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Dritte Welt
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Objektiver
Gast





BeitragVerfasst am: 07. Nov 2001 16:53   Titel: Dritte Welt

@ Leander Hanwald:

ich kann dieses dumme Geschwätz von wegen Ausbeutung der Driiten Welt durch die Erste nicht mehr hören. Kein Wissenschaftler konnte das jemals beweisen. Kann man nicht einfach akzeptieren, daß manche Länder überhaupt keine Wirtschaft praktizieren? Etliche Länder haben überhaupt keinen räumlichen Zugang zur Weltwirtschaft. Sind wir, die entwickelte Welt, daran schuld? Was wäre, wenn die Rohstoffe bei uns wären, und nicht in der Dritten Welt? Dann hätten diese gar keine Devisen.


Schönes Beispiel, die asiatischen Staaten. Bis auf Thailand und Japan waren alle Staaten Südost- und Ostasiens ehemalige Kollonien. Den geht es aber zum Teil heute bemerkenswert gut. Mag daran liegen, daß in diesem Kulturkreis nicht jeder dahergelaufene Palastwächter einen Putsch anzettelt. Vielleicht liegt es auch nicht im Wesen der Menschen dort, alle ökonomischen Mittel (vor allem die Hilfen aus dem Ausland) in Claninterne Waffengeschäfte fließen zu lassen. Vielleicht liegt es auch darin, daß die Europäer den Asiaten nicht "zu Tode geholfen" haben ? Durch unbedachte Getreidelieferungen nach Afrika ist die dortige Hirseproduktion im Eimer. Warum auch Hirse anbauen, wenn doch Getreide umsonst geliefert wird ? Das Lazarussyndrom überfütterter Großstädter in Deutschland mag ja am Verhalten vieler Afrikaner Schuld sein ? Da sammeln ganze Jugendgruppen der Evangelischen Kirche euphorisch nach Spenden und stellen, im übertragenen Sinne, dem Eskimo Kühlschränke vor die Tür. Da fällt mir eine lustige Geschichte ein:

Als ich in der fünften Klasse war, hatten wir eine Lehrerin für Englisch und Religion, die hieß Frau Krömker. Mal davon abgesehen, daß sie echt ein scharfes Mäuschen war, hatte sie wohl, im Nachhinein betrachtet, nicht sonderlich viel in der Birne. Nun, da wagte es eines Tages mein Klassenkamerad Volker R., eine Banane im Unterricht zu essen. Frau Krömker fragte Volker in einem wirklich bis ins Knochenmark betroffen machenden Ton: "Du, Volker ! In Afrika sterben Kinder vor Hunger, und du ißt hier ne Banane ?"
Volker antwortete darauf hin mit vollem Mund: "Erstens kommt meine Banane aus Brasilien und in Afrika sterben die Kinder auch, wenn ich sie nicht esse !"

Da kann ich nur Grönemeyer zitieren: "Kinder an die Macht !"
 

Leander Hanwald
Gast





BeitragVerfasst am: 07. Nov 2001 17:38   Titel: Re: Dritte Welt

Warum machst du für so ein altes Thema ein neuen Thread auf? Es wurde dort doch schon alles interessante gesagt. Du fügst dem ganzen nichts neues hinzu.
Abgesehen davon das ich deinen Namen vermisse...
 

zio
Gast





BeitragVerfasst am: 07. Nov 2001 20:45   Titel: Re: Dritte Welt oder ... ach wie gut dass niemand weiß ...

Nun ja, der Schreibstil kommt mir recht bekannt vor. Die epische Länge auch. Und dann das Danebenliegen mit einer Meinung. Sich dann aber auch noch "Objektiver" zu nennen ... Schlechter Stil.
 

Oliver
Gast





BeitragVerfasst am: 08. Nov 2001 9:02   Titel: Re: Dritte Welt

Du meinst doch nicht, Leander war's (wg. der orthografischen Fehler) und antwortet sich dann selbst?!
 

Stormbringer



Anmeldungsdatum: 11.01.2001
Beiträge: 1570
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 08. Nov 2001 9:31   Titel: Re: Dritte Welt

Also, ich war's nicht ...

Zu dem Thema will ich auch gar nicht viel sagen. Ich empfinde solche Personen halt irgendwie als Heuchler, welche sich großartige Gedanken um, selbst optisch, fremde Personen in fernen Ländern machen, aber gleichzeitig beim Bummeln in der Stadt nicht einmal den Obdachlosen eine Bratwurst bezahlen ... oder auf lokalpolitischer Ebene nicht für den Erhalt von Obdachlosenheimen einsetzen.
Aber Engagement für die Dritte Welt bietet halt mehr Profilierungsmöglichkeiten, schon klar.
Dann wäre es aber Berechnung zur Steigerung des eigenen Ansehens, und nicht der innerliche Wunsch zu helfen.

Wohlgemerkt: ich greife hier niemanden persönlich an!!!

Gruß
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Sulu
Gast





BeitragVerfasst am: 08. Nov 2001 9:50   Titel: Re: Dritte Welt

Hm.........

"Objektiver" ist eben so schlau wie erst kürzlich die "Wahrheit". Ich nenne mich in Zukunft Realitätseichfaktor. Wer also Unsicherheiten bei der Interprätation seiner Umwelt hat möge sich an mich wenden, da ich ja der Nabel der Welt bin, oder etwa nicht?

Spass beiseite. Nach etwas unelegantem Start gibt es im Posting von Herrn Objektiv schon ein paar diskussionswürdige Punkte. Zusammenfassend in etwa so, dass man nicht mit Sicherheit sagen kann das die 1.Welt Hauptschuldiger ist und dass gut gemeinte Hilfe auch nach hinten losgehen kann. Ich stimme dem Schreiber aber insofern nicht zu dass man die 1.Welt aus ihrer Pflicht entlassen kann. Es scheint doch so zu sein dass sich die Grosskonzerne die dritte Welt regelrecht in Claims aufgeteilt haben und dort schalten und walten wie sie wollen. Beispiel gefällig: Shell in Nigeria oder ELF in Kongo ? Allerdings sehe ich eine mögliche Lösung nur als "von innen kommend". Alles andere erscheint mir auch wieder wie westliche Besserwisserei. Patentlösung ist mir auf jeden Fall keine bekannt.

Gruss
Sulu
 

linkfinger



Anmeldungsdatum: 18.10.2001
Beiträge: 16
Wohnort: Weißensee

BeitragVerfasst am: 08. Nov 2001 15:17   Titel: Re: Dritte Welt

@Sulu
Jep, 1. Welt hat sicher nicht nur Hauptschuld
Jep, 2. Die erste Welt hat Verantwortung

In einem Beitrag habe ich einen interessanten Gedanken aufgeschnappt: Alles ist von Energie abhängig! Der Typ war ungefähr so drauf: In der 3. Welt gibt es keine Hygiene, was sich so ziemlich überall hin auswirkt als z. B. auf die Sterblichkeit, die Kultur usw.. Für Hygiene braucht man aber sauberes Wasser. Für sauberes Wasser braucht man Technik. Für Technik braucht man Wissen. Für Wissen braucht man gute Schulen. Gute Schulen müssen gebaut werden. .... Am Schluß sagte er, dass die 3. Welt zu wenig Energie hat. (Strom, Kraftwerke usw.). Er war der Meinung, dass sich die Probleme lösen ließen, wenn man der 3. Welt genügend Energie zur Verfügung stellen würde.

Wer aber soll das bezahlen? Die 1. Welt? Die 3. Welt? Vielleicht die 2. Welt.

Ein Teufelskreis ist das schon. Am Ende hängt es immer am fehlenden Geld. Oder sollte ich besser sagen: Daran, dass niemand denen das Geld zur eigenen Entwicklung überlassen will?

Der Linkfinger
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Sulu
Gast





BeitragVerfasst am: 08. Nov 2001 15:44   Titel: Re: Dritte Welt

@Linkfinger.

Hmmm.
Ich wäre vorsichtig mit dem Aufstellen von solchen pseudo-kausalen Ketten. Der Einsatz von Primärenergie ist auch nicht alles wie uns der Ostblock gelehrt hat. Mir kommt der Teufelskreis eher wie eine Mischung aus
Angst,
mangelnde Bildung,
Verhältnisse die kaum eine langfristige Planung zulassen,
räuberische Oberschicht,
kulturelle Probleme,
......,
vor. Ein Aufbau kommt nur dann zustande wenn auch der entsprechende Aufbaugeist bei vielen Bürgern vorhanden ist. Das wiederum wird durch die oft chaotischen Lebensumstände verhindert. So gesehen frag ich mich wie man jemals aus dm Sumpf herauskommen sollte ??? Ich glaube aber dass der grösste Feind die korrupte und oft brutale Oberschicht ist die den letzten Fetzen Volksvermögen für privaten Konsum verschleudert und, vor allem im islamisch geprägten Raum, eine hinterwäldlerische patriarchalische Einstellung die anscheinend grundsätzlich mit jedem Fortschritt ihre Probleme hat.

Gruss
Sulu
 

mvo
Gast





BeitragVerfasst am: 08. Nov 2001 16:21   Titel: Re: Dritte Welt

Zu dem Thema kann ich Euch ein hervorragendes Buch empfehlen:
"Die Logik des Misslingens - Strategisches Denken in komplexen Situationen"
Dietrich Doerner
Rowohlt

Dort wird wissenschaftlich untersucht, wie und warum Menschen trotz bester Absichten so viel Unheil anrichten koennen.
 

peterm



Anmeldungsdatum: 16.09.2000
Beiträge: 287

BeitragVerfasst am: 08. Nov 2001 18:08   Titel: Re: Dritte Welt

Das gibt wieder einen Roman:

Hi Objektiver (Eigenlob stinkt, btw)!

<< Kein Wissenschafler konnte das jemals beweisen>>

Anscheinend einige Historiker schon.

"Gravierend sind die negativen Folgen in politischer, wirtschaftlicher
und kultureller Beziehung. Die Fremdherrschaft verhindert/stört eine selbst-
ständige Entwicklung der Kolonien. Deshalb gehören sie heute nach ihrer Unabhängig-
keitserklärung (nach dem 2. Weltkrieg) zu den Entwicklungsländern.

- politische Instabilität
- Schwächung des kulturellen Selbstbewusstseins
- wirtschaftliche Unterentwicklung (Verhinderung einer eigenen industriellen Entwicklung, (Zer)Störung der
landwirtschaftlichen Selbstversorgung, Ausbeutung der Rohstoffe)

(Aus meinem Geschichtsheft, Klasse 9b neusprachlicher Zweig, Bundesland: Bayern)

<< Räumlicher Zugang >>
Beispiel bitte.

<< Lazarussyndrom ... ist schuld am Verhalten vieler Afrikaner >>

Angenommen, du lebst meinetwegen in Kamerun um 1900. Dein Land ist von deutschen
Invasoren überrannt worden, es gibt keine Selbstversorgung unter der Bevölkerung mehr,
diese kauft nämlich die mehr oder weniger aufgezwungenen Güter von den Plantagen dort,
und arbeiten dafür hart. Du bist aus deiner Familie gerissen und dienst irgend einem reichen
Deutschen. Nach dem 1. Weltkrieg gehört dein Land zu Großbritannien (?), viel hat sich nicht verändert.
Nach weiteren 30/40 Jahren sind deine Kinder bzw. Kindeskinder auf sich allein gestellt. Auf dem Land,
mehrere hundert Kilometer von einer großen Stadt entfernt, müssen die wieder selbst Hirse anbauen.
Wie? Das hat ihnen keiner beigebracht, du hast ja deine Nahrung gekauft.
Problem: Das passiert nicht nur deiner Familie, sondern mehreren hunderttausend.

----> Hungersnot

In diesen Ländern hängt es auch davon ab, wie fruchtbar der Boden ist. Und in Hinterindien ist er nunmal zum Großteil besser als in der Sahara.

<< Ausbeutung der dritten Welt... kann ich nicht mehr hören >>

Ich sage das jetzt mal so:

Unser gesamter Wohlstand fußt auf Ausbeutung. Ob es Leibeigene waren, die Arbeiterklasse oder
die Bewohner der Kolonien: Die gesamte reiche Welt ist nicht zufällig so reich, sondern das, was wir im Überfluss
haben, fehlt anderen.

Deshalb kann ich auch folgende Haltung überhaupt nicht verstehen:

Ich arbeite acht Stunden am Tag, deshalb habe ich ein Recht auf Glück, Wohlstand, meine Halbe am Abend etc.

Andere arbeiten 16 Stunden Schwerstarbeit und bekommen dafür vielleicht ein zehntel von dem, was wir für viel weniger bekommen,
wenn überhaupt so viel.

Schau mal unsere moderne Gesellschaft an: Wenn du deine politische Meinung durchsetzen willst, wählst du gewöhnlich die Partei, die dir
am meisten zusagt, und hoffst, dass diese Partei ihre Pläne in die Tat umsetzen wird, falls es kein Wahlbetrug war. Jetzt hast du die demokratische Chance, deine Meinung zur Geltung kommen zu lassen, und die Meinung jedes einzelnen zählt genau gleich viel.

Falsch. Denn da gibt es jemanden, der immer und überall beteiligt ist:

Die Wirtschaft.

Wir nehmen im Lateinunterricht gerade Cäsar durch (5.Jahr Latein), unser Lehrer hat uns eine Folie gezeigt, die vielleicht hier einige kennen: (Wirtschaftwoche)

Es sind Cäsar, Napoleon und Bill Gates abgebildet.
Darunter steht: "Jede Generation hat ihre Vorbilder."

Dazu gibt es noch die Meinung der Brave GNU World http://www.gnu.org/brave-gnu-world/issue-15.de.html
(Hut ab vor der Brave GNU World, sind echt wichtige Leute für OSS, genau wie die deutsche FSF)
Und unser Lateinlehrer hat uns erklärt, dass heute die Wirschaft viel mehr Einfluss hat. Und da finde ich, hat er recht (Unser Unterricht ist übrigens sehr modern, es wird aus heutiger Sicht analysiert und die Hintergründe hervorgehoben (Beispiel: Durchmarsch der Helvetier durch das Land der Allobroger war aufgrund der "societas" ungefähr das, was wir heute V-Fall nennen)).

Wenn in der Aussenpolitik Entscheidungen getroffen werden, wenn Gesetze gegeben oder Kriege geführt werden:
Die Wirtschaft ist dabei. Unsere Politiker sind meiner Meinung nach zum großen Teil im Prinzip Marionetten der Wirtschaft.
Wenn es Wahlkampf gibt, werden die Kandidaten kräftig gesponsort - siehe USA, mal schnell 10 Mio. Dollar an Bush und Gore -,
und das wollen die Konzernchefs wieder zurückhaben, ansonsten könnte es schnell Probleme für den Präsidenten geben.

Wenn die Kapitalisten (ja, genau die meine ich LH (hab den thread mit dir + Wolfgang gelesen, um die Debatte, ob Kapitalismus fair ist )) Angst haben, das Erdöl könnte sich aufgrund der Einmarschierung von irakischen Soldaten verteuern,
werden über die Massenmedien schnell ein paar Gerüchte verbreitet, damit die Mehrheit der Bevölkerung gegen die "bösen" Iraker
ist (ich rede hier nicht von Saddam Hussein, sondern von den Soldaten), z.B. dass das irakische Heer kuwaitische Zivilisten massakriert, ihnen die Haut bei lebendigem Leibe abzieht, und der Kanzler sagt: "Wir halten zu unseren Freunden und Verbündeten blablabla, wir müssen die Welt gegen Saddam Hussein verteidigen etc."

Am Schluss stellt sich dann heraus, dass vieles einfach erstunken und erlogen ist, aber wen interressiert es, die meisten Leute glauben sowieso nur, was die Nachrichten ihnen erzählen.

Unser ehemaliger Deutsch- und jetziger Erdkundelehrer hat das sehr schön ausgedrückt:

"Hier in unserer Schule war einmal ein Team des bayerischen Fernsehens, um eine Reportage über das Landschulheim Marquartstein
zu machen. Das Kamerateam hat auch fleissig gefilmt, und schließlich kam der Bericht im Fernsehen.
Ich sah ihn mir an, und stellt fest, dass viele Dinge über unsere Schule schlicht und einfach nicht stimmten.
Da ich hier selbst unterrichte, weiß ich natürlich, was war ist und was falsch.
Wenn allerdings in den Nachrichten etwas berichtet wird, habe ich keine Chance, es auf seinen Wahrheitsgehalt zu überprüfen."

Auf diese Weise werden mit psychologisch äußerst geschickten Methoden Millionen von Menschen teilweise regelrecht verblödet (ich glaube, dieses Wort ist hier angemessen).

Oder wenn die Kapitalisten meinen, dass ihnen absolut _antikapitalistische_ Terroristen in der Hinsicht gefährlich werden könnten, als
dass vielleicht mal das eigene Verhalten unter die Lupe genommen wird, werden schnell im Fernsehen pseudo-professionelle Sendungen ausgestrahlt, in denen dann die Urheber regelrecht verteufelt werden (bei anderen Leuten wie Milosevic, die noch viel mehr unbeteiligte Menschen töten ließen (dazu muss man sagen: die Menschen im WTC waren ja keine "unbeteiligten" Menschen wie du und ich, sondern waren ja bei den Konzernen eingestellt, allerdings haben sie mit den "Schattenseiten" des Kapitalismus ja viel weniger zu tun als so mancher Konzernchecf, dem es absolut egal ist, ob irgendwo in Afrika Menschen vielleicht sogar unter seiner Mitwirkung sterben)
wird nicht annäherend so heftig propagiert), und anstatt mit Hintergrundinformation zu berichten, warum es denn soweit gekommen ist, werden Leute wie die Taliban gleich um ein vielfaches böser gemacht, als sie eigentlich sind (Beispiel: Wenn die Taliban etwas negatives tun wie z.B. Zivilisten wegen nicht erlaubter Verhaltensweisen/Kleidung etc. umbringen (obwohl ich das auch nicht so recht glauben kann, sieht für mich eher wie Propaganda aus), erscheint das sofort am nächsten Tag in fast jeder Zeitung, andere Dinge, z.B. wenn sie im Gegensatz zu Herren wie Milosevic, dem Zivilisten ja vollkommen egal waren und der höchstwahrscheinlich Ausrottung und Völkermord befohlen hat, den Zivilisten Anweisungen geben, wie diese sich gegen die U.S.-Luftangriffe schützen können, oder sie von 25 von ihnen verdächtigten Personen 3 Leute hängen, ganz im Gegensatz zu Bush, der hunderte Leute, von denen bei mehreren -zig Stück die Schuld höchst zweifelhaft war, z.B. Zeugen geistesgestört waren, hinrichten ließ, um seinen Ruf als Hardliner zu stärken und vielleicht Landespolitik zu machen (was ist ihm ja schließlich, wenn auch mit einer geringeren Wählerschaft aufgrund des amerikanischen Wahlrechtes auch gelungen ist))

Du kannst also eigentlich nicht viel darüber sagen, inwiefern diese Länder ausgebeutet werden oder sie selbst daran Schuld sind, denn
du kannst aus schon genannten Gründen sicher sein, dass so etwas bei uns nicht (wahrheitsgemäß) gesendet wird.

Um euch hier, falls ihr euch überhaupt die Mühe gemacht habt, meinen ausschweifenden und komplizierten und schwer zu verstehenden Text bis hier her gelesen habt (meine Hochachtung an die, die es geschafft haben ), weiteres lesen ersparen will, fasse ich mich kurz:

Unsere heutige Welt ist, wie sie ist, äußerst ungerecht, das meiste wird verschwiegen oder wenn überhaupt nur sehr vorsichtig deutlich gemacht.

Ich will nicht die positiven Seiten des Kapitalismus leugnen, z.B. das die Technik und Medizin durch die Konkurrenz ständig verbessert wird, oder dass zumindest die meisten Leute wenigstens eine kleine Chance haben, sich selbst hochzuarbeiten. Doch ich selbst finde, dass die Nachteile aus heutiger Sicht überwiegen. Gewiss, man kann sich auch aus der Weltpolitik mit seinem _eigenen_ Verstande auch heraushalten wie im Vormärz und sagen: "Mir geht`s gut, das ist die Hauptsache." Doch wenn ich sehe, wie es anderen Menschen ergeht, muss ich sagen, dass ich es für die Pflicht jedes Menschen halte, selbst zu denken und zu handeln.

"Sapere aude!",

wie Immanuel Kant seinerzeit schon sagte.

Und wenn wir das nicht ändern, wobei ich fürchte, dass es nicht mehr geändert werden kann, wird unsere Zukunft überhaupt nicht schön werden, vielleicht noch nicht in zehn oder zwanzig Jahren, aber wenn irgendwann viele Menschen aus der 3. Welt die Ungerechtigkeit auf unserem Planeten verstanden haben, könnte es sehr ungemütlich für uns werden.

Ich will nicht zu den Leuten gehören, die daran mitbeteiligt sind, dass im 21. Jahrhundert immer noch durch primitive menschliche Begierden Menschen auf unserer Erde sterben. Und wenn man merkt, wie sich unser Land unter der Zusage von millionen manipulierten Menschen langsam zu einem Polizeistaat entwickelt, freue ich micht wirklich überhaupt nicht auf unsere Zukunft. Ich bin nicht paranoid oder schwer depressiv, ich sage nur meine durch Überlegung entstandene Meinung. Vielleicht bewege ich einige Leute, über unsere Welt nachzudenken. Denn so, wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen; nicht auf dem blauen Planeten, dessen Bewohner sich von der Steinzeit bis ins Industriezeitalter weiterentwickelt haben.

Gruß PeterM
 
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mvo
Gast





BeitragVerfasst am: 08. Nov 2001 19:07   Titel: Re: Dritte Welt

>Da ich hier selbst unterrichte, weiß ich natürlich, was war ist und was falsch.
Bis hier hin hatte ich wirklich gedacht, _DU_ seist Neunklaessler.

>die Menschen im WTC waren ja keine "unbeteiligten" Menschen wie du und ich, sondern waren ja bei den Konzernen eingestellt,
Und so jemand darf unsere Kinder unterrichten, armes Deutschland...

>Ich will nicht zu den Leuten gehören, die daran mitbeteiligt sind
Und wie sieht Dein ganz persoenliches Konzept aus, nicht daran beteiligt zu sein? Ach, ich vergass, Du infiltrierst unseren Nachwuchs mit antikapitalistschem Gedankengut, laesst es Dir aber sonst gut gehen. Lass mich raten, Sozialkundelehrer? So einen hatte ich frueher auch mal. Der hat uns doch allen ernstes erzaehlt, die deutschen Terroristen der 70er seien "Helden" gewesen, da sie die gesellschaftlichen Strukturen "aufgebrochen" haetten. Au weia...
 

peterm



Anmeldungsdatum: 16.09.2000
Beiträge: 287

BeitragVerfasst am: 08. Nov 2001 22:53   Titel: Re: Dritte Welt

@mvo: Du hast mich falsch verstanden

Nicht ich habe das gesagt, sondern ein _Lehrer_. Ich selbst bin Schüler.
(Das habe ich aber klar ausgedrückt)

Unser Lehrer, der übrigens beliebt ist und überhaupt nicht spinnt, hat damit gemeint:

Wenn er sieht, dass das Fernsehteam falsch recherchiert hat, ist es nicht schlimm, da er ja
die Tatsachen kennt. Wenn aber z.B. in den Nachrichten falsche Angaben kommen, hat er keine Möglichkeit,
das zu überprüfen.

<<keine "unbeteiligten>>

Damit habe ich auf keinen Fall gemeint, dass diese Leute es verdient hätten, sondern das es nicht _zufällig_ diese
Leute waren. Ein Mitarbeiter z.B. der Allianz kann überhaupt nichts dafür, wenn sein Firmenchef Mist baut.

Ich habe nirgendwo zur Gewalt aufgefordert. Wenn du mich persönlich kennen würdest, würdest du schnell merken,
dass ich Gewalt überhaupt nicht mag. Ich meinte nur, dass die Welt, wie sie im Moment ist, nicht gerade die beste ist.
Die meisten hier merken das bloß nicht, weil es ihnen selbst gut geht.

Vielleicht hast du das falsch verstanden:

Ich will hier nicht hetzen, das ist mir zuwider, ich will nur die Leute zum denken anspornen, die mehr oder weniger glauben,
alles sei in Ordnung. Und von RAF-Leuten halte ich gar nichts.

Vielleicht verstehen das wirklich einige falsch:

Das hier ist keine Anklage, sondern meine Meinung. Niemand muss sterben.

Noch etwas: Es sterben täglich sehr viele Menschen auf dieser Welt an Hunger etc.
Dass diese Menschen sterben, ist den meisten mehr oder weniger egal, weil sie es gar nicht registrieren.
Wenn aber aus Deutschland oder Frankreich oder England oder USA Menschen sterben, ist das für uns viel schlimmer,
als wie wenn irgendein unbekannter Afrikaner stirbt. Das muss man sich vor Augen halten. Und mehrere tausend sind zu ein
paar Millionen fast gar nichts. (natürlich ist es schrecklich genug, wenn nur relativ wenige Menschen sterben)
Denke darüber nach.

Und wenn über die anderen Menschen, die täglich sterben, auch so genau berichtet werden würde, würden viele das ganz anders sehen.

Wie schon gesagt, das ganze ist keinesfalls aggressiv gemeint, und ich bin gegen Gewalt. Und ich bin auch keineswegs gefährlich oder so.

Gruß PeterM
 
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Steffen
Gast





BeitragVerfasst am: 08. Nov 2001 22:54   Titel: Re: Dritte Welt

@PeterM

Hier einige Bemerkungen zu deinen Aussagen:

Daß die Taliban ihre Bevölkerung wegen Nichtigkeiten töten, war schon vor dem 11. September bekannt. Daß dort Radio, Fernsehen, Internet usw. verboten sind, ist schon seit fast einem Jahr bekannt. Daß dort keine Religionsfreiheit existiert, ist spätestens seit dem ShelterNow Fall bekannt. Es ist also nicht alles an den Haaren herbeigezogen.
Am besten wäre für diese Länder ein Demokratisierungs-Prozess, wie in Deutschland und Japan nach dem 2. Weltkrieg.

Nochwas zu der Armut in den Ländern dort:
Wie soll in solchen Ländern wie Afghanistan usw. überhaupt eine Wirtschaft aufgebaut werden? Frauen dürfen nicht arbeiten, und die Männer rennen nur mit den AK-47's (aka Kalashnikov) rum, oder predigen den ganzen Tag vor sich hin.

