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Thema: Ärger um Multisearch-Plugin in Ubuntu

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Von r3po4 am Fr, 14. August 2009 um 01:15 #
Freeze und Release sind nicht dasselbe, richtig.
Man kann aber jetzt nicht im Juli kommen und auf einmal ohne Rücksprache ankündigen, dass man jetzt im Dezember freezen will. Die Planungen der einzelnen Teams waren darauf nicht eingestellt. Hätte man das im Februar kurz nach dem Lenny-Release gemacht, dann wäre genug Zeit gewesen.
Die Kommentare auf der Mailingliste (Link siehe obiges Posting) sprechen da Bände.
Ich sehe allerdings in einer möglichen Verschiebung des Freezes kein allzu großes Problem.
Dann wird halt Ubuntu 10.10 zum LTS.
Vielleicht sollte man auch überlegen, ob man den Freeze nur als Test macht, ohne Debian Squeeze zu veröffentlichen, Teile davon wie etwa den aktuelleren Kernel könnte man ja in ein "Lenny and a Half" einbauen. Ursprünglich war ja eigentlich beabsichtigt, etwa ein Jahr nach dem Lenny-Release eben ein "Lenny and a Half" herauszubringen und nicht schon Squeeze.

"Und nur, weil Ubuntu evtl. auch einen Vorteil daraus ziehen könnte, ist es automatisch schlecht?"
Ich sehe nur keinen wirklichen Vorteil für Debian.
Nach dem möglichen Freeze im Dezember 2009 würde Ubuntu dieses "Squeeze" bestimmt als Ubuntu 10.04 LTS im April 2010 veröffentlichen. Debian hingegen würde um Einiges später releasen, da Debians Freezes recht lange dauern. (Man sollte in diesem Zusammenhang auch nicht die Tatsache vergessen, dass Debian viel mehr Architekturen als Ubuntu unterstützt.)
Sind das denn Vorteile?
Nenn mir bitte irgendwelche aus der Sicht Debians.
Letztendlich könnte Debian dieses UbuntuSqueeze-Release für sich selbst auch gleich ausfallen lassen. Debian Squeeze ist dann defacto Ubuntu LTS 10.04 und damit bereits veröffentlicht.

"naja, wir haben da an Kritik immer mal wieder die leidige Contribution-Frage. Die ist nun langsam ausgelutscht."
Ich lasse mich ja gerne belehren, aber auch Du scheinst kein instruktives "Kontributionsbeispiel" von Ubuntu in Richtung Debian zu kennen. Kernelkontribution ist eine völlig andere Sache, nicht jede Distro hat das Know-How, um so etwas tun zu können. Aber Ubuntu muß ja irgendwo in irgendeinem Entwicklungsbereich Stärken haben, also: Wo sind die betreffenden Beispiele?
Wie laufen die Kontributionen Ubuntus Richtung Upstream, z.B. Gnome ab? Das wäre ja auch ein Weg, um dann über Gnome etwas an Debian und alle anderen "zurückzugeben".
Dass ich persönlich keine Beispiele kenne, heisst ja nicht, dass es keine geben könnte.
Also her damit.

"In einem Debianforum wäre ich mir da nicht so sicher."
Das Team und die Nutzer von debianforum.de sind aber sehr nett. Ein Ubuntuforum wie ubuntuusers.de ist natürlich ebenfalls eine hervorragende Nachschlagequelle für Debiannutzer. Das ist mit einer der größte Pluspunkte von Ubuntu, die sehr hilfsbereite Community. Die meisten Tipps funktionieren logischerweise auch unter OpenSuse und anderen Distros.

"Das heißt noch lange nicht, dass ich persönlich es verstehen und gut finden muss."
Das Problem mit der proprietären Firmware im Kernel ist natürlich eine schwierige Geschichte. Man entfernt ja auch nicht die Firmware in Hardwarechips, was im Hinblick auf die Funktionalität schon selten dämlich wäre, da man meist keine Alternativen hat. Im Kernel sieht man aber diese proprietäre Firmware (betroffen sind u.a. r128, radeon, mga) und erkennt, was es heisst, "Software" werkeln lassen zu müssen, von der man nicht weiß, was sie wirklich tut.
Und jetzt hat Debian ja auch seinen Gesellschaftsauftrag.
Hier heisst also die Alternative:
Was ist für Debian besser, ein
1. nicht ganz so freies Debian Main mit Features wie "3D" für einige Grafikchips
oder aber
2. ein vollständig freies Debian Main nur mit "2D"-Funktionen derjenigen Grafikchips, die mit proprietärer Kernel-Firmware arbeiten, um "3D" und teilweise (bei neuesten Grafikchips) 2D-Hardwarebeschleunigung hinzubekommen?
Also nimmt man die proprietäre Firmware heraus und "versteckt" sie in Debian-non-free, um die Nutzer nicht völlig vor den Kopf zu stoßen. Das ist schon eine Art "Eiertanz".
Kurios dürfte auch sein, dass in Zukunft Debian die proprietäre Firmware in seinem Main-Zweig entfernen wird, nur damit sie Ubuntu in seiner Distro sehr wahrscheinlich wieder hinzufügt. Und Gnewsense, das bis dato auf Ubuntu aufsetzt, nimmt diese Firmware dann wieder heraus.

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    Von Idiotenpfleger am Fr, 14. August 2009 um 09:55 #
    okay, der Zeitpunkt ist von Shuttleworth vielleicht auch ungünstig gewählt. Trotzdem ist es keine Einmischung. Das mit dem Test-Freeze ist eine gute Idee. Aber darüber haben andere zu entscheiden.

    Vorteile aus Sicht Debians: mehr User, die die gleiche Version einer Software benutzen = mehr Ideen, mehr Bugs werden gefunden... und eben die Leute, die der Shuttleworth zum Freeze abstellen wollte.

