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So, 20. November 2005, 00:00

Ubuntu 5.10

Suspend

Ubuntu 5.10 bietet Unterstützung für swsuspend, also das Speichern des gesamten Systemstatus in der Swap-Partition mit der Möglichkeit, das System beim Booten wieder herzustellen. Dieses Feature könnte, wenn es denn funktionieren würde, gerade auf einem Notebook viel Zeit sparen, denn diesen würde man oft gerne schlafen legen, um die Akkus zu schonen.

Das Suspendieren funktionierte bei mir ohne Fehlermeldung, beim Aufwachen nach dem Suspend blieb der Rechner leider hängen. Dies ist wohl ein Fehler in swsuspend, der nicht Ubuntu anzulasten ist.

Mehr Pakete

Nach der Installation ist /etc/apt/sources.list so konfiguriert, daß es nach neuen Paketen auf der CD/DVD, aber auch im Hauptarchiv der Distribution im Internet und bei den Sicherheitsupdates sucht. Hat man einen Internetanschluß, so hat man Zugriff auf 6715 Softwarepakete. Auf der CD allein findet man rund 1800 Pakete. Anders als bei Debian - dies ist neu bei Breezy - gibt es auch ein Archiv für normale, nicht sicherheitsrelevante Updates. Hier werden, wie es andere Distributionen (Debian ausgenommen) auch machen, Updates angeboten, die Fehler beseitigen. Mit solchen Updates kann man sich natürlich neue Probleme einhandeln. Daher kann man das »breezy-updates«-Archiv auch weglassen, womit man zwar auf Updates verzichtet, aber die Stabilität der Debian-Distribution erhält.

Fügt man das universe-Repository hinzu, erhöht sich die Zahl der verfügbaren Pakete massiv. Dieses wird zwar nicht offiziell unterstützt, doch erweitert sich die Paketauswahl damit auf 22000. Das ist kaum weniger als auf meinem Debian Unstable-System. Selbst wenn man bedenkt, daß 22000 Pakete keine 22000 Anwendungen sind, da ein Programm oft in zwei oder mehr Pakete aufgeteilt wird, ist das beachtlich.

Neu, aber offiziell in Breezy ist das Repository breezy-backports, das aber noch weitgehend leer zu sein scheint. Es enthält die Sektion multiverse, das man als das Gegenstück zu Debians non-free Repository ansehen kann. In früheren Ubuntu-Versionen war dies noch im Hauptarchiv angesiedelt. Wenn man alle Repositorys aktiviert, sieht das in der Datei sources.list dann etwa so aus:

deb http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu breezy main restricted
deb-src http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu breezy main restricted
deb http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu breezy-updates main restricted
deb-src http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu breezy-updates main restricted
deb http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu breezy universe
deb-src http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu breezy universe
deb http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu breezy-backports main restricted universe multiverse
deb-src http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu breezy-backports main restricted universe multiverse
deb http://security.ubuntu.com/ubuntu breezy-security main restricted
deb-src http://security.ubuntu.com/ubuntu breezy-security main restricted
deb http://security.ubuntu.com/ubuntu breezy-security universe
deb-src http://security.ubuntu.com/ubuntu breezy-security universe

Man sieht in der Datei auch das Repository restricted. Das ist das Archiv, in dem sich unterstützte, aber unfreie Pakete befinden. Derzeit sind das die Grafikkarten-Treiber von NVidia und anderen, Firmware-Pakete und Treiber, die nicht unter vollständig freien Lizenzen stehen. Sie können von Ubuntu grundsätzlich nicht so wie die anderen Pakete unterstützt werden, da der Quellcode teilweise nicht zugänglich ist.

KDE wird nun offiziell unterstützt und ist nicht länger ins universe-Repository verbannt. Dort ist lediglich noch das Paket »kde« selbst zu finden, das man aber besser nicht installiert, da es ziemlich alles enthält, was in Zusammenhang mit KDE steht, und entsprechend groß ist. Sinnvoller ist es, kde-core oder kubuntu-desktop zu wählen:

$ apt-get install kubuntu-desktop
0 upgraded, 153 newly installed, 0 to remove and 24 not upgraded.
Need to get 110MB/142MB of archives.
After unpacking 426MB of additional disk space will be used.

kde-core installiert eine kleinere Version von kde, die weniger als hundert Pakete enthält.

Schon vor über einem halben Jahr hatte man geplant, eine Grumpy Groundhog-Distribution zu erstellen. Sie sollte Debians Sid entsprechen; beide werden nie veröffentlicht, sondern enthalten den neuesten Softwarestand. Viele Pakete in Grumpy sollten sogar tagesaktuell aus den CVS-Versionen (inzwischen muß man allgemeiner sagen: aus dem letzten Stand des Versionsverwaltungssystems) erzeugt werden. Bei meinen Recherchen konnte ich aber keine weiteren Hinweise auf Grumpy finden. Es sieht so aus, als sei dieser Plan, wie einges andere, zurückgestellt worden. Auch Ubuntu verfügt offenbar nur über begrenzte Ressourcen.

Sicherheitsupdates

Was Sicherheitsupdates angeht, ist Ubuntu vorbildlich. Wie weiter oben bereits geschildert, sucht das System automatisch nach Updates, wenn man online ist. Man kann sich aber auch in eine Mailingliste eintragen, um immer über die neuesten Updates informiert zu werden. Auf dieser Mailingliste erscheint nichts anderes. Ubuntu ist sehr schnell mit Updates, meist mindestens genauso schnell wie Debian, teilweise sogar einen Tag schneller. Allerdings muß Debian die Updates ja auch für viel mehr Architekturen bereitstellen.

Wer sich nicht mit der Mailingliste herumschlagen will, findet die Updates natürlich auch online unter http://www.ubuntulinux.org/support/documentation/usn/.

Server-Installation

Für eine Serverinstallation empfiehlt es sich, bereits am Bootprompt server oder server-expert einzugeben, anstatt einfach Enter zu drücken. Dann wird nur ein Minimalsystem installiert, zu dem man dann leicht die gewünschten Dienste hinzufügen kann. Auch eine grafische Oberfläche wird zunächst nicht installiert.

Nach der Installation, die dann genauso abläuft wie die Standardinstallation, befinden sich 234 Pakete auf der Platte, die etwa 400 MB belegen. Das System meldet sich mit einem Login-Prompt an der Konsole. Auch hier kann man sich nicht als root anmelden, sondern muß den zuvor definierten normalen Benutzer verwenden. Es wird kein einziges Serverprogramm installiert. Alles, was man an Diensten benötigt, muß man nachträglich installieren. Während der Installation muß man keinen Einbruch befürchten, denn es ist kein TCP- oder UDP-Port nach außen offen.

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