Patch waren noch an einigen Stellen etwas unrund, das wurde durch den zweiten Patch jedoch behoben. Abstürze hatten wir während unserer Spielzeit nie.

Wer Fan der Serie ist, kann hier zugreifen, Tropico 6 ist eine gelungene Erweiterung der Tropico-Reihe. Für tropicanische Frischlinge ist Tropico 6 ein bedenkenloser Einstieg.

Hinweis

Dieser Artikel stammt von Holarse Linux Gaming und wurde mit freundlicher Genehmigung übernommen. Der Originalartikel befindet sich hier.

  • Das Werk darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes sind erlaubt. Der Name des Autors/Rechteinhabers muss in der von ihm festgelegten Weise genannt werden. Dieses Werk bzw. dieser Inhalt darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden.

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