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Frage zur GPL

 
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Jascha
Gast





BeitragVerfasst am: 01. Aug 2002 0:15   Titel: Frage zur GPL

Hi!
Eine rein theoretische Frage, die mich einfach mal interessiert...
Wenn ich ein GPL-Programm weiterentwickle, verändere, anpasse, etc., dann muss ich meine weiterentwickelte Version auch wieder unter die GPL stellen. Soweit klar.
Aber was ist eigentlich, wenn ich ein (neues) C-Programm (1) mit Hilfe von GPL-Programmen entwickle? Wenn ich mein Programm z.B mit vim oder Emacs schreibe, auf der Bash teste und mit dem gcc kompiliere? Muss ich mein Programm dann auch wieder unter der GPL veröffentlichen, oder kann ich dann einfach frech und dreist das Programm als Closed Source-Programm kommerziell vermarken?
(Obwohl die Entwicklung ohne die GNU-Werkzeuge gar nicht möglich gewesen wäre!?)

Greets, Jascha

(1) C-Programm deshalb, weil z.B Perl-Programme grundsätzlich unter die GPL gestellt werden müssen.
 

spark



Anmeldungsdatum: 08.07.2000
Beiträge: 272
Wohnort: Solingen, NRW

BeitragVerfasst am: 01. Aug 2002 2:35   Titel: Re: Frage zur GPL

Ehm, OSX wird mit gcc kompiliert. Damit duerfte sich deine Frage erledigt haben. Wink Natuerlich hat die Wahl deiner Tools nichts damit zu tun welche Lizenz du verwenden kannst.


"(1) C-Programm deshalb, weil z.B Perl-Programme grundsätzlich unter die GPL gestellt werden müssen."

Wie kommst du denn darauf? Perl selbst steht nichtmal unter der GPL.
 
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Chris
Gast





BeitragVerfasst am: 01. Aug 2002 16:39   Titel: Re: Frage zur GPL

@Spark

Vielleicht meint er das, weil Perl eine Interpreter-Sprache ist...


Gruß
Chris
 

Jascha
Gast





BeitragVerfasst am: 01. Aug 2002 17:15   Titel: Re: Frage zur GPL

Hi Spark!

>Ehm, OSX wird mit gcc kompiliert

Ok, dann wäre das ja geklärt...


>Wie kommst du denn darauf? Perl selbst steht nichtmal unter der GPL.

Weil es in einem Buch stand, das mir vorgestern in der Unibib in die Hände gefallen ist. Habs blöderweise dann doch nicht ausgeliehen.
Titel war glaube ich "Programmieren in Perl" oder "Programmierung in Perl" (nicht der Wälzer von Larry Wall!) aus dem Verlag C&L, wenn ich mich richtig erinnere. Muss mal einen Link rauskramen...

Jascha

P.S.
Frage an Dich: wo bist Du eigentlich letztes Jahr im September oder Oktober so plötzlich hinverschwunden?
Keine Posts mehr hier im Forum, keine Flamewars mehr mit LH in den News!? Warst Du krank?
 

Jascha
Gast





BeitragVerfasst am: 01. Aug 2002 17:40   Titel: Re: Frage zur GPL

Was ich oben bezüglich des Buchs geschrieben habe, war Unsinn.

Hier ist der richtige Link zu dem Buch - leider gibts keine Leseprobe.

http://www.galileocomputing.de/katalog/buecher/titel/gp/titelID-337

Jascha
 

spark



Anmeldungsdatum: 08.07.2000
Beiträge: 272
Wohnort: Solingen, NRW

BeitragVerfasst am: 02. Aug 2002 2:45   Titel: Re: Frage zur GPL

Vielleicht verwechselst du das. Perl Programme muessen gezwungenermassen mit Sourcecode ausgeliefert werden (das laesst sich allerdings auch verhindern), da dieser ja erst zur Laufzeit "interpretiert" wird. Das heisst dann aber noch lange nicht, dass es sich um freie Software handelt und schon gar nicht, dass der Code unter der GPL stehen muss.
 
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sdu
Gast





BeitragVerfasst am: 02. Aug 2002 10:48   Titel: Re: Frage zur GPL

Nein : Programme welche mit Tools die unter der GPL stehen entwickelt werden müssen NICHT unter die GPL oder sonstwas gestellt werden.
 

