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Gesamte Festplatte kopieren

 
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LA_One



Anmeldungsdatum: 07.05.2008
Beiträge: 31

BeitragVerfasst am: 13. Mai 2008 20:38   Titel: Gesamte Festplatte kopieren

Hallo,

Ich habe vor geraumer Zeit einen Pc von meiner Freundin geliehen bekommen und mir nach und nach meinen eigenen PC zusammengestellt. Jetzt habe ich lediglich nur noch die Festplatte meiner Freundin im PC. Ich bekomme aber in den nächsten tagen eine eigene und wollte mal wissen ob es möglich ist die kompletten Dateien inklusive des Ubuntu 8.04 Systems auf eine 2. Platte zu kopieren ohne das man dann wieder sämtliche Programme nachinstallieren muss.
Ich habe mir mittlerweile mein Ubuntu so eingerichtet das es für mich perfekt ist und habe auch keine Lust wieder einige Stunden damit zu verbringen alles neu einzurichten.
 
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brutos
Gast





BeitragVerfasst am: 14. Mai 2008 7:03   Titel: rsync

Moin,

rsync ist ein gutes Tool, um Daten zu kopieren.
Und wenn der Bootmanager Grub ist, dürfte es auch keien Problem geben.
Nur die Partitionen müssten noch manuell angelegt werden.
 

LA_One



Anmeldungsdatum: 07.05.2008
Beiträge: 31

BeitragVerfasst am: 14. Mai 2008 8:35   Titel:

Also mit anderen Worten, der kopiert mir mit dem Tool alle Daten, also auch den Bootmanager und das Betriebssystem auf die andere Festplatte
 
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Janka



Anmeldungsdatum: 11.02.2006
Beiträge: 3569

BeitragVerfasst am: 14. Mai 2008 10:00   Titel:

Das richtige Vorgehen ist es, beide Platten anzuklemmen und dann mit einer Live-CD zu booten. Dann kann man sicher sein, dass sich auf der Quellplatte nichts ändert, während man sie kopiert.

Nach dem Booten von der Live-CD muss man erstmal feststellen, welche Devicenodes die beiden Platten haben. Das können /dev/hda und /dev/hdb sein, oder auch /dev/sda und /dev/sdc usw. Am einfachsten macht man das mit "fdisk -l /dev/hda" usw. Da sollte bei einer vorhandenen Platte keine Fehlermeldung kommen, und bei der Quellplatte sollte man die Partitionstabelle wiedererkennen.

Als nächsten Schritt die Partitionen auf der Zielplatte umounten, die da evtl. noch drauf waren und automatisch gemountet wurden. Mit "mount" kriegt man alle aktuellen mounts raus. Dann "umount /dev/hdb1" oder ähnlich.

Jetzt den Bootlader kopieren. Wenn man Grub als Bootmanager benutzt, muss man die ganze erste Spur auf die Zielplatte kopieren. Das geht mit "dd if=/dev/quellplatte of=/dev/zielplatte bs=512 count=63"

Jetzt mit "fdisk /dev/zielplatte" die Partitionen ähnlich denen anlegen, die auf der Quellplatte drauf waren. Die Größe muss nicht genau stimmen, größer geht auch, aber die Reihenfolge und die Typen muss man beibehalten. Falls dir fdisk nicht zusagt, kannst du dafür auch cfdisk benutzen.

Jetzt Dateisysteme auf der Zielplatte anlegen, so wie sie auf der Quellplatte drauf waren. Den Dateisystemtyp kriegt man mit "file -s /dev/hda1" usw. raus. Danach "mkfs -tDateisystemtyp /dev/zielplatte1" usw. bemühen. Swapspace macht man mit "mkswap" statt mkfs.

Wenn man die Dateisysteme auf der Zielplatte hat, kann man diese nacheinander mounten: "mount /dev/zielplatte1 /mnt". Danach mit cp oder rsync oder wasauchimmer die Dateien nach /mnt kopieren, das ist ja das Zieldateisystem auf der Zielplatte.

Janka
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dubdidu



Anmeldungsdatum: 15.04.2006
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: 28. Mai 2008 3:28   Titel:

Hallo Janka Smile

Ich bin gerade selbst inmitten eines Experiments dieser Art und möchte dich gerne mit einigen Zusatzfragen belästigen. Es ist etwas viel auf einmal, aber Du würdest mir echt weiterhelfen.


===== (1) Bootloader kopieren =====

Weshalb count=63? Müsste ein einmaliger Durchlauf nicht auch ausreichen?

Könnte man alternativ auch das Kopieren des Bootloaders zunächst gänzlich weglassen und erst nach dem Kopieren von Quellplatte nach Zielplatte den Bootloader mittels Live-CD oder Installations-CD ganz frisch/neu erstellen lassen?