    Contribution: Canonical hat zwei Leute eingestellt, die an Gnome (Design und Usability) arbeiten. Die News-Meldung dazu finde ich aber nicht (mehr). Erstes Ergebnis: das neue Benachrichtigungssystem in 9.04, was ich persönlich zwar nicht so für DEN Brüller halte... aber naja.
    Es ging aber eigentlich nicht um "Kontributionsbeispiele" sondern um VERGEHEN seitens Ubuntu. Denn wie wir ja alle wissen, müsste Ubuntu gar nichts beitragen und es wäre legal. Nichts beizutragen ist also kein Vergehen.
    Wenn also geflamed wird, dass Ubuntu ein Parasit ist und schlecht und was weiß ich... und ich frage nach Beispielen für Vergehen, kommt nix. Also keine Vergehen.... okay. Deshalb betrachte ich die Contributionfrage als sinnlos und erledigt.

    "Das Team und die Nutzer von debianforum.de sind aber sehr nett. Ein Ubuntuforum wie ubuntuusers.de ist natürlich ebenfalls eine hervorragende Nachschlagequelle für Debiannutzer. Das ist mit einer der größte Pluspunkte von Ubuntu, die sehr hilfsbereite Community. Die meisten Tipps funktionieren logischerweise auch unter OpenSuse und anderen Distros. "

    mag sein, dass die Leute im debianforum.de nett sind. Glauben tue ich es trotzdem nicht. Weil es so viele Debian-Nutzer gibt, die sich aufführen wie die Axt im Walde. Man muss nur mal eine Ubuntu-Meldung auf pro Linux lesen und schon sieht man, mit was da um sich geworfen wird. Das macht für mich das Image von Debian und seinen Nutzern aus: Ein Betriebssystem von Prolls für Prolls. Und ich bin der Meinung, dass ich in einem Debianforum statt Hilfe und Antworten (wenn ich sie nicht im ubuntuusers-wiki finde) Aggression ernten würde. Das ist das Image von Debian, das sich bei mir aufgebaut hat.
    Deshalb halte ich mich da raus und nutze kein Debian - nur wenn es nicht anders geht.
    Ich denke auch, dass ich damit nicht der einzige auf der Welt bin. Sowas ist doch schade, oder?
    Ich meine, ich weiß dass es völlig Wurst ist, welches Betriebssystem ich nutze. Wenn aber 1000 Leute genau so denken wie ich... sind das 1000 verlorene Debian-Nutzer...

    Zum Stichwort "Nachschlagequelle": dass man für andere Distri's und deren Problemchen immer das ubuntuusers.de benutzen muss, und sich die Suche nach jeweiligen Distri-eigenen Infoquellen eigentlich sparen kann, ist mir auch schon aufgefallen. Andere Distri's und deren Nutzer scheinen also entweder keinen Wert darauf zu legen, eine Doku zu haben, oder sie verstecken sie schön, damit neue User sie nicht finden... das ist mein Eindruck.
    Und dann wird sich beschwert, dass Ubuntu so viele User hat und "wer weiß was der Shuttleworth vor hat..." usw. Das ist auch eine Art, sein Image abzupolieren...

    Manchmal ist es schon richtig komisch, in der Linuxwelt...

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    Von M wie Meikel am Fr, 14. August 2009 um 15:13 #
    > Man kann aber jetzt nicht im Juli kommen und auf einmal ohne Rücksprache ankündigen, dass man jetzt im Dezember freezen will. Die Planungen der einzelnen Teams waren darauf nicht eingestellt. Hätte man das im Februar kurz nach dem Lenny-Release gemacht, dann wäre genug Zeit gewesen.

    Welche Teams genau sind das denn, denen ein halbes Jahr bis zum Freeze nicht reicht? Oder ist das mehr so eine allgemeine Vermutung von dir?

    > Nach dem möglichen Freeze im Dezember 2009 würde Ubuntu dieses "Squeeze" bestimmt als Ubuntu 10.04 LTS im April 2010 veröffentlichen. Debian hingegen würde um Einiges später releasen, da Debians Freezes recht lange dauern.

    Ich schau das jetzt nicht extra nach, aber aus dem Kopf waren die letzten Freezes kürzer als 6 Monate.

    Und laut den Meldungen hat Ubuntu ja angeboten, das LTS-Release zu verschieben. Die Debian-Leute haben das ja abgelehnt. Jetzt ist die Frage, ob da irgendwelche Indianer bei Debian mehr wissen als die Leute aus dem Release-Team, die direkt mit Ubuntu/Canonical gesprochen haben?

    > Im Kernel sieht man aber diese proprietäre Firmware (betroffen sind u.a. r128, radeon, mga) und erkennt, was es heisst, "Software" werkeln lassen zu müssen, von der man nicht weiß, was sie wirklich tut.

    Völliger Schwachsinn. Wo ist der Unterschied, ob diese böse, subversive Firmware nun fest im ROM steckt oder erst vom Betriebssystem auf den Chip kopiert wird? Die fürchterlich schlimmen Dinge kann sie in beiden Fällen machen.

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      Von r3po4 am Fr, 14. August 2009 um 20:22 #
      Nur zu Deinem letzten Satz:
      Der Unterschied liegt darin, dass man diese proprietäre Kernel-Firmware entfernen kann, ohne einen Ersatz dafür zu haben und ohne dass man gleichzeitig die Grundfunktionalität der betroffenen Grafikkarten gefährdet.
      Vorausgesetzt, man möchte einen freien Kernel, so ist es also möglich, diese proprietäre Firmware gefahrlos zu entfernen.
      Alternativ könnten die Hersteller den unkommentierten Code ja auch freigeben.
Pro-Linux
Traut euch!
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