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wieviel (Software-)Freiheit braucht der Mensch?

 
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pincky
Gast





BeitragVerfasst am: 09. Jan 2004 14:40   Titel: wieviel (Software-)Freiheit braucht der Mensch?

"Wieviel (Software-)Freiheit braucht der Mensch?"
Diese Frage habe ich mir anlässlich zum 20jährigen Jubiläum von GNU gestellt.

Ich habe mich sehr mit dem Thema Freie Software beschäftig und auch eine ganze Zeit lang ausschließlich Freie Software verwendet.

Die Frage ist, braucht jeder Mensch wirklich unbedingt immer alle 4 Freiheiten?
Ich habe diese Frage nicht nur aus meiner Sicht beantwortet sondern immer auch Aussagen von RMS als Grundlage genommen.

Ich werde mal alle 4 Freiheiten durchgehen und meine Meinung dazu sagen, erstmal einen Überblick:
1 Die Freiheit, ein Programm für jeden Zweck einsetzen zu dürfen
2 Die Freiheit, untersuchen zu dürfen, wie ein Programm funktioniert, und es den eigenen Bedürfnissen anzupassen
3 Die Freiheit, Kopien für Andere machen zu dürfen
4 Die Freiheit, das Programm verbessern zu dürfen und diese Verbesserungen zum allgemeinen Wohl zugänglich zu machen

Meine Antworten:
Freiheit 1: Ich glaube hier gibt es wenig zu sagen. Niemand sollte jemand anderes vorschreiben dürfen für welche Aufgabe er ein Programm einsetzt. Daher würde ich diese Freiheit als essentiell bezeichnen.

Freiheit 2: Hier wird es in meinen Augen schon schwieriger. Ich glaube schon das es mittlerweile wichtig geworden ist. Und sei es nur wegen der immer größeren Kontrolle/spyware die durch Software mit geschlossenem Quellcode möglich ist.

Freiheit 3: Wie RMS immer sagt es das Teile unter Menschen ein fundamentaler Akt, deshalb denke ich auch das es niemand verbieten darf.

Freiheit 4: Das ist ja ziemlich ähnlich zu Freiheit 2 und 3. Das ändern betrifft im Prinzip Freiheit 2 und das "diese Verbesserungen zum allgemeinen Wohl zugänglich zu machen" ist im Prinzip Freiheit 3 solange es nicht kommerziell passiert.
Das ist dann auch schon der erste Punkt. Ist es wirklich nötig auch das kommerzielle Vertreiben zu erlauben? Ich würde erstmal sagen nein, wobei natürlich auch ein Programmierer sollte von seiner Arbeit leben können und das geht eben nur wenn er für seine Arbeit auch Geld verlangen darf.

Das sieht jetzt erstmal so aus als ob ich weitgehend der Definition von Freier Software zustimmen würde. Die Frage ist aber noch ob es neben freier Software auch einen Platz für proprietäre Software gibt, RMS und die FSF sagen hier ganz klar nein.

Ich sehe das mittlerweile aber etwas anders. Jede Software sollte Freiheit 1 und 3 ermöglichen (und wegen Kontrollgefahr noch Freiheit 2), da ich diese für sehr wichtig halte und diese wirklich jeden Computer Benutzer betrifft. Freiheit 4 halte ich aber für optional, warum?

Ich habe eine Zeitlang nur freie Software benutzt, brauchte dann aber irgendwann für mein Studium Software die zumindest Freiheit 2 und 4 (teilweise) nicht erfüllte.
Ich bin letztlich zu dem Schluss gekommen, das es für mich trotzdem in Ordnung ist die Software zu benutzen solange sie Freiheit 1 und 3 erfüllt (und meistens auch Freiheit 2). Ich will diese Meinung mit Aussagen von RMS begründen.
RMS sagte z.B. in einer Rede das er für "FreeHardware" keinen Grund sieht, da man mit einem Gerät ja machen kann was man will. Aber genau hier hat er nur mit Freiheit 1 und 3 argumentiert. Ich kann die Hardware für jeden Zweck einsetzen und ich kann sie auch mit Freunden teilen, aber weiß ich wie sie funktioniert und kann ich es ändern? Ich würde diese Frage in der Zeit von Integrierten-Schaltungen verneinen. Weiter sagte auch RMS das er z.B. bei Geräten wie einer Mikrowelle nicht viel Sinn darin sieht das man die Software verändern kann und deswegen nichts unethisches an einer Mikrowelle mit proprietärer Steuerungssoftware sieht.
Das ist für mich auch der Punkt bei normaler Software! Es kommt doch immer auf die Person an. Für einen Hacker wie RMS mag es wichtig sein das er alle 4 Freiheiten hat. Der normale user wird aber nie mit Freiheit 2 und 4 in berührung kommen. Er benutzt Softwar wie RMS die Mikrowelle, sie soll einfach eine Aufgabe erfüllen und das macht sie auch.

Deswegen komme ich zu dem Schluß, dass jedem Menschen Freiheit 1 und 3
 

pincky
Gast





BeitragVerfasst am: 09. Jan 2004 14:46   Titel: Re: wieviel (Software-)Freiheit braucht der Mensch?

*opps* falscher klick, deswegen geht es hier weiter...

Deswegen komme ich zu dem Schluß, dass jedem Menschen Freiheit 1 und 3 haben sollte. Man sieht es auch daran das sich eigentlich jeder (auch user von proprietärer Software) diese Freiheit herausnimmt, unabhängig von der Lizenz eines Programmes. Für Freiheit 2 sollten ebenfalls die Menschen sensibilisiert werden, gerade da es eben immer mehr Kontrollmechanismen und spyware in Software gibt, welche diese Freiheit nicht erfüllt. Freiheit 4 halte ich aber für absolut optional, die sehr stark auf die Person ankommt die eine bestimme Software einsetzt.

Deshalb gaube ich das es mehr wie das schwarz/weiß gibt und, ich nenne es jetzt mal semi-freie-Software, durchaus auch einen Platz in unserer Software Welt hat und auch haben sollte.
Klar wäre es besser wennn jeder Freiheit 4 hätte, egal ob er sie nutzt oder nicht, ich halte es aber auch nicht für "unethisch" wenn jemand auf diese Freiheit verzichtet weil er das Programm eben nur wie eine Mikrowelle nutzt

So, jetzt genug geschrieben, was meint ihr dazu...
 

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