===== (2) Partitionen auf der Zielplatte anlegen =====

Was passiert, wenn man dort größere Partitionen anlegt als auf der Quellpartition vorhanden waren? Es könnte ja sein, dass die neue Zielplatte viel größer ist und man dies ausnutzen möchte. Hat man dann jeweils auf der Zielplatte/Partition als gewolltes Ergebnis mehr Speicherplatz zur Verfügung? Und wenn ja, klappt dies dann nicht nur bei reinen Datenpartitionen, sondern auch bei Systempartitionen?


===== (3) Dateisysteme auf der Zielplatte anlegen =====

Angenommen, die Ursprungs-Festplatte hat mehrere Partitionen, z.B. Windows-System (NTFS) und Linux-System (ext3) und eine Datenpartition (FAT) und noch eine Datenpartition (NTFS) und natürlich die Swap.
Dann wäre sozusagen die korrespondierende Formatierung der Partitionen auf der Zielplatte eine zwingend vorbereitende Maßnahme?


===== (4) Kopieren von Quelle nach Ziel =====

Kann man dies auch wiederum ganz einfach mit Disk-Dump erledigen?


Vielen Dank schonmal für die Mühe. Liebe Grüße Smile
 
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Janka



Anmeldungsdatum: 11.02.2006
Beiträge: 3569

BeitragVerfasst am: 28. Mai 2008 6:59   Titel:

dubdidu hat folgendes geschrieben::

===== (1) Bootloader kopieren =====

Weshalb count=63? Müsste ein einmaliger Durchlauf nicht auch ausreichen?

Das ist nicht die Anzahl der Durchläufe, sondern die Anzahl der Blöcke. Und da die Blockgröße mit bs=512 auf 512 Bytes festgelegt wurde, handelt es sich dabei auch um die Anzahl der LBA-Sektoren auf der Quellplatte. Die erste logische "Spur" ist bei LBA-Addressierten Platten maximal 63 Sektoren lang (Sectors-Angabe der Platte). Und wenn's mal zuviel ist, schadet das hier auch nicht, weil wir ja die Zielplatte sowieso im folgenden Schritt weiter überschreiben.

$ man dd

Zitat:

Könnte man alternativ auch das Kopieren des Bootloaders zunächst gänzlich weglassen und erst nach dem Kopieren von Quellplatte nach Zielplatte den Bootloader mittels Live-CD oder Installations-CD ganz frisch/neu erstellen lassen?

Ja, aber das ist deutlich aufwendiger und fehleranfälliger.


Zitat:

===== (2) Partitionen auf der Zielplatte anlegen =====

Was passiert, wenn man dort größere Partitionen anlegt als auf der Quellpartition vorhanden waren? Es könnte ja sein, dass die neue Zielplatte viel größer ist und man dies ausnutzen möchte. Hat man dann jeweils auf der Zielplatte/Partition als gewolltes Ergebnis mehr Speicherplatz zur Verfügung? Und wenn ja, klappt dies dann nicht nur bei reinen Datenpartitionen, sondern auch bei Systempartitionen?

Ja, Ja. Ja. Als nächsten Schritt nach dem Erstellen der Dateisysteme kopiert du ja keine Images mehr, sondern Dateien. Das Dateisystem hattest du zuvor ja automatisch mit der neuen Partitionsgröße angelegt.

Zitat:

===== (3) Dateisysteme auf der Zielplatte anlegen =====

Angenommen, die Ursprungs-Festplatte hat mehrere Partitionen, z.B. Windows-System (NTFS) und Linux-System (ext3) und eine Datenpartition (FAT) und noch eine Datenpartition (NTFS) und natürlich die Swap.
Dann wäre sozusagen die korrespondierende Formatierung der Partitionen auf der Zielplatte eine zwingend vorbereitende Maßnahme?

Richtig. Wenn du das System klonen willst, müssen die Partitionen an derselben Stelle bleiben. Sonst findet die Grub-Schnellkopie ihre Stage 1.5 nicht oder der Kernel kann sein root-Dateisystem nicht finden. Die MS-Windows-Dateisysteme sind irrelevant, da nicht zum Booten benötigt. Die kann man später in /etc/fstab nachtragen, wenn man will. Wenn man sie nicht mehr braucht, kann man sie beim Partitionieren weglassen. Allerdings muss man bei den Partitionsnummern trotzdem eine Lücke lassen. Mit dem Linux-fdisk geht das.

Zitat:

===== (4) Kopieren von Quelle nach Ziel =====

Kann man dies auch wiederum ganz einfach mit Disk-Dump erledigen?

Nur wenn die Partitionsgrößen exakt übereinstimmen.

Janka
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dubdidu



Anmeldungsdatum: 15.04.2006
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: 28. Mai 2008 16:38   Titel:

Hallo nochmal Janka Smile

Super. Tausend Dank für die schnellen und ausführlichen Infos, die mich vor diversen voreiligen Kurzschlüssen bewahrt haben.

Jetzt kann ich mit meinem Experiment weitermachen.

Liebe Grüße Smile
 
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