Und jetzt was über Terroristen usw.:
Vielleicht kennt jemand folgende Terrorgruppen:
IRA (Irish Republican Army) Kämpft für Unabhängikeit? oder vielleicht wegen der Religion?

RAF (Rote Armee Fraktion) Meiner Meinung nach Russische oder DDR Söldner, die für Unruhe sorgen sollten. Vielleicht auch nur ein Paar verrückte anarchistische Weltverbesserer?

ETA (Euskadi Ta Askata = Freiheit für das Baskenland o.Ä.) Gründe sind mir unverständlich.

Nun, das waren jetzt 1. Welt Länder.
Das wiederlegt vielleicht die Theorie, daß Terrorismus nur aus armen Ländern kommt, in denen es den Leuten "ach so schlecht" geht.

Was ich noch zu bemerken habe: Die meisten Kriege, Gewaltakte und Armut hatten bzw. haben mit Religion zu tuhen:
Kriege:
Kreuzzüge, Irland, 2. WK(Teilweise), 6 Tage Krieg (Alle an Israel grenzenden Länder gegen dises).
Gewaltakte, Unterdrückung der Bevölkerung oder Bürgerkriege:
Irland (Vor ein Paar Wochen im Fernsehen), Afghanistan, Iran, Pakistan, Indien, Afikanische Länder, Türkei, Irak, Saudi Arabien, Algerien, Ägypten usw.
Armut:
Nahezu jedes Islamische Land ist Arm. Ausnahmen: Türkei, Kuwait, Saudi Arabien. In diesen 3 Ländern gibt es auch keinen staatlichen Religionszwang.

Afrikanische Länder haben auch unterschiedliche Religionen oder Stämme. Manche von diesen töten manchmal zum Spaß ein Paar Entwicklungshelfer oder UNO Blauhelme.
Beispiel: Somalia. Die "ganz bösen" amis haben sich auch mal dazu entschiden, irgendwo zu helfen, als Dank werden sie einfach so abgemurkst.

Ideen gegen diese Zustände hätte ich schon, diese sind aber leider nicht so einfach realisierbar:
Abschaffung ALLER Religionen.
Demokratisierung ALLER Diktatorischen und Fundamentalistischen Länder.

Und noch eine Frage:
War einer der hier anwesenden schonmal in so einem Land?

Das war alles was ich hinzuzufügen hätte. Auf fragen oder antworten würde ich mich freuen.
 

mvo
Gast





BeitragVerfasst am: 09. Nov 2001 8:15   Titel: Re: Dritte Welt

Sorry Peter, Dein Zitat war so lang, dass ich dass uebersehen hatte. Das aendert aber nichts daran, dass ich Deine Aussagen sehr bedenklich finde. Ich habe das Gefuehl, Du bist einer derjenigen, die sich klammheimlich ueber die Anschlaege in den USA gefreut haben.
Du hast gefragt, warum die Menschen hier ueber "die paar tausend Toten" mehr betroffen sind als ueber die Millionen, die jaehrlich woanders sterben. Ganz einfach: Ich arbeite auch fuer einen dieser Weltkonzerne, lebe in einer deutschen Stadt, die auch eine kleine Skyline hat (von ihrem Bewohnern auch "Mainhattan" genannt), und manchmal sitze ich auch in einem Flugzeug. Und da hatte ich mir halt ueberlegt, wie es wohl waere, wenn ich zufaellig in so einer Maschine sitzen wuerde, und die in einen der Tuerme hier in der Naehe einschlaegt.
Aber vielleicht hast Du ja doch recht. Ich haette es irgendwie schon verdient. Jeden Morgen gebe ich mein Gewissen beim Pfoertner ab und und meine Kollegen und ich beuten dann mit aller Kraft die Welt aus. OK, mein oberster Boss ist noch etwas mehr schuldig und haette es eher verdient. Aber andererseits, ich habe ja auch ein paar Aktien der Firma, bin also Miteigentuemer. Also waere ich ja selber schuld. Warum arbeite ich auch fuer so einen Laden. Dadurch bin ich ja "beteiligt" und muss mit so etwas rechnen.

>Wie schon gesagt, das ganze ist keinesfalls aggressiv gemeint, und ich bin gegen Gewalt. Und ich bin auch keineswegs gefährlich oder so.
Die geistigen Brandstifter sind genauso gefaehrlich wie jene, die dann spaeter mit den Gewehren durch die Strassen laufen, schau mal in Deine Geschichtsbuecher...

So, jetzt muss ich aber zur Arbeit. Hmm, lass ich mein Gewissen gleich ganz zu Hause oder brauch ich's vielleicht noch in der Mittagspause?
 