Jascha
Gast





BeitragVerfasst am: 08. Aug 2002 23:02   Titel: Re: Frage zur GPL

Hi Spark!
Sorry, aber zu Deiner Perl-Lizenz-Einschätzung muss ich Dich korrigieren:
ein
$ perl --version
ergibt bei mir:

This is perl, v5.6.1 built for i386-linux

Copyright 1987-2001, Larry Wall

Perl may be copied only under the terms of either the Artistic License or the GNU General Public License, which may be found in the Perl 5 source kit.
[...]

Also steht Perl sehr wohl (auch) unter der GPL.

Was jetzt allerdings immer noch nicht die Frage beantwortet, ob in Perl geschriebene Programme unter die GPL gestellt werden müssen...
 

Descartes
Gast





BeitragVerfasst am: 08. Aug 2002 23:25   Titel: Re: Frage zur GPL

Warum sollte ein von dir geschriebenes <beliebige Programmiersprache hier einfügen> Programm zwingend unter die GPL gestellt werden __müssen__ ?

Wenn du mit Microsoft Visual Studio ein Programm schreibst steht gilt dafür ja auch nicht die Microsoft EULA oder die Lizenz die du für die Installation von Microsoft Visual Studio akzeptiert hast.
 

spark



Anmeldungsdatum: 08.07.2000
Beiträge: 272
Wohnort: Solingen, NRW

BeitragVerfasst am: 09. Aug 2002 4:01   Titel: Re: Frage zur GPL

"Also steht Perl sehr wohl (auch) unter der GPL."

Okok, das macht aber jetzt auch keinen richtigen Unterschied. ;)


"Was jetzt allerdings immer noch nicht die Frage beantwortet, ob in Perl geschriebene Programme unter die GPL gestellt werden müssen..."

Gut, dann nochmal ganz klar die Antwort: _NEIN_
=)
Wirklich nicht.
Z.B. wurde das beruehmte UltimateBB in Perl geschrieben und steht unter einer proprietaeren Lizenz (du kriegst den Source zwar, da sich das schlecht verhindern laesst, darfst den auch aendern, aber auf keinen Fall weitergeben).
 
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Jascha
Gast





BeitragVerfasst am: 09. Aug 2002 16:10   Titel: Re: Frage zur GPL

"Okok, das macht aber jetzt auch keinen richtigen Unterschied. Wink"

Oh doch, stell dir mal vor, Perl wäre unter der
EULA von Microsoft veröffentlicht worden...


"Gut, dann nochmal ganz klar die Antwort: _NEIN_ "

Ok, ich geb mich geschlagen.



@Descartes:

"Wenn du mit Microsoft Visual Studio ein Programm schreibst steht gilt dafür ja auch nicht die Microsoft EULA oder die Lizenz die du für die Installation von Microsoft Visual Studio akzeptiert hast."

Richtig, aber wenn Du z.B mit Frontpage eine Webseite baust, darfst du auf der Seite nichts schreiben, was sich gegen Microsoft richtet...
Zum Glück verwende ich kein Frontpage...
(Manche sagen ja, es hieße in Wirklichkeit "Frontpeitsch"...)
Aber das ist ein anderes Thema...
 

Descartes
Gast





BeitragVerfasst am: 09. Aug 2002 18:24   Titel: Re: Frage zur GPL

@ Jascha
> Richtig, aber wenn Du z.B mit Frontpage eine Webseite baust, darfst du auf der Seite nichts schreiben,
> was sich gegen Microsoft richtet...
Hält diese EULA Klausel überhaupt einem Richterspruch stand ?

In Artikel 5 GG wird jedem Bürger der BRD zugesichert "seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt."
http://www.artikel5.de/

In den USA enthält die Bill of Rights in Amendment I einen gleichlautenden Passus:
"Congress shall make no law respecting an establishment of religion, or prohibiting the free exercise thereof; or abridging the freedom of speech, or of the press; or the right of the people peaceably to assemble, and to petition the government for a redress of grievances."
http://www.law.cornell.edu/constitution/constitution.billofrights.html

wie dem auch sei:
> Zum Glück verwende ich kein Frontpage...
wer benützt denn Frontpage ?
In der Firma bin ich dazu verdonnert mit Frontpage 98 zu arbeiten.

Aber ansonsten ?
Für private Zwecke reicht mir das Erstellen von HTML Seiten mit Mozilla Composer oder gar per vi/vim/gvim/Emacs.

Meine Schwester hatte Ihre Webseite ursprünglich mit Microsoft Frontpage gebaut. Mit dem Ergebnis dass die Seite nur vom Internet Explorer (nicht jedoch Mozilla, Konqueror, ...) "sauber" dargestellt wurde. Damit hätte sie gut leben können -- allerdings hat Frontpage die HTML Seiten nach ein paar Wochen irgendwann einfach so beim Abspeichern dermassen kaputt abgespeichert dass das Layout hinten und vorne nicht mehr gestimmt hat. Also aus dem Backup die letzte Kopie gezogen und diese dann mit Notepad neu gestaltet und dabei auch gleich die ganzen proprietären Frontpage Einträge rausgeworfen und auch gleich das Layout an den HTML4 und XHTML angeglichen. Ergebnis: Eine light-weight Webseite die sowohl in IE als auch in Mozilla und Konqueror gleich angezeigt wird und ein sauberes HTML-Design (zumindest zu vorher mit Frontpage) aufweist.

Es geht halt doch nichts an "If you want something done right you have to do it yourself." dran vorbei.
 

TuX
Gast





BeitragVerfasst am: 09. Aug 2002 18:47   Titel: Re: Frage zur GPL

@ Descartes
Ich glaube nicht, dass die von dir genannten Abschnitte und Gesetze hier zur Anwendung kommen.
Die EULA ist AFAIK eher mit einer AGB zu vergleichen also sollten hier die §§ 8 u. 9 AGBG zur Anwendung kommen.

Auszug aus der EULA:

> 1. LIZENZGEWÄHRUNG. Dieses EULA gewährt Ihnen die folgenden Rechte:

> Nutzung. Sie sind berechtigt, die Software zu verwenden, zu kopieren und zu ändern sowie Kopien
> der Software zusammen mit Ihren Änderungen als Teil Ihres Softwareprodukts/Ihrer Softwareprodukte
> und Ihrer Dienstleistung(en), einschließlich Ihrer Website(s), zu vertreiben.
>
>· Einschränkungen.
>
>· Sie sind nicht berechtigt, Kopien der Software eigenständig oder als Teil einer Sammlung,
> eines Produkts oder einer Dienstleistung zu verkaufen, zu lizenzieren oder zu vertreiben,
> wenn die Software den primären Wert des Produkts oder der Dienstleistung darstellt.
>
>· Sie sind nicht berechtigt, Software, die Darstellungen von erkennbaren natürlichen Personen,
> Regierungen, Logos, Initialen, Emblemen, Marken oder juristischen Personen enthält, für
> kommerzielle Zwecke oder auf eine Weise zu verwenden oder zu vertreiben, die ausdrückt oder
> nahe legt, dass ein Produkt, eine Dienstleistung, eine juristische Person oder eine Aktivität
> empfohlen wird oder eine Verbindung mit ihm/ihr besteht.
ERLAUBT ?


>· Sie sind nicht berechtigt, mit Hilfe der Software obszöne oder skandalöse Arbeiten zu erstellen,
> wie dies zum Zeitpunkt der Erstellung der Arbeit durch US-Bundesgesetze definiert ist.
Seit wann gelten die US-Bundesgesetze ausserhalb der Zuständigkeit der US-Bundesgerichte ?
Wenn überhaupt dann gelten gleichlautende nationale Bestimmungen.

>· Sie sind verpflichtet, Microsoft in allen Gerichtsverfahren zu verteidigen und von allen Ansprüchen
> freizustellen, einschließlich Anwaltsgebühren, die aus der Nutzung oder dem Vertrieb der von Ihnen
> veränderten Software entstehen.
Bitte ????
ICH muss mich bei Gerichtsverfahren vor Microsoft stellen und diese Firma in eventuellen Gerichtsverfahren VERTEIDIGEN ???

>· Sie müssen einen gültigen Urheberrechtshinweis in Ihre Produkte und Dienstleistungen aufnehmen,
> die Kopien der Software enthalten.
 

jascha
Gast





BeitragVerfasst am: 10. Aug 2002 2:30   Titel: Re: Frage zur GPL

"Hält diese EULA Klausel überhaupt einem Richterspruch stand ?"

Keine Ahnung. Wahrscheinlich eher nicht - zumindest in Deutschland. Wie du richtig sagst: Artikel 5 des GG.

Und ob es in den USA vor Gericht bestehen würde, ist auch zumindest zweifelhaft.

Hier die URL zur Heise-Meldung:
http://www.heise.de/newsticker/data/jes-21.09.01-001/
 

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