System unter Betrieb replizieren

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sumsi

System unter Betrieb replizieren

#1 Beitrag von sumsi » 01. Apr 2008 8:05

Hallo Mitstreiter,

eigentlich klingt die Aufgabe einfach .... aber ich trau' mich nicht ;(

Ein produktives Sytem soll auf eine andere Hardware repliziert werden, um diese später zu ersetzen.
Das System soll nicht abgeschaltet werden, es ist stark frequentiert.
Als Dienst laufen Apache, Tomcat und Postfix.

Ich suche eine sichere und lastarme Methode dafür ......
Partimage ?

JochenAlsGast

Re: System unter Betrieb replizieren

#2 Beitrag von JochenAlsGast » 01. Apr 2008 9:23

sumsi hat geschrieben:eigentlich klingt die Aufgabe einfach .... aber ich trau' mich nicht ;(
Und womit? Mit Recht! :)
Ein produktives Sytem soll auf eine andere Hardware repliziert werden, um diese später zu ersetzen.
Das System soll nicht abgeschaltet werden, es ist stark frequentiert.
...
Ich suche eine sichere und lastarme Methode dafür ......
Sollte das System auf LVM aufsetzen, hast Du mit LVM-Snapshots eine Chance. Die frieren einen konsistenten Zustand auf dem FIlesystem ein und bieten Dir darauf einen Zugriff, während der normale Betrieb weiterläuft. Bei allen anderen Methoden kann es Dir passieren, dass Du Datei A schon gesichert hast, Datei B aber noch nicht und irgendeine Anwendung A und B verändert, was nur gemeinsam Sinn macht. Low-Level (auf dem Block-Device) geht's gleich gar nicht, da zur Laufzeit Verwaltungsstrukturen des FS im RAM gehalten werden. Speichert man nur die Platte: Instant-korruptes FS.

Setze das neue System auf, teste die Konfiguration & Lauffähigkeit der notwendigen Dienste, sichere dann nur die Daten der Anwendungen und spiele sie im Neusystem ein. Dann testen & beten...

Jochen

sumsi

Neuinstall

#3 Beitrag von sumsi » 01. Apr 2008 9:45

Moin,

danke Jochen. So etwas hatte ich auch schon befürchtet. Dachte auchmal an eine einfache Spiegelung mit rsync, aber ein Neuaufbau mit aktueller Software incl. LVM ist wohl auch das
Beste.

Grüße
sumsi

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hjb
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#4 Beitrag von hjb » 01. Apr 2008 10:39

Hi!

Mit rsync habe ich schon zahlreiche Systeme geklont. Man muss halt aufpassen, dass man keine virtuellen Dateisysteme mitklont. Also Option -x und jedes Dateisystem einzeln kopieren. Ein Fallstrick ist noch, dass man auch /dev/.static/dev kopieren muss, sonst geht es in die Hose.

Nach der ersten Synchronisation hat man natürlich einen veralteten Stand auf dem Zielsystem. Also synct man ein zweites Mal. Dann fährt man alle Dienste auf dem alten System runter und synct nochmal, so hat man einen konsistenten und aktuellen Stand.

Dann muss man die wichtigsten Konfig-Dateien auf dem Zielsystem anpassen, GRUB installieren, und kann es danach erfolgreich booten.

Grüße,
hjb
Pro-Linux - warum durch Fenster steigen, wenn es eine Tür gibt?

sumsi

rsync

#5 Beitrag von sumsi » 01. Apr 2008 15:48

Danke,

jeder Tip eines möglichen Fallstricks ist nützlich ;-)

Das geht wahrscheinlich dann weiter mit /etc/: sysctl, hdparm.conf, modules usw.

Bin das erste mal groß auf einer SuSE, gibts bei dem devpts 'was zu beachten oder ist das wie das /proc außen vor zu lassenß

LG
sumsi

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#6 Beitrag von hjb » 02. Apr 2008 10:23

Hi!

Um devpts und /proc sollte man sich gar nicht kümmern. Wie gesagt, -x bei rsync verwenden, so wird nichts außerhalb des aktuellen Dateisystems kopiert.

Es kann nötig sein, einzelne Dateien in /etc anzupassen. Da es sich um ein geklontes System handelt, sollte es sich auf fstab beschränken. Falls du smartd einsetzt, könnte sich dessen Konfiguration auch ändern, das ist aber nicht kritisch.

Grüße,
hjb
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