ext3 überbügelt, Daten noch rettbar?

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Balr0g
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ext3 überbügelt, Daten noch rettbar?

#1 Beitrag von Balr0g » 21. Okt 2008 10:33

Hallo!

Ich hab was ganz tolles gemacht! :roll:

Ich wollte gerade auf einem neuen Logical Volume ein ext3-Dateisystem einrichten. Das hat auch super geklappt - nur habe ich aufgrund eines Typos das falsche LV erwischt.
Auf diesem LV war leider bereits ein ext3-Dateisystem mitsamt Daten, die ich eigentlich noch brauche.

Ich habe noch keinerlei Daten auf das neue Dateisystem geschrieben. Gibt es eine Chance wieder an meine Daten zu kommen? (Wenn vielleicht auch nur teilweise...)

Viele Grüße,
Oli

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hjb
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#2 Beitrag von hjb » 21. Okt 2008 11:35

Hi!

Wenn du vorher mit e2image eine Sicherung gemacht hast, ist es wieder herstellbar. Sonst bleiben wohl nur debugfs und professionelle Datenretter.

Grüße,
hjb
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Phoenix
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e2image

#3 Beitrag von Phoenix » 22. Okt 2008 23:33

Hallo hjb,

Du führst explizit das Tool " e2image " an. Ich habe mittels Suchmaschine nachgeforscht, und man findet so einiges.

Allerdings stellt sich mir die Frage, was an dem Tool so besonders gegenüber anderen Linux- Image- Tools ist? Taugen andere Tools, wie
Partimage, Clonezilla, dd, etc. weniger, oder sind diese schwieriger zu handhaben?

Eine kurze Info reicht schon, Infos zu Linux- Image- Tools habe ich schon viele- aber eben keine persönliche Einschätzung

Gruß

Phoenix

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Janka
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#4 Beitrag von Janka » 23. Okt 2008 9:17

e2image sichert nur die Metadaten, nicht die Nutzdaten. Für den Fall oben ist das ausreichend, weil bei Neuanlegen des Dateisystems erst einmal nur der Superblock und seine Kopien überschrieben werden. Die Nutzdatenblöcke bleiben unberührt (es sei denn, man legt andere als die Standard-Superblocknummern fest).

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Phoenix
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Begriffsklärung, betr. e2image

#5 Beitrag von Phoenix » 23. Okt 2008 17:23

Hallo Janka,

danke erstmal für die Antwort. Im WIKI erscheint zu Metadaten eine ganze Menge, leider auch recht weitläufig interpretierbares. Kann ich diesen Begriff hier in diesem Thema darauf reduzieren, daß dies die Dateien des Systems sind? Und die Nutzdatenblöcke sind meine selbst erstellten Dateien (Texte, Fotos, ...)? Und zu Superblock habe ich gefunden, daß dies Unix- spezifische Dateizusammenstellungen seien. Stimmt das etwa, was ich hier interpretiert habe?

Hintergrund meiner Nachfrage ist, ob ich mit dem Werkzeug dann auch sowohl meine Windows- als auch meine Linux- Platte sichern kann, wobei die eigenen Dateien sowieso separat in einem Backup gesichert werden sollen, die Systemdateien dagegen in einem Image?

Danke für eine kurze Klärung

Phoenix

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Janka
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#6 Beitrag von Janka » 23. Okt 2008 21:57

Nein, die Metadaten eines Dateisystems sind eben gerade nicht die Nutzdaten.

Der Superblock enthält die wichtigsten Metadaten im Dateisystem, nämlich die Position der obersten Inodes (Pointer auf Verzeichnisse und Dateien) auf der Platte. Ohne den Superblock weiß man nicht,in welchen Blöcken die Dateien liegen. Der Superblock ist so wichtig, dass es mehrere Kopien davon gibt, die immer auf dem aktuellsten Stand gehalten werden.

Beim Neuanlegen eines Dateisystems werden eben genau der Superblock und seine Kopien mit einer Vorlage überschrieben. Dadurch ist das Dateisystem dann leer.

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