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Thema: Medienkompetenz - Kreativität vs. Konsum

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Von Tut nichts zur Sache am Di, 1. Oktober 2019 um 09:32 #

Wie endet der Artikel so schön? "Wer seinen eigenen Weg gestaltet, hat mehr Kontrolle - und ist kreativ".
Wahr, wahr. Allerdings muss auch bei dieser Feststellung wie bei allen Gemeinplätzen (und Wahrheiten in Bezug auf die Menschen sind in der Regel Gemeinplätze) darauf geachtet werden, dass sie nicht trivial oder falsch verstanden werden.

Das Verhältnis von Aufklärung, Vernunft und Kreativität ist in dem Artikel verdacht. Um die Begriffe aufzugreifen und neu aufeinander zu beziehen: Kreativität *ist* "Basteln", Vernunft *ist* auch "Basteln" und Aufklärung *ist* die Einsicht, dass beides nicht mehr sein *kann* als "Basteln".

Kontrolle im Sinne der Aufklärung ist ein Illusion. Menschen haben keine Kontrolle über das, was sie tun. Hatten nie und werden nie haben. Widerspruch? Richtig! Aber eben nur partielle und temporäre Kontrolle. Basteln eben. Ein Problem wird gelöst und andere werden dafür geschaffen.

Dass Philosophen die Welt nicht erklären, sondern verändern sollen, hat Marx postuliert und Lenin & co, umgesetzt. Ergebnis? Fail!

Meine Behauptung ist, dass es nicht allein an Marx lag und an Lenin (der bekanntlich die Theorie von Marx außerhalb ihres Geltungsbereichs, nämlich im wenig indurstrialisierten zaristischen Russland zur Anwendung brachte - was übrigens für Mao und Pol Pot z.B. auch gilt). Klar, die Theorie war, in weiten Teilen fehldesigned. Nein, es deutet, denke ich, alles darauf hin, dass es sich um ein systemisches Problem handelt. Die Illusion, dass Menschen die Kontrolle über sich und die Geschichte übenehmen könnten. Kontrolle heißt hier: an Zielen der Vernunft und Aufklärung orientiertes kreatives Handeln in der Erwartung, dass die Ziele erreicht werden.

Es wird nicht funktionieren, auch dieses Mal nicht. Die Kosten solcher Versuche sind immens und sprechen den ursprünglichen Intenionen Hohn. Menschen sind endliche und sterbliche Wesen. Ich möchte ein Plädoyer für das Basteln aussprechen. Und für die Bescheidenheit der Ziele.

Trotzdem Danke für den Artikel.

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    Von Anonymous am Do, 3. Oktober 2019 um 10:15 #

    Kürzer gefasst:

    Der Mensch mag zwar vernunftbegabt sein (Kant, Hegel), aber nicht vernünftig, sondern triebgesteuert und so gar nicht von Natur aus gut (wie Rousseau und seine Jünger in naiver Weise annahmen).

    Auf diese Annahmen haben auch Marx und seine Jünger aufgesetzt, darum waren seine Prognosen falsch, während seine Analysen auch im heutigen real existierenden Kapitalismus noch erstaunlich gut zutreffen.

    Der Mensch ist halt nur ein Schimpanse 2.0 - etwas intelligenter, aber noch aggressiver.

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