was genau ist ein runlevel?

Software besorgen und anwenden
Antworten
Nachricht
Autor
thunderbird
Beiträge: 43
Registriert: 29. Apr 2005 17:08

was genau ist ein runlevel?

#1 Beitrag von thunderbird » 02. Jan 2006 9:36

guten morgen,

kann mir einer von euch erklären was ein runlevel ist, was für einen zweck haben sie?

mfg

Benutzeravatar
grantlbart
Beiträge: 112
Registriert: 19. Mär 2003 3:05
Wohnort: München

#2 Beitrag von grantlbart » 02. Jan 2006 11:04

Unter Linux gibt es die Runlevel 0-6. Sie bestimmen wie das System gestartet oder auch geschlossen (RL 0) werden soll.
Am bekanntesten dürfen Runlevel 3 (Start ohne grafische Oberfläche) und Runlevel 5 (Start mit grafischer Oberfläche sein).
Unter Windows sind die Runlevel etwa vergleichbar mit Normalstart bzw Start im abgesicherten Modus.
Genauere Info`s wirst sicher bei Google finden.
Greetz
Grantlbart

Benutzeravatar
jochen
prolinux-forum-admin
Beiträge: 699
Registriert: 14. Jan 2000 15:37
Wohnort: Jülich
Kontaktdaten:

#3 Beitrag von jochen » 02. Jan 2006 12:37

Ein Runlevel ist nichts weiter als ein bestimmter Arbeitsmodus eines UNIX-Systems. Je nach Runlevel werden bestimmte Dienste gestartet oder gestoppt. Verwaltet werden die Runlevels durch den init-Prozess, der immer die Prozess-ID 1 hat und damit der erste echte User-Prozess eines UNIX-Systems ist.

Die Runlevel werden einfach durchnummeriert und sind meist (!) wie folgt belegt:
  • Runlevel 0: Herunterfahren des Systems; wenn möglich, System ausschalten. Auch ein "shutdown -h" führt letzten Endes ein "init 0" aus.
  • Runlevel 1: Single-User-Mode. Ein Login ist nur an der Konsole für root möglich und es laufen nur so wenig Prozesse wie eben möglich. Man könnte es auch eine Wartungsmodus nennen, da dieser Modus meist dann notwendig ist, wenn bei, Booten des Systems stärker korrumpierte Dateisysteme gefunden werden...
  • Runlevel 2: Multiuser-Mode ohne Netzwerk. Man kann sich am System anmelden, serielle Terminals bzw. die virtuellen Konsolen sind aktiv. Nicht netzwerk-bezogene Dienste wie cron laufen.
  • Runlevel 3: Multiuser-Mode mit Netzwerk. Wie Runlevel 2, zusätzlich werden Netzwerkkarten aktiviert und netzwerkbezogene Dienste wie Webserver, NFS-Mounts oder -Exports usw. gestartet.
  • Runlevel 5: Wie Runlevel 3, zusätzlich wird ein Display-Manager gestartet (xdm, gdm, kdm) und man kann sich grafisch am System anmelden.
  • Runlevel 6: Reboot, also Herunterfahren des Systems, Reset und anschliessendes Booten.
Die exakte Definition, was das System in welchem Runlevel für Dienste bereitstellt, wird durch die Datei /etc/inittab geregelt. Deswegen ist die obige Liste nur eine typische Definition der Runlevel und kann auf Deinem System abweichen! Redhat/Fedora und SuSE (seit den 8er-Versionen?) definieren die Runlevel so. Bei meinem Gentoo allerdings habe ich bei Runlevel 3 schon einen Display Manager laufen.

Der Runlevel 4 wird meist nicht genutzt und stünde für eigene Experimente zur Verfügung. Außerdem gibt es noch den Runlevel "s", der ebenfalls für "Single User Mode" steht. RedHat/Fedore beispielsweise verwenden den Runlevel 1 in Wirklichkeit für den reinen Vorgang des Herunterfahrens und wechseln zum Schluss in den Runlevel s, um den Wartungsmodus damit anzuzeigen.

Weitere Infos erhältst Du unter "man init" und "man inittab", im Internet auch im hervorragenden From-PowerUp-To-Bash-Prompt-HOWTO.

Viel Spass beim Stöbern,
Jochen
Die grösste Lüge der EDV? "Mal eben..."

thunderbird
Beiträge: 43
Registriert: 29. Apr 2005 17:08

danke

#4 Beitrag von thunderbird » 02. Jan 2006 20:49

guten abend

vielen dank für die einleuchtenden erklärungen.

mfg

Antworten