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Thema: Ein zweites Leben für Medien - Medienkompetenz durch Upcycling

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Von msi am Do, 10. Oktober 2019 um 23:53 #

„Konsumgesellschaft“

Ich möchte vom Gebrauch dieses Wortes dringend abraten.

Erstens nämlich suggeriert es, die Menschen in dieser Gesellschaft würden „über ihre Verhältnisse leben“, also zu viel konsumieren, was schon allein angesichts der real existierenden Armut hierzulande objektiv zynisch ist.

Zweitens enthält der übliche Gebrauch dieses Wortes implizit eine Denunziation von Reichtum und gehobenen Konsummöglichkeiten überhaupt. Reichtum aber, der nicht auf Teufel komm raus für einen völlig irren Grundzweck produziert würde und nachher einer vernünftigen Verfügung der Gesellschaft über ihn unterläge, wäre sehr erstrebenswert. Derart begründete Produktion, Distribution und Konsumtion würde mit einiger Wahrscheinlichkeit auch ohne die Verschrottung der natürlichen Lebensgrundlagen abgehen. Wenn nicht, müsste man sich was einfallen lassen.

Drittens zieht die Anklage dieser Gesellschaft als „Konsumgesellschaft“ erfahrungsgemäß ziemlich unangenehme ideologische Ausdünstungen über guten, richtigen, „nachhaltigen“ usw. Konsum nach sich, deren Protagonisten die Menschenverachtung oft genug aus jedem Knopfloch schaut. Der Hauptkonsument jedoch, dem hier die komplette Welt fortwährend zum Fraß vorgeworfen wird, heißt Verwertung des Werts, also maßlose Vermehrung eines abstrakten Reichtums, der seiner Form nach „sehr inhaltslos und einfach“ (Karli Marxi) ist, nämlich qualitätslose Identität von allem und jedem.

Viel treffender wäre diese prozessierende Katastrophe mit dem Begriff „Wegwerfgesellschaft“ erfasst, denn er denunziert nach meinem Dafürhalten unideologisch etwas, was wirklich denunziert gehört: Das Zu-Müll-Machen von Dingen – von Reichtum –, die bzw. der noch zu mancherlei Zweck zu gebrauchen gewesen wäre. Aber auch die Existenz einer „Wegwerfgesellschaft“ wäre nicht einfach irgendwelchen Endverbrauchern anzulasten. Das Problem liegt in der allgemeinen Produktionsweise.

„Geplante Obsoleszenz“

Der Begriff erscheint mir hingegen gut gewählt und ich teile die Kritik daran ebenso wie den Vorschlag, zumindest die Autonomie der Endanwender durch Wissensvermittlung zu stärken.

Aber:

„Kompetenz – Kreativität – Kritikfähigkeit.“

Was die Verschrottung von Bildung zum Kompetenzportfolio angeht, hat Christoph Türcke in seinem 2016 erschienenen Buch „Lehrerdämmerung. Was die neue Lernkultur in den Schulen anrichtet“ im Grunde wohl alles gesagt. (Er hat da auch noch ein paar andere Dinge gesagt, die mir zweifelhaft erscheinen. Aber das berührt die Kritik am „Kompetenzfetisch“ nicht.) Sehr kurz zusammengefasst heißt seine Kritik: Menschen als Kompetenzakkumulatoren zu begreifen, heißt sie wie Maschinen behandeln und ist dem Grunde nach das Ende dessen, was Bildung heißen könnte.

Der Imperativ der Kreativität wiederum scheint mir eine Art psychosoziale Affektreaktion auf den tendenziellen Fall der Profitrate zu sein. Warum soll man eigentlich kreativ sein? Schon, das als Eigenschaft eines Menschen (zumal als anzuerziehende) zu postulieren, scheint mir wenig Sinn zu haben. Entweder es passiert eben irgendwo irgendwann, dass man etwas kreiert – was einem schätzungsweise schneller unterläuft als erwartet – oder eben nicht, was auch keine Schande ist.

Gegen Kritikfähigkeit ist nun nichts einzuwenden, außer es ist damit die Tilgung allen Streits und aller Kritik durch kollektive Selbstmanipulation gemeint, was mittlerweile, vor allem im „Bildungskontext“ meistens der Fall zu sein scheint.

Im Kleinkind- und Grundschulalter ist zu bemerken, dass Erwachsene die interessierten Kinder oft davon abhalten, Maus und Tastatur kennenzulernen, und ihnen ausschließlich Touchscreens an die Hand geben.