Stormbringer



Anmeldungsdatum: 11.01.2001
Beiträge: 1570
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 09. Nov 2001 9:59   Titel: Re: Dritte Welt

Wie sagte doch unser Politiklehrer:
"Persönliche Dogmatik ist der Anfang allen Übels ..... und wehre den Anfängen, gleich wie sie aussehen."
Ich finde es absolut bedenklich, wenn solche Punkte heutzutage schon gemischt werden .... Armut in unterschiedlichsten Ländern, und z. B. terroristischer MAssenmord á la Twin Towers.
Aber es scheint heutzutage schon zur Normalität zu gehören, wenn auch argumentativ erst einmal Äpfel mit Birnen in Verbindung gebracht werden .....
Die RAF, ETA oder ähnliche Gruppen mit El Kaida zu vergleichen, hinkt spätestens am Punkt der Motivation.
RAF - politisch
ETA - politisch/national
El Kaida - religiös
Situationen in der sog. Dritten Welt - diese werden und wurden oftmals nicht durch Länder dr Ersten oder Zweiten Welt gestartet, wohl aber benutzt. Klimatische Katastrophen (Dürre, Überschwemmung, etc.) sind nun einmal nicht per sé erst einmal eine Folge der Ersten und Zweiten Welt, sondern vielmehr eine Folge der geographischen Lage. Hinzu kommen oftmals halt noch mehr als korrupte Machthaber - ehemalige Stammesführer, die ihre Konkurrenten halt beseitigen ließen.
Teilweise mit Hilfe von außen, welche aber auch immer angefordert wurde!!! Und danach kommen halt die Konzerne ins Spiel, die sich um irgendwelche Vorteile bemühen .... klar, tut der einzelne Bewohner ja auch .... oder warum werden Kinder von Erwachsenen beim Austeilen von Essensrationen teilweise zu Tode geprügelt ...?
Selbiges gibt es aber auch hier. Da wird das Gewissen mit einer Spendenquittung (ja, die muß schon sein!!!) leichtfertig erkauft; wenigstens gibt das arme Kind aus Kamerun beim örtlichen Finanzamt auch noch eine gute Figur ab ...
Aber selbst die getöteten Personen der Hilfsdienste in den Twin Towers sind ihren Tod ja eigentlich selbst schuld ... na klar ....
Ich gehe aber ganz stark davon aus, daß Du, PeterM, einen großen Teil Deiner Einkünfte direkt, selbst ohne Dir dafür Zinsen einzustreichen, an eine afrikanische Großfamilie übergibst, gell? (Wohlgemerkt: dies ist der erste personenbezogene Satz hier!!!)
Wenn schon etwas moralisiert wird, dann doch bitte nicht in der Art: "wir leben so und so ...", oder "uns geht es ...", sondern wenigstens "meine Moral sagt mir, ...., und darum führe ich konsequenterweise dieses und jenes ..." oder "mein Gewissen läßt dies und das nicht ..... darum mache ich ...".
Es ist schon erschreckend genug, wenn u. a. die Kirchen mit ihren Vertretern leicht schief argumentieren, warum gerade man selbst für dies und das Geld geben soll, aber das Eigentum der Kirchen unangetastet bleibt.

Es wird keine für alle Beteiligten befriedigende, allumfassende Lösung geben - spätestens wenn mal wieder der Neid irgendwo ausbricht, oder ein Dogmatismus erzeugt wird, oder oder oder ....
Jeder sollte für sich selbst etwas suchen, bei dem er selbst ehrlich helfen kann, und dies tun und stillschweigen bewahren - nicht nach Spendenquittungen fragen, nicht gesellschaftlich Protzen wie generös man ist, sondern es einfach tun. Und der Fairness halber nicht nur in der Dritten Welt, es gibt auch noch eine sog. Vierte Welt (oder wurde diese schon als nicht helfenswürdig abgeschrieben?), aber auch Elend in unseren Schatten; eine warme Mahlzeit kann da schon einiges bewirken, ein nicht weggeworfenes Essen ebenso. Stadtstreicher fingern es ansonsten aus Abfallbehältern, warum es also erst dort hinein werfen? Es ihnen direkt zu geben ist zumindest sauberer.
Wie schnell werden sie von uns irgendwo verjagt? Sie stören halt das subjektive Empfinden ..... aber wenn dies (das verjagen von Personen / Gruppen, die das persönliche Empfinden irgendwie stören) in der Dritten Welt gemacht wird, ist es beklagenswert ... seltsame Moral ....

Gruß
_________________
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