Drucker: USB oder Netzwerk?

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hjb
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Drucker: USB oder Netzwerk?

#1 Beitrag von hjb » 27. Jun 2008 11:05

Hi!

Mein 14 Jahre alter HP Laserjet 4P druckt mittlerweile so schlecht, dass ich ihn wohl verschrotten muss. Neuer Toner und Reinigen haben nichts geholfen.

Nun frage ich mich, ob ich den neuen Drucker mit USB-Schnittstelle nehmen und über CUPS ins Netz hängen oder direkt einen mit Netzwerkschnittstelle nehmen soll. Hat da jemand Erfahrungen über Vor- und Nachteile?

Randbedingungen: Server, die rund um die Uhr als Druckserver dienen können, sind vorhanden. Der Drucker selbst ist die meiste Zeit ausgeschaltet.

Momentan halte ich die USB-Lösung fast für sinnvoller. Denn USB 2.0 ist schneller als Fast Ethernet, und ich habe die Flexibilität von CUPs. Ein Drucker mit Netzwerk hat dagegen einen Druckserver eingebaut, der kaum änderbar ist und möglicherweise das nur LPD-Protokoll nutzt.

Danke für Hinweise!
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Janka
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#2 Beitrag von Janka » 28. Jun 2008 9:41

USB2.0 ist netto kaum schneller als Fast Ethernet, da der Verwaltungs-Overhead bei USB erheblich ist und vor allem USB-Geräte gepollt werden müssen. Ok, für einen Drucker macht das keinen Unterschied.

Wenn der Druckserver sowieso in der Nähe des Druckers steht, spricht nichts gegen USB, das ist im Zweifel sowieso nur ein USB->Parallel-Wandler im Drucker selbst. Wenn du später den Drucker in ein anderes Zimmer umziehen willst, kannst du immer noch einen Druckerserver mit USB-Ausgang dazukaufen.

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Scory
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#3 Beitrag von Scory » 28. Jun 2008 14:48

Ich würde die Netzwerkvariante wählen.

Zum einen haben viele Netzwerkdrucker nicht nur einen Druckdienst, sondern mehrere installiert, und zum anderen bist Du nicht gezwungen, diesen zu benutzen, Du kannst den Drucker auch einfach direkt ansprechen (via IP und Port 9100). Der eigentliche Druckserver ist dann immer noch ein PC.

Das hat den Vorteil, dass Du bei der Standordtwahl des Druckers frei bist, denn Du kannst ihn an jeden Switch hängen und das Kabel darf zudem erheblich länger sein, als USB es erlaubt.

Und es benötigt keinerlei USB Treiber dafür - das kann schon mal Probleme geben.

Ich besitze selbst einen Drucker der alle drei populären Anschlüsse bietet (USB, Parallel, Ethernet) und benutze davon immer nur den Ethernetanschluss.

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hjb
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#4 Beitrag von hjb » 29. Jun 2008 11:14

Hi!

Vielen Dank für die Meinungen! Dann werde ich wohl doch eher die Netzwerkvariante nehmen. Was die Treiber angeht, muss ich mich sowieso noch auf openprinting.org informieren.

Beim Drucker tendiere ich stark zu HP, denn die scheinen qualitativ weit vorn zu liegen. Die paar Euro mehr dürften sich - zumindest bei der Zufriedenheit - ganz schell auszahlen. Wie ich ja an meinem alten Drucker gesehen habe.

Grüße,
hjb
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Scory
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#5 Beitrag von Scory » 29. Jun 2008 14:42

Gute Drucker bauen viele Hersteller, aber gegen HP ist sicherlich nichts einzuwenden. Ich selbst besitze einen Minolta Farblaser (Magicolor 2350 - der erste halbwegs bezahlbare Farblaser), aber wenn Du einen HP haben willst, lege ich Dir den

HP 2605DN

sehr ans Herz.

Der hat die Netzwerkkarte drin, kann ab Werk Duplexdruck (= autom. doppelseitiger Druck); was ich persönlich extrem wichtig finde, da ich viele gebundene Dokumente drucke, besitzt als Druckersprache PCL6 und Postscript 3 (was ihn höchst portabel macht - speziell auch für Linux und Mac OSX) und ist zudem ausgesprochen preiswert, bei Amazon für 320,-€ (keine Versandkosten bei Amazon), der günstigste Preis liegt bei ca. 295,-€ plus Versand, was also kaum lohnt und Amazon ist sehr zuverlässig.

P.S.: Wegen Postscript brauchst Du bei diesem Drucker keine speziellen Treiber zu suchen, da tut es der generic Postscript (der unterstützt selbst schon Duplexdruck, das gehört zum PostScript Standard). Habe ich auch so installiert mit meinem Minolta, geht wunderbar.

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Janka
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#6 Beitrag von Janka » 30. Jun 2008 13:47

Auch ein guter preiswerter S/W-Drucker für Linux: Brother HL5150D. Eigentlich alle aus der Reihe.

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hjb
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#7 Beitrag von hjb » 18. Jul 2008 11:25

Hi!

So, das gute Stück ist nun da. Ich habe mich dazu entschlossen, einen mit Netzwerk und Duplex-Einheit zu nehmen. Der HP 2506DN wäre ganz interessant gewesen, gilt aber inzwischen wohl als Auslaufmodell. Nach einigem Nachdenken bin ich dann zu dem Schluss gekommen, dass ein Drucker, der mit großen Tonerpatronen kommt, trotz des anfänglich höheren Preises langfristig wohl nicht teurer ist. Eine weitere Überlegung war, dass ich keinen Drucker akzeptiere, der weniger als 100% unter Linux funktioniert. Das schließt Drucker wie den Samsung CL 300 aus, die eben nicht ganz perfekt funktionieren.

Deshalb habe ich nun den HP 3505DN. Mit 650 Euro nicht gerade billig, aber immer noch billiger, als vor 14 Jahren mein HP Laserjet 4P war. Die Toner sollen für 6000 Seiten, auch in Farbe, reichen. Ich habe den Drucker via CUPS eingebunden. War völlig problemlos und druckt perfekt. Das einzig Negative ist, dass er recht groß ist, etwa doppelt so hoch wie der alte.

Grüße,
hjb
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