Sie hätten es stattdessen mit meinem ehemaligen Informatiklehrer halten sollen, der ein paar hibbeligen Teenagern, die auf's Tippen und Klicken brannten (Tatschen war noch nicht allgemein verfügbar), einmal mit dem Spruch begegnete: „Das Werkzeug des Informatikers sind Bleistift und Papier“. Mit diesem Werkzeug lassen sich sehr wahrscheinlich auch die mentalen Basisfähigkeiten, die es für ein vernünftiges Lernen braucht, weit besser ausbilden als an der Universalmaschine klebend.

„Das Wissen zählt“

An welches Wissen denkst du dabei konkret? Der Betrieb anderswo ausgesonderter oder auf der Straße gefundener Computer bzw. Computerteile (Ich gehe hier von mir aus.) setzt ja vor allem voraus, dass man diese zuzuordnen (bspw. IDE vs. SATA) und vernünftig auf ihre Funktiontauglichkeit zu prüfen weiß. Ich denke da an so Dinge wie Speichertests (memtest) oder das Überprüfen der Festplatte (smartmontools, badblocks).

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    Von kraileth am Fr, 11. Oktober 2019 um 09:32 #

    Wir kommen ja hier nicht das erste Mal aneinander, aber ich möchte auch hier eine alternative Ansicht einwerfen und mich u.a. für den Begriff der Konsumgesellschaft aussprechen.

    Es gibt mindestens zwei Ansätze, eine Gesellschaft zu beschreiben. Der eine wäre, von ihrem Ist-Zustand auszugehen, der andere, nach ihrem Selbstbild zu fragen. Es ist mehr als berechtigt, zu hinterfragen, ob wir in einer vollständig umgesetzten Konsumgesellschaft leben, da zahllose Menschen vom Konsum - wenigstens in dem Maße, in dem er durch die allgemeine Vorstellungswelt geistert - faktisch ausgeschlossen sind. Die Antwort darauf muß also "nein" lauten.

    Unberührt davon bleibt, daß die heutige Gesellschaft sich als Konsumgesellschaft versteht, dies als Idealzustand versteht, der nur möglicherweise "noch" nicht allen offensteht. Ich halte es für sinnvoller, hier nach dem Höchstwert einer Gesellschaft zu fragen, weil dieser das Ziel vorgibt, wohin sie will - unabhängig davon, daß viele dabei auf der Strecke bleiben. Hält man das angestrebte Ideal, das aus meiner Sicht über seine identifikatorische Kraft durchaus ein Anrecht darauf besitzt, die Begriffsfindung für das Gesellschaftsmodell zu bestimmen, im Blick, wird es möglich, anders an die Sache heranzugehen: Nicht den Menschen einen bekannten und mehr oder weniger verinnerlichten Begriff wegnehmen wollen, sondern mit dem Begriff arbeiten und die diesem innewohnende Problematik aufzeigen. Darüber kommt man viel leichter ins Gespräch, als wenn man gleich zu Beginn mit der Abrißbirne ankommt.

    Ob Konsum an sich gut oder schlecht ist, ob Konsumverzicht (trotz der real bestehenden Möglichkeit des Konsums, nicht aus der Not heraus) sinnvoll ist - das sind alles Fragen zweiten Grades, die man erörtern kann, ohne den stehenden Begriff zuvor umzustoßen.

    Mit den anderen vorgebrachten Punkten gehe ich überwiegend konform, bzw. habe zumindest keine so deutlichen Einwände zu machen.

    Von mir gibt's trotz Meinungsverschiedenheit natürlich volle Sterne - denn es ist gut, wenn solche Dinge überhaupt thematisiert und von verschiedenen Seiten beleuchtet werden.

    Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 11. Okt 2019 um 09:36.
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      Von msi am Fr, 11. Oktober 2019 um 16:16 #

      Es gibt mindestens zwei Ansätze, eine Gesellschaft zu beschreiben. Der eine wäre, von ihrem Ist-Zustand auszugehen, der andere, nach ihrem Selbstbild zu fragen.

      Das schließt sich gar nicht gegenseitig aus. Entscheidend ist ohnehin etwas anderes, nämlich, nach den basalen „Bewegungsgesetzen“ dieser Gesellschaft zu fragen. Diese lassen sich dann allermeist sehr erhellend mit dem Bild, das sich ihre Insassen von ihr machen, ins Verhältnis setzen.

