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Do, 21. November 2019, 15:00

Fedora 31

Allgemeines zum System

Der Schwerpunkt des Artikels liegt zwar auf den Desktopumgebungen Gnome und KDE, aber auch die Änderungen in den anderen Fedora-Varianten sollen kurz aufgeführt werden. Außerdem soll auch die Software, die allen Varianten gemeinsam ist, in diesem Abschnitt zur Sprache kommen. Das meiste davon kann nur kurz beschrieben werden, da es sich einem eingehenden Test entzieht.

Alle Varianten von Fedora 31 verwenden den Linux-Kernel 5.3, der zahlreiche Optimierungen, erweiterte Hardware-Unterstützung, neue Systemaufrufe und viele weitere Verbesserungen bringt. Control Groups v2 werden jetzt standardmäßig verwendet. Die Arbeit mit v2 bedingt neue Werkzeuge bzw. geänderte Pfade im /proc-Dateisystem. Wer noch nicht umstellen will, kann mit einer Boot-Option v1 wieder aktivieren.

Kryptografierichtlinien

Hans-Joachim Baader

Kryptografierichtlinien

Die Kryptografie-Richtlinien des Systems sind nun konfigurierbar und SSH-Root-Logins sind nur noch mit Zertifikat, nicht mehr mit Passwort möglich. Dies ist allerdings nur eine geänderte Einstellung in /etc/ssh/sshd_config, die sich rückgängig machen lässt.

Fedora 31 startet anscheinend nicht so schnell wie sein Vorgänger. Besonders auffallend war das bei KDE, das so lange benötigte, dass ich zweimal abbrach und danach das System noch einmal installierte. Die Ursache für diese mehr als zwei Minuten Verzögerung lässt sich nach einem Blick ins Kernel-Log zumindest vermuten, das sie bei der Initialisierung des Zufallsgenerators auftritt. Die Gnome-Ausgabe benötigt hierfür nur fünf Sekunden. Vielleicht liegt der Unterschied zum KDE-Spin an einer geringfügig unterschiedlichen Hardware-Konfiguration. Eigentlich kommt nichts anderes in Frage, da zu diesem Zeitpunkt nur der Kernel läuft.

Hier sollte eine Änderung Abhilfe schaffen, die für Linux 5.4 vorgesehen ist. Ich vermute, dass sie im aktuellen Fedora-Kernel (5.3) noch nicht enthalten ist. Diese von Linus Torvalds provisorisch implementierte Änderung, die sich allerdings auch zum Dauerzustand entwickeln könnte, misst die Schwankungen der Ausführungszeit einer kurzen Schleife und initialisiert so den Zufallsgenerator Bit für Bit auf nicht vorhersehbare Weise. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Algorithmus deutlich weniger als fünf Sekunden benötigt.

Wie immer ist SELinux eingebunden und aktiviert. Als normaler Benutzer merkt man davon allerdings nichts. In Fedora 31 wie auch in der Vorversion trat kein sichtbares Problem im Zusammenhang mit SELinux auf. Für den Fall, dass ein Problem auftritt, sei es nach der Installation von zusätzlicher Software oder anderen Änderungen, steht ein Diagnosewerkzeug zur Verfügung.

Ebenfalls wie immer liefert Fedora eine Flut von Updates, in den ersten zwei Wochen seit der Veröffentlichung waren es bereits hunderte. Das ist auf der einen Seite natürlich positiv, denn es beseitigt Fehler und zeigt, wie aktiv die Entwickler sind. Auf der anderen Seite werden die Updates meist in Form von neuen Versionen geliefert, die auch neue Funktionen und andere Änderungen enthalten können. Das wiederum bedeutet die Möglichkeit, neue Fehler einzuschleppen. Denn mit ziemlicher Sicherheit wurde keines dieser Updates auf sein Zusammenspiel mit dem Rest der Distribution getestet.

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