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Thema: Miguel de Icaza kritisiert GTK 3.0

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Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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Von Marc Reichelt am Mi, 16. Juli 2008 um 02:26 #
Ich kann die Diskussion rund um Qt und GTK nachvollziehen - für jede Seite gibt es Vorteile, aber insgesamt ist die Situation momentan doch etwas unbefriedigend.

1. Eine Zusammenführung von Qt und GTK wäre zunächst aufwändig, würde aber längerfristig zu besseren Ergebnissen führen. Entwickler hätten einen Standard an den sie sich halten könne, und im Zweifelsfall gäbe es immer noch andere Toolkits. Derzeit sieht es doch so aus, dass Gnome-Entwickler gerne Anwendungen von KDE nach Gnome portieren (z.B. AmaroK) oder umgekehrt. Dies sorgt zwar für Vielfalt, ist für den Benutzer aber schwer nachzuvollziehen, und die Entwickler haben doppelten Aufwand.

2. Eine Zusammenführung müsste auch proprietäre Software erlauben das Toolkit zu verwenden - sprich: LGPL. Dies ist eben eine Hürde weniger für Linux auf dem Desktop und es sorgt für weitaus weniger Komplikationen. Die Toolkits unter Windows stehen doch auch "kostenlos" für alle zur Verfügung, und der Grund dafür ist leicht ersichtlich: Die Entwickler haben die Freiheit zu entscheiden.

3. Unterschiedliche Desktops unter Linux haben sich eingebürgert. Es spricht aber nichts dagegen, dass etwa Gnome und KDE in neueren Versionen auf das gleiche Toolkit setzen. Die Unterschiede liegen praktisch gar nicht in den Toolkits (die lassen sich mit zugegebenermaßen viel Aufwand austauschen), sondern in der Einstellung und Oberfläche. Beispielsweise bietet KDE wesentlich mehr Konfigurationsoptionen in den GUIs, während Gnome eine schlichte Vorauswahl trifft und so für den einfachen Anwender eventuell eher geeignet ist.


Fazit:
Unterschiedliche Desktops sind gut, da sie den Anwendern die Wahl lassen, unterschiedliche Toolkits aber nicht, da sie einen Mehraufwand für die Entwickler darstellen - und für Unmut auf Seiten der Anwender sorgen.


Freundliche Grüße
Marc

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    Von fuffy am Mi, 16. Juli 2008 um 08:52 #
    Unterschiedliche Desktops sind gut, da sie den Anwendern die Wahl lassen, unterschiedliche Toolkits aber nicht, da sie einen Mehraufwand für die Entwickler darstellen - und für Unmut auf Seiten der Anwender sorgen.

    Dein Fazit ist ja interessant. Unter Windows gibt es unzählige Toolkits, um grafische Anwendungen zu entwickeln, angefangen bei den MFC über Qt bis hin zu WPF. Nichts davon hat dem Desktop geschadet (und es gibt nur einen).

    Außerdem können die Entwickler sich das Toolkit nach ihren Vorlieben aussuchen. Diese Auswahlmöglichkeit würdest du durch die Forderung nach einem Toolkit untergraben.
    Dass es noch einige extravagante Toolkits gibt, hilft insofern nicht, als dass diese sich vermutlich dem Desktop nicht anpassen würden, also wie ein Fremdkörper wirken.

    Das grundsätzliche Problem unter Linux ist eher, dass von Seiten des Betriebssystems (Kernel + X11) keinerlei Unterstützung des Desktops gegeben ist und deshalb jedes Toolkit Dinge wie VFS selbst implementiert, natürlich möglichst inkompatibel zur Konkurrenz. Solche Dinge gehören eigentlich an eine zentrale Stelle und das Toolkit liefert nur noch eine Fassade auf die zugrundeliegende Bibliothek (oder gar System-Calls).

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      Von Rufus am Mi, 16. Juli 2008 um 16:44 #
      Grundsätzlich stimme ich Dir zwar zu, aber Dein Argument ist Blödsinn. Denn unter Windows gibt es auch viele Viren und allerlei andere Schadsoftware; sollte man dies deshalb auch unter Linux ermöglichen? Und auch Viren haben Windows nicht ersthaft geschadet -- weil sie den First Mover-Advantage auf ihrer Seite hatten.

      Was viele Desktop-Nutzer aber wollen ist eine einheitliche Oberfläche. Deshalb installieren sie sich Dinge wie MediaPlayer Classic unter Windows. Oder Mac-User klagen über das häßliche Aussehen von X-Anwendungen. Das war auch ein Grund, warum die erste Generation von Java-Desktop-Anwendungen grandios gescheitert ist.

      Was also Linux für den Desktop-Markt gut tun würde -- weil man damit mal besser wäre als Windows --, wäre ein gemeinsamer Look'n'Feel inklusive eine gemeinsamen HIG und anderer Standards zur Desktop-Integration. Dazu gehört auch, die Unart aufzugeben, überall ein 'k' reinzuschreiben.

      Glücklicherweise gibt es vieles davon inzwischen, aber wieviele Jahre sind dafür verschwendet worden?

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    Von Solderboy am Mi, 16. Juli 2008 um 09:36 #
    Ich bin komplett dagegen. Ein solches Projekt wäre viel zu groß und alle würden sich nur im Wege stehen. Zumal so ein Projekt wieder viele Manjahre kostet.

    Ich hätte auch keine Lust z.B. GTK Design-Entscheidungen die ich für falsch halte, zu übernehmen.

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