      Unberührt davon bleibt, daß die heutige Gesellschaft sich als Konsumgesellschaft versteht, dies als Idealzustand versteht, der nur möglicherweise "noch" nicht allen offensteht.

      Ich habe keine Mittel, es nachzuprüfen, bezweifle aber, dass das stimmt. Ebenso zweifelhaft erscheint mir die Behauptung, Konsum sei „der Höchstwert“ und das „angestrebte Ideal“ dieser Gesellschaft. Das Wort „Konsumgesellschaft“ ist mir bisher ausschließlich im pejorativen Sinn begegnet.

      Ob Konsum an sich gut oder schlecht ist, ob Konsumverzicht (trotz der real bestehenden Möglichkeit des Konsums, nicht aus der Not heraus) sinnvoll ist - das sind alles Fragen zweiten Grades, die man erörtern kann, ohne den stehenden Begriff zuvor umzustoßen.

      Wenn man sich stattdessen zunächst den Fragen zweiten Grades widmen würde, würde allerdings die Inhaltsleere und folglich Untauglichkeit des stehenden Begriffs schnell offenbar werden und man könnte ihn beiseite lassen und mit treffenden Begriffen über den Gegenstand diskutieren.

      Die Frage danach, ob Konsum an sich gut oder schlecht sei, erledigt sich recht unmittelbar durch den Umstand, dass Konsum einfach sein muss. Kurzum: Wer nicht konsumiert, geht drauf. Das heißt, alle Gesellschaften müssen immer auch „Konsumgesellschaften“ sein.

      Die zweite Frage hingegen ist eine, die zu diskutieren wäre. Ihre Beantwortung würde schätzungsweise in etwa so ausfallen: Kommt drauf an. Eine Frage zweiten Grades ist sie allerdings vor allem deshalb, weil – wie ich oben bereits angemerkt habe – zunächst diejenige nach der Art und Weise der Reichtumsproduktion in dieser Gesellschaft zu stellen wäre.

      Die Konsumtion der Endverbraucher nämlich ist durch die Bedürfnisse, die sie bedienen soll, stets beschränkt. Man mag ein individuelles Bedürfnis überzogen, falsch, pervers finden; wenn es befriedigt ist, ist mit der Konsumtion erstmal Schluss.

      Die heute weltweit herrschende Produktionsweise hingegen unterliegt ihrem eigenen Prinzip nach einer solchen Schranke nicht, mit anderen Worten: Die Bewegung des Kapitals, in der die natürlichen Ressourcen fortwährend rasant durch die Produktion genudelt werden – teils um Dinge herzustellen, die von vornherein kaum zu irgendeinem Konsum zu gebrauchen sind –, ist maßlos. Das liegt im primären Zweck dieser Produktion begründet, Wert zu akkumulieren, was sich – das ist dieser Produktionsweise ganz lästig – nur über den Umweg der Herstellung konkreter Dinge, die bspw. irgendwer kauft, um sie zu essen, bewerkstelligen lässt.

      Daran, mit dem, was dieser Produktionsprozess verfrisst, mitzuhalten, wird noch die ausgeprägteste Gier nach Gebrauchswerten kläglich scheitern. Leider wird diese schwerwiegende Basisbanalität von den Protagonisten der „Konsumkritik“ allenthalben vergessen oder lediglich als Fußnote behandelt. Der Fokus auf „Konsum“ verstellt ihnen den Blick auf das grundlegende Problem.

      Nicht den Menschen einen bekannten und mehr oder weniger verinnerlichten Begriff wegnehmen wollen, sondern mit dem Begriff arbeiten und die diesem innewohnende Problematik aufzeigen. Darüber kommt man viel leichter ins Gespräch, als wenn man gleich zu Beginn mit der Abrißbirne ankommt.

      Wenn einem schon klar ist, dass der Begriff untauglich ist, sollte man, denke ich, damit nicht hinterm Berg halten, sondern das äußern und begründen. Das provoziert möglicherweise gerade Einwände, die in eine vernünftige Diskussion führen. Mit der Abrißbirne zu kommen, sähe zudem sicherlich anders aus als jemandem gut begründet von etwas abzuraten.

      Von mir gibt's trotz Meinungsverschiedenheit natürlich volle Sterne - denn es ist gut, wenn solche Dinge überhaupt thematisiert und von verschiedenen Seiten beleuchtet werden.

