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Do, 27. Juni 2019, 15:00

Red Hat Enterprise Linux 8

Serversystem

Installation eines Druckers

Mirko Lindner

Installation eines Druckers

Der wohl gängigste Einsatzzweck der Distribution wird der Server sein – sei es wegen des langen Supportzeitraums oder des Fokus auf Stabilität. Faktisch gesehen, spielt es keine Rolle, welche Art der Server der Kunde dabei wünscht – das neue Produkt von Red Hat will diesen Wunsch mit großer Wahrscheinlichkeit erfüllen können. Was das bedeutet, hat das Unternehmen bei der Vorstellung der neuen Distribution klar gemacht: RHEL 8 will auf alle Plattformen kommen. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich dabei um einen Standardserver, eine virtuelle Maschine, OpenStack-basierende Infrastructure-as-a-Service (IaaS) oder Platform-as-a-Service (PaaS) handelt – Red Hat hat den Anspruch, mit dem neuesten Produkt all diese Szenarien abdecken zu können. RHEL 8 dient dabei als Basis und soll das Grundgerüst für eine Vielzahl an Servern dienen.

Fast alle Server, die die neue Version der Distribution mit sich bringt, sind entweder vorkonfiguriert oder werden mit einer prinzipiell funktionsfähigen Installation geliefert. Mit der Einführung der Application Streams ist es dem Unternehmen möglich, verschiedene Versionen der Server anzubieten, ohne dass das Grundsystem verändert werden muss. Mit der Freigabe von RHEL 8 kehrt Red Hat offiziell deshalb wieder zu MySQL zurück, ohne aber MariaDB verwerfen zu müssen. Zudem kommt die Distribution mit zwei verschiedenen PostgreSQL-Versionen – 9.6.10 und 10.6. Mit von der Parte sind zudem in der Standarddistribution Apache HTTP Server 2.4.37 und Nginx 1.14. Für eine Windows-Anbindung des Systems sorgt Samba in der Version 4.9.1.

Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklung des Systems lag laut Aussage des Unternehmens auf der Verbesserung der Clustering-Möglichkeiten. Der Cluster-Ressourcemanager Pacemaker wurde auf die Version 2.0 angehoben und beherrscht zahlreiche neue Kommandos. Das pcs-Konfigurationssystem unterstützt ferner Corosync 3, knet und Node-Namen.

Für die Sicherheit des Servers sorgt neben zahlreichen Authentifizierungs- und Interoperabilitätmechanismen auch der Einsatz von SELinux. Die Software unterstützt unter anderem die No New Privileges-Option und wurde um diverse neue Booleans erweitert. Ebenfalls neu in RHEL 8 ist die erweiterte Handhabung von kryptografischen Verfahren ein einem Kernel-Subsystem. Das neue Kommando update-crypto-policies lässt eine einfache Zuweisung von kryptografischen Verfahren zu diversen Systemen, darunter TLS, IPsec, DNSSEC, Kerberos und SSH, zu.

Fazit

Mit Red Hat Enterprise Linux 8 liefert der Hersteller eine grundsolide Distribution aus, die sich als Basis für weitere Produkte versteht. Wer die neusten Versionen von Software wünscht - wie sie oftmals bei einem Desktop gebraucht werden - ist bei RHEL immer noch an der falschen Adresse. Zwar hat Red Hat mit der Einführung der Application Streams eine Einrichtung geschaffen, die auch relativ neue Software innerhalb der steifen Enterprise-Konzepte erlaubt – große Umbauten sind aber immer noch nicht erwünscht. Das Unternehmen will eher ein Produkt ausliefern, das Unternehmenskunden ermöglicht, Linux professionell zu nutzen.

Diesen Anspruch wird Red Hat auch mit RHEL 8 gerecht und liefert eine stabile Plattform, die zwar von der Konfiguration her teils rustikal wirkt, aber im Kern schier unzerstörbar ist. Zu keinem Zeitpunkt unseres Tests verhielt sich die Distribution unvorgesehen oder bereitete uns größere technische Probleme. Alle von uns getesteten Anwendungen waren entweder bereits vorkonfiguriert oder in einem Zustand, der eine relativ schnelle Nutzung ohne große Anpassungen erlaubte.

Wie schon bei RHEL 7 wird deshalb auch RHEL 8 mit großer Wahrscheinlichkeit die Basis vieler Produkte bilden. Den Nutzern steht dabei frei, ob sie sich für das Original, einen kommerziellen Nachbau oder aber eine freie Variante in Form von CentOS entscheiden. Sie erhalten auf jeden Fall eine grundsolide Server- und Datacenter-Distribution, die kaum Wünsche offen lässt und jedem professionellen Anwender uneingeschränkt empfohlen werden kann.

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