Login
Newsletter
Werbung

Mi, 7. Dezember 2016, 10:30

Software::Distributionen::Debian

Debian ringt um die Rolle der Paketbetreuer

Derzeit läuft bei Debian eine Diskussion un die Rolle der Paketbetreuer im Projekt.

Software in the Public Interest (SPI)

Ausgelöst durch ein seit Jahren schlecht betreutes Paket namens GNU Global stellt Debian fest, dass das Projekt wenig Handhabe in seiner Verfassung hat, um einem Maintainer ein Paket wegzunehmen, wenn dieser es über einen längeren Zeitraum vernachlässigt, sei es durch Faulheit oder durch Uneinigkeit über die Vorgehensweise.

Wenn innerhalb des Projekts keine praktikable Lösung gefunden werden kann, ein Paket wieder in einen gut gepflegten und aktuellen Zustand zu bringen, bleibt nur die Überstellung des Problems an das Technische Komitee (TC). Allerdings hat das TC noch nie entschieden, einem Maintainer ein Paket zwangsweise wegzunehmen. Jetzt liegt ihm der Fall des Pakets GNU Global vor, das seit 2008 nicht aktualisiert wurde und dessen Betreuer Ron Lee nach Ansicht einiger Entwickler völlig beratungsresistent ist.

Einige Projektmitglieder sehen in einer Diskussion auf der Debian-Project-Mailingliste in diesem Fall das TC außerstande, zeitnah eine Lösung herbeizuführen. Daraufhin hat Ian Jackson, selbst langjähriges Mitglied des TC bis nach der Systemd-Entscheidung, eine Diskussion begonnen, in der er zunächst zu drei Lösungsmöglichkeiten kommt.

Die erste lautet, Debian solle anerkennen, dass das Projekt niemals einem Betreuer ein Paket zwangsweise entziehen werde. Weiterhin sieht er die Möglichkeit, einen neuen Prozess außerhalb des TC zu erstellen um Maintainer von einem Paket zu trennen. Die dritte Möglichkeit wäre laut Jackson, Maintainer ganz abzuschaffen. Hierfür gab es Zustimmung vom ehemaligen Debian-Projektleiter Stefano Zacchiroli.

Vor einer Woche veröffentlichte Jackson den Entwurf einer »General Resolution« (GR), der Befragung aller Entwickler. Es soll ein Gremium entstehen, dass das TC im strittigen Maintainerfragen berät. Dies wurde allerdings im TC als Vertrauensentzug bewertet und dementsprechend nicht gut aufgenommen. Die TC-Mitglieder Philip Hands und Didier Raboud stellten ihren Austritt aus dem Komitee in Aussicht, sollte diese Resolution angenommen werden.

Jackson besann sich daraufhin eines Besseren und machte einen weiteren Vorschlag, der darauf abzielt, alle Pakete in einem Team betreuen zu lassen. Die Erkenntnis entstammt der Tatsache, dass Probleme mit Betreuern meist in der Konstellation Einzelbetreuer entstehen. Eine Richtlinie soll klarstellen, dass Pakete immer mit zumindest einer weiteren Person zu betreuen sind, wenn das machbar ist. Ansonsten sollen Pakete, die nur einen Betreuer haben, jedem Entwickler die Möglichkeit bieten, sich im Paket als Uploader einzutragen und damit gleichberechtigt mit dem Betreuer agieren zu können.

Mittlerweile sind sechs Wochen vergangen, ohne dass sich das TC zu einer Entscheidung hat durchringen können, während ein neuer Betreuer, der bereits Patches für GNU Global in der Schublade hat, nicht zum Zug kommt.

Werbung
Kommentare (Insgesamt: 33 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: MIA (Bolle vom Berg, Mi, 14. Dezember 2016)
Re: Kein Wunder (asdfghjkl, Di, 13. Dezember 2016)
Re[4]: Verstehe ich nicht. (chilli, Fr, 9. Dezember 2016)
Re: MIA (/dev/null, Fr, 9. Dezember 2016)
Re[9]: Kein Wunder (/dev/null, Fr, 9. Dezember 2016)
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung