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BeitragVerfasst: 16. Okt 2005 11:56 
Hallo Gemeinde,

kann mir bitte jemand folgende generelle Frage beantworten?

Ich suche nach einen oder mehrereren Gründen, warum bzw. wann man ein nicht leeres mount-Verzeichnis verwendet.

Normallerweise sollte man ja ein leeres Verzeichnis mounten.

Ich bitte um eure Hilfe

grüße Thomas


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16. Okt 2005 12:14 
Zitat:
Ich suche nach einen oder mehrereren Gründen, warum bzw. wann man ein nicht leeres mount-Verzeichnis verwendet.
Ganz einfach: als Fallback.

Kleines Beispiel:
Bei uns hier werden einige Pfade per NFS gemounted - darunter auch das Verzeichnis "/domain/etc". In diesem Verzeichnis liegen Konfigurationsdateien, die auf jedem Rechner gleich sein sollen. Die lokalen Rechner linken dann z.B. eine Datei aus /domain/etc nach /etc. Dadurch reicht es aus ein Konfigfile unter /domain/etc zu aendern und alle Rechner im Netz profitieren sofort davon.
Das Problem ist jetzt aber, dass unser NFS Server u.U. beim Booten mal nicht verfuegbar sein koennte. Deswegen liegen auf allen Rechnern unter /domain/etc noch Standard-Konfigurationsdateien - so koennen die Kisten zumindest booten, selbst wenn der NFS Server mal weg ist. Sehr praktisch das ganze.

Gruss,
Alex


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BeitragVerfasst: 16. Okt 2005 12:34 
Danke Alex für das schnelle Feedback...

Noch eine Abfrage zum Schluss. Bei gewöhnlichen mounten sollte das Verzeichnis allerdings leer sein schreibt die Literatur zumindest.
Wie kann man dies begründen? D.h. also was sind die Nachteile, falls das Verzeichnis nicht leer ist?

Danke und Gruß Thomas


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BeitragVerfasst: 16. Okt 2005 12:59 
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prolinux-forum-admin

Registriert: 26. Jun 2004 21:18
Beiträge: 1444
#mkdir -p /aaa/bbb
#ls /aaa/
bbb
#mount -t $bla /dev/sülz /aaa
#ls /aaa/bbb
no such file or directory

Vor dem mounten verwies /aaa auf die Rootpartition. Nach dem mounten auf /dev/sülz. Das Verzeichnis bbb auf der Rootpartition ist somit nicht ansprechbar.


MfG, Klopskuchen

_________________
When all else fails, read the instructions .


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BeitragVerfasst: 16. Okt 2005 13:14 
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prolinux-forum-admin
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Registriert: 14. Jan 2000 15:37
Beiträge: 699
Wohnort: Jülich
Es gab (gibt?!?) Backup-Software, die leere Verzeichnisse einfach nicht mitsicherte. Wenn nun an einem Mountverzeichnis kein Dateisystem eingehängt war und das Backup lief, wurde das Verzeichnis nicht mitgesichert. War das Restore fällig, konnte danach die Kiste nicht mehr booten, weil die Mount-Verzeichnisse fehlten... %^)

Daher findet man auch heute noch Dateien mit Namen ".keep" oder so in Verzeichnissen, die als Mountpunkt dienen sollen. Denn durch diese ist das Verzeichnis eben nicht leer und wird in jedem Falle mitgesichert.

Um klopskuchen zu ergänzen: Die Dateien/Verzeichnisse im Mount-Dir sind natürlich noch vorhanden, wenn ein Dateisystem dort gemountet wird. Man kommt halt nur nicht mehr über den Pfad an die Datei heran. Nach einem umount werden sie wieder sichtbar.

Dafür gibt es auch eine ganz logische Erklärung. Unter UNIX wird eine Datei durch eine I-Node repräsentiert. Diese enthält Informationen darüber, wem die Datei gehört, wie die Zugriffsrechte aussehen, die Zeitstempel und nicht zuletzt, wo die Daten auf der PLatte eigentlich gespeichert sind. Was dort nicht gespeichert ist, ist der Name der Datei!

Dafüt sind dann die Verzeichnisse da, die man vereinfacht als Tabellen beachten kann, die einen Namen zu einer I-Node zuordnen:
Code:
I-Node      Name
3452        passwd
3674        group
3512        shadow
...
So könnte es im /etc-Verzeichnis aussehen. Wenn nun ein Dateisystem an einem Verzeichnis gemountet wird, wird dort die neue "Tabelle" vom Wurzel-Verzeichnis des dort eingebundenen Dateisystems eingeblendet. Dadurch "verschwinden" die alten Dateien und erscheinen die neuen...

Jochen

_________________
Die grösste Lüge der EDV? "Mal eben..."


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16. Okt 2005 14:38 
Zitat:
Noch eine Abfrage zum Schluss. Bei gewöhnlichen mounten sollte das Verzeichnis allerdings leer sein schreibt die Literatur zumindest.
Wie kann man dies begründen? D.h. also was sind die Nachteile, falls das Verzeichnis nicht leer ist?
Nachteil wenn nicht leer:
Wie klopskuchen und jochen bereits geschrieben haben, kommt man nicht mehr so einfach an die Daten ran, die "unter" dem Mountpoint liegen. Du musst entweder den darueberligenden Mountpoint unmounten oder die darunterliegende Partition zusaetzlich an einer anderen Stelle mounten z.B. "mount --bind / /mnt/root".

Generell muss das Verzeichnis aber nicht leer sein.

Gruss,
Alex


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