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Do, 6. Juni 2019, 15:00

Fedora 30

Gnome

Die Desktopumgebung von Fedora ist Gnome, jetzt in Version 3.32. Nach der Willkommen-Anwendung wird auch noch einmalig das Programm Gnome - Erste Schritte gestartet, das bei der Einarbeitung in Gnome helfen will.

Das neue Gnome enthält viele kleinere Verbesserungen und die Oberfläche soll schneller sein. Die Icons wurden überarbeitet und das Adwaita-Theme erhielt kräftigere Farben. Das App-Menü in der oberen Bedienleiste wurde entfernt, Programme müssen nun wieder ihr eigenes Menü mitbringen.

Die Gnome-Einstellungen geben im neuen Abschnitt Anwendungen Kontrolle über die Berechtigungen sowie die verwendeten Ressourcen und Funktionen einer Anwendung. Auch die Sound-Konfiguration wurde verbessert. Eine abgestufte Skalierung soll die Darstellung auf großen Displays auf die optimale Größe bringen. So lässt sich die Darstellungsgröße zwischen 100 und 200 Prozent in Schritten von 25% variieren. Die noch als experimentell bezeichnete Funktion lässt sich derzeit nur in einer Wayland-Sitzung anwenden und muss erst aktiviert werden.

Wayland bleibt das standardmäßig verwendete Display-System. Der Gnome-Login-Manager hat drei Sitzungen vordefiniert, wobei neben Gnome unter Wayland wie bisher auch Gnome Classic und Gnome unter Xorg, also dem X11-System, wählbar sind. Letzteres ist auch die automatisch gewählte Ersatz-Option, falls Wayland nicht funktionieren sollte, beispielsweise mangels geeigneter Treiber. Gnome Classic ähnelt stark dem ursprünglichen Gnome 2-Design, beruht aber dennoch auf Gnome 3 und ein paar Plugins für die Gnome-Shell. Wirklich klassisch ist dort also nichts, wie man leicht an den Anwendungs-Menüs und dem Aussehen der Anwendungen generell sieht. Wer das wesentlich schlankere und effizientere echte klassische Gnome bevorzugt, sollte Mate installieren.

Wie schon zuvor ist Wayland optisch praktisch nicht von X11 zu unterscheiden. Bei der Funktionalität gab es ebenfalls nichts zu beanstanden, allerdings konnte sicher auch nicht alles, was an Funktionalität vorhanden sein sollte, geprüft werden.

Erster Aufruf von Gnome Software

Hans-Joachim Baader

Erster Aufruf von Gnome Software

Updates in Gnome Software

Hans-Joachim Baader

Updates in Gnome Software

Abgesehen von Firefox, Thunderbird, LibreOffice und etlichen Gnome-Programmen, die oftmals aber nur simple Funktionen bieten, sind kaum Anwendungen vorinstalliert. Verbessern kann man das über die grafische Software-Verwaltung. Beim ersten Start stellt das Programm die Frage, ob Softwarequellen (Repositorien) von Drittanbietern eingebunden werden sollen. Diese enthalten in den meisten Fällen proprietäre Software, die dort als RPM vorliegt und somit leichter installiert werden kann. Die Repositorien lassen sich innerhalb der »Software«-Anwendung auch verwalten. Dennoch kann das Programm die Kommandozeilenprogramme nicht vollständig ersetzen, denn viele RPM-Pakete wie zum Beispiel Bibliotheken werden gar nicht angezeigt.

Was allerdings mittlerweile möglich ist, ist die Installation einer Reihe von Erweiterungen - Codecs, Eingabemethoden, Lokalisierung, Schriftarten und eine beeindruckende Zahl von Erweiterungen für die Gnome-Shell, was das gnome-tweak-tool, auf Deutsch Optimierungswerkzeug, für viele Benutzer ersetzen dürfte.

Der Standard-Webbrowser unter Gnome ist Firefox. Da Fedora den Firefox-Veröffentlichungen immer schnell folgt, wird Firefox nicht lange bei der aktuellen Version 67 verweilen. Außer einem Plugin sind keine Erweiterungen vorinstalliert. Bei dem Plugin handelt es sich um OpenH264 von Cisco, das zunächst deaktiviert ist und von Hand aktiviert werden muss, wenn man es verwenden will.

LibreOffice meldet beim ersten Start, dass es zusätzliche Pakete benötigt. Folgt man der Benachrichtigung, stellt man fest, dass es sich hierbei im das deutsche Sprachpaket handelt, das man nun bequem über die Software-Verwaltung installieren kann. Außerdem werden offenbar erst zu diesem Zeitpunkt zusätzliche Schriftarten eingelesen, so dass man aufgefordert wird, die Software-Verwaltung neu zu starten. Aus Benutzersicht nicht die intelligenteste Lösung.

Der Speicherbedarf liegt nach dem Start bei sagenhaften 1 Gigabyte. Davon entfallen 270 MB auf den PackageKit-Daemon, der allerdings nach kurzer Laufzeit beendet wird. Damit werden dann nur noch 670 MB benötigt, der größte Teil davon allerdings von Daemonen, die zu Gnome dazugehören und die man entsprechend kaum los wird. Wer eine schlanke oder gar anpassbare Oberfläche sucht, ist bei Gnome falsch.

Die Gnome-Shell hat weiterhin die Anforderung einer Hardware-3D-Beschleunigung, um optimal zu laufen. Andernfalls muss sie auf ein Software-Rendering zurückgreifen, das zwar auf jeder Hardware läuft, aber gerade noch als benutzbar gelten kann. Videos beispielsweise verzögerungsfrei abzuspielen, ist auf diese Weise schwer. Hardware oder Emulatoren zu finden, die keine Hardware-3D-Beschleunigung bieten, ist mittlerweile allerdings genauso schwer.

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