      D'accord, „wenn's der Wahrheitsfindung dient“.

      Sterne kann ich übrigens aufgrund eines bisher nicht näher untersuchten technischen Problems nicht vergeben.

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        Von Anonymous am Fr, 11. Oktober 2019 um 19:04 #

        Ich finde, Eure akademische Diskussion geht ins Leere, weil sie die handelnden Subjekte nicht berücksichtigt.

        Der Mensch ist ein Fork, der sich nur wenig vom Schimpansen unterscheidet; und seine Firmware hat sich in den letzten 10000 Jahren kaum verändert.

        Er ist ein Rudeltier und lebt die Widersprüchlichkeit, einerseits auf das Rudel angewiesen zu sein, andererseits die anderen Rudeltiere von "seinem" Futter wegzubeißen zu müssen.

        Aber gemeinsam geht es gegen alles "Fremde" und alle "Fremden" (in einigen vormodernen Gesellschaften ging das bis zum Kannibalismus).

        So ergibt sich stets eine Hierachie, in der die "Starken" sich möglichst viel unter den Nagel reißen (bis hin zu der treffend benannten uferlosen und sinnfreien Kapital-Akkumulation) und die Schwachen sich in Religion oder andere Heilsversprechen flüchten (bei den einen wird das Paradies im Jenseits versprochen, bei den anderen schon im Diesseits).

        Ich glaube mittlerweile, dass es gar keine Lösung gibt. Denn der Mensch ist weder "edel, hilfreich und gut" noch sonderlich verstandesgesteuert.

        Und darum wird der alte Spruch "Nach mir die Sintflut" in wenigen Jahrzehnten wortwörtliche Realität werden.

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          Von pointer am Sa, 12. Oktober 2019 um 11:27 #

          Ich finde, Eure akademische Diskussion geht ins Leere, weil sie die handelnden Subjekte nicht berücksichtigt.

          Der Mensch ist ein Fork, der sich nur wenig vom Schimpansen unterscheidet; und seine Firmware hat sich in den letzten 10000 Jahren kaum verändert.

          "Fork" ist mir zu technisch, aber homo sapiens ist in der Tat ein Entwicklungszweig der Familie der Hominiden. Und AFAIK ist unsere DNA mit der der Chimps zu 97 % identisch. Ähnlichkeiten im Verhalten sind daher im Grunde genommen nicht überraschend.

          Er ist ein Rudeltier und lebt die Widersprüchlichkeit, einerseits auf das Rudel angewiesen zu sein, andererseits die anderen Rudeltiere von "seinem" Futter wegzubeißen zu müssen.

          Insgesamt bietet die Gruppe für das Individuum mehr Vor- als Nachteile, sonst hätte sie sich nicht entwickelt. Aber auch einzelgängerisch lebende Arten verteidigen ihre Nahrung und ihr Revier, wenn nötig bis auf's Blut.

          Aber gemeinsam geht es gegen alles "Fremde" und alle "Fremden" (in einigen vormodernen Gesellschaften ging das bis zum Kannibalismus).

          Das Territorium ist nun mal überlebenswichtig und wird schon von daher entschieden verteidigt. Bei Schimpansen sind auch geplante und organisierte Überfälle auf benachbarte Gruppen zwecks Ausdehnung des eigenen Territoriums bekannt - inklusive Tötungen.

          So ergibt sich stets eine Hierarchie, in der die "Starken" sich möglichst viel unter den Nagel reißen (bis hin zu der treffend benannten uferlosen und sinnfreien Kapital-Akkumulation)

          So ganz "sinnfrei" ist die Kapital-Akkumulation dann doch nicht, denn sie bedeutet neben Sicherheit auch Macht und Einfluss und damit Festigung der Position innerhalb der (Gruppen-) Hierachie mit entsprechenden Vorteilen.

          und die Schwachen sich in Religion oder andere Heilsversprechen flüchten

          Genau - wie sagte einst ein weiser Mann: "Kommunismus ist Opium für's Volk". ;)

          Ich glaube mittlerweile, dass es gar keine Lösung gibt.

          Insbesondere nicht vor dem Hintergrund der weiter zunehmenden Überbevölkerung, IMO das Hauptproblem. Es gibt Schätzungen, nach denen unser Planet nachhaltig nur 2,5 Mrd Menschen verkraften kann. Mittlerweile sind wir schon bei 7,5 Mrd. IMO ist davon auszugehen, dass alle Einsparungen von CO2 vom Bevölkerungswachstum mehr als kompensiert werden. Aber gegen das Bevölkerungswachstum demonstriert keiner.

          Sollte es doch eine Lösung geben, wird sie IMO technischer Natur sein, z. B. ein Quantensprung in der Energieerzeugung (Kernfusion). Eine Lösung auf Basis von Einsicht, Vernunft und entsprechender Verhaltensänderung kann man imo vergessen - 7,5 Mrd Einzelinteressen bringt man nicht unter einen Hut.

          Alternativ kommt allerdings auch ein Nuklearkrieg, ein Asteroideneinschlag der Güteklasse "Dino-Ex" oder der Ausbruch eines Supervulkans a la Yellowstone in Frage. Letztere sind übrigens jederzeit möglich - das sollten die Jungs und Mädels von "Extinction Rebellion" besser nicht vergessen.

          Denn der Mensch ist weder "edel, hilfreich und gut" noch sonderlich verstandesgesteuert.

          Nicht "sonderlich verstandesgesteuert" halte ich für *unter*trieben. Wir wissen heute, dass der Großteil unserer Entscheidungen *unbewußt* erfolgt. Darüber hinaus sind die *bewußten* Entscheidungen oft genug auch noch falsch - wie jeder aus eigener Erfahrung wissen dürfte.

          Und darum wird der alte Spruch "Nach mir die Sintflut" in wenigen Jahrzehnten wortwörtliche Realität werden.

          Wie ich bei anderer Gelegenheit schon sagte: Vor diesem Hintergrund ist es bedenklich, dass immer weniger Menschen schwimmen können. :)

          Immer schön fröhlich bleiben!

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            Von msi am Sa, 12. Oktober 2019 um 14:07 #

            Genau - wie sagte einst ein weiser Mann: "Kommunismus ist Opium für's Volk". ;)

            „Opium fürs Volk“ ist eine Musikproduktion fünf weiser Männer aus Düsseldorf von 1996. Bei dem, den du höchstwahrscheinlich meinst, heißt es nicht ohne Grund, Religion sei „das Opium des Volks“[1], ergo nicht etwa „Priestertrug“, sondern:

            das Selbstbewußtsein und das Selbstgefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben oder schon wieder verloren hat. [...] Die Religion ist die allgemeine Theorie dieser Welt, ihr enzyklopädisches Kompendium, ihre Logik in populärer Form, ihr spiritualistischer Point-d'honneur, ihr Enthusiasmus, ihre moralische Sanktion, ihre feierliche Ergänzung, ihr allgemeiner Trost- und Rechtfertigungsgrund. Sie ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil das menschliche Wesen keine wahre Wirklichkeit besitzt.[1]

            Zudem sollte sich, wer „Kommunismus“ immerzu als selbstverständlich abzulehnend hinstellt, einmal überlegen, was genau er damit meint und das evtl. dazusagen, um Missverständnisse zu vermeiden.

            Das Abrutschen in dürftigst begründete Biologisierung und Wildlife-Phänomenologie nach dem Motto „Menschen bringen's halt nicht“ bzw. „sind halt so“ schließlich, das dein Vorredner angeschoben hat und das von dir konstruktiv aufgegriffen wurde, ist einigermaßen zum Verzweifeln. Allgemeine Erörterungen über das „Wesen des Menschen“ sind nach meinem Dafürhalten weitgehend sinnfrei; nicht nur, weil sie – wie man sieht – zumeist ein Spontan-Patchwork halbgarer Allgemeinplätze zu Tage fördern, sondern, weil sich darüber überhaupt nicht viel mehr sagen lässt als dass Menschen weder ganz Naturwesen, noch ganz Kulturwesen, jedenfalls aber vernunftbegabte Wesen sind und ihr Verhalten daher in weitem Ausmaß gerade nicht biologisch determiniert ist. Seine Kritik an einem Menschenbild festzumachen, ist also von vornherein der falsche Weg. Das war übrigens auch den beiden Kommunisten Karl Marx und Friedrich Engels bewusst. Wenn die nämlich vom „Wesen des Menschen“ reden, kommen die bei Sätzen raus wie dem folgenden:

            Was die Individuen also sind, das hängt ab von den materiellen Bedingungen ihrer Produktion.[2]

            Und die sind bei aller Materialität eine ziemlich gesellschaftliche Angelegenheit.

            Immer schön fröhlich bleiben!

            Nein, danke.

            [1] Marx: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung, MEW 1, S. 378
            [2] Marx/Engels: Die deutsche Ideologie, MEW 3, S. 21

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              Von Anonymous am Sa, 12. Oktober 2019 um 22:27 #

              Das wird Dir zwar auch zu vulgär sein, aber das Zitat

              Was die Individuen also sind, das hängt ab von den materiellen Bedingungen ihrer Produktion.[2]

              scheint mir der Kernsatz, der Marx' Prognosen zur Religion macht. Wurde der je bewiesen?

              Marx/Engels waren auch nur ein Produkt ihrer Zeit, und damals war Rousseau groß in Mode ("der Mensch ist von Natur aus gut") und man träumte von "edlen Wilden", die es nie gab.

              Seine Analyse des Kapitalismus ist allerdings erschreckend zeitlos und aktuell.

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              Von pointer am So, 13. Oktober 2019 um 23:53 #

              „Opium fürs Volk“ ist eine Musikproduktion fünf weiser Männer aus Düsseldorf von 1996. Bei dem, den du höchstwahrscheinlich meinst, heißt es nicht ohne Grund, Religion sei „das Opium des Volks“[1], ergo nicht etwa „Priestertrug“, sondern:

              Ändert auch nichts.

              Zudem sollte sich, wer „Kommunismus“ immerzu als selbstverständlich abzulehnend hinstellt, einmal überlegen, was genau er damit meint und das evtl. dazusagen, um Missverständnisse zu vermeiden.

              Abgelehnt wurde der K. von der Geschichte und den zahllosen Menschen, die dieser Irrsinn Freiheit, Glück und Leben gekostet hat. Das reicht mir als Begründung. Ein krachend gescheitertes, furchtbares Experiment, das nicht wiederholt werden darf. Menschen sind keine Ameisen.

              Das Abrutschen in dürftigst begründete Biologisierung und

              Was ich geschrieben habe, ist kein "Abrutschen" und nicht "dürftig begründet". Das sind nachprüfbare Fakten. Und die stellen Studenten der "Theoretischen Wolkenkuckucksheimologie" natürlich immer vor Probleme.

              ist einigermaßen zum Verzweifeln.

              Tu Dir keinen Zwang an.

              Allgemeine Erörterungen über das „Wesen des Menschen“ sind nach meinem Dafürhalten weitgehend sinnfrei;

              Und? Wen interessiert das?

              zumeist ein Spontan-Patchwork halbgarer Allgemeinplätze zu Tage fördern,

              Du meinst hier sicher Deine eigenen Worte.

              Kulturwesen, jedenfalls aber vernunftbegabte Wesen sind und ihr Verhalten daher in weitem Ausmaß gerade nicht biologisch determiniert ist.

              Aber nur, wenn man meint, dass Menschen Wesen aus Elysium sind. Ich jedenfalls halte sie für Wesen aus Fleisch und Blut. Und um zu begreifen, wie sehr wir eben doch biologisch determiniert sind, reichen oft schon Zahnschmerzen.

              Was die Individuen also sind, das hängt ab von den materiellen Bedingungen ihrer Produktion.[2]

              Gott! Was für ein Deutsch und was für ein Quatsch!

              Immer schön fröhlich bleiben!

              Nein, danke.

              Klar, das Verbiestert-Sauertöpfische gehört ja auch zur Linken wie die Beule zur Pest.

              Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert. Zuletzt am 14. Okt 2019 um 00:03.
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            Von Ghul am So, 13. Oktober 2019 um 10:22 #

            Sollte es doch eine Lösung geben, wird sie IMO technischer Natur sein, z. B. ein Quantensprung in der Energieerzeugung (Kernfusion).

            Ja, ein schöner Gedanke, aber die Greta Hüpfer machen diesen Gedanken kaputt, denn sie gehen nicht in die Schule, sondern schwänzen sie.
            Durch ihren dann in Folge daraus resultierenden Bildungsmangel in den wichtigen MINT Fächern wird dann Wissenschaft zwangsläufig durch ideologisch verblendete Klimawahnreligion in der Form, dass man einfach durch Glauben Kernfusionskraftwerke bauen könne, ersetzt.
            Den Rest wo das hinführt kann sich jeder selber ausmalen.

            Wer als Elternteil etwas für das Klima tun will, der sollte dafür sorgen, dass seine Kinder auch in die Schule gehen.

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