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Mo, 26. Dezember 2016, 10:08

Software::Kernel

Erste Vorschau auf Linux-Kernel 4.10

Linux-Initiator Linus Torvalds hat die Kernel-Version 4.10-rc1 als erste Testversion für Linux 4.10 freigegeben. Optimierungen beim Schreiben auf die Festplatten und bei der Reaktion auf Festplattenfehler in RAID-Systemen sollen lästige Verzögerungen reduzieren.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Zwei Wochen nach Linux 4.9 hat Linus Torvalds nun die erste Testversion von Linux 4.10 veröffentlicht. Die kommenden sieben Wochen (bei Bedarf auch mehr) dienen zum Testen der Änderungen und Korrigieren der gefundenen Probleme. Nach der neue Rekorde aufstellenden letzten Version ist die neue Testversion keineswegs so klein geraten, wie zunächst vermutet wurde, sondern es kam wiederum eine massive Zahl von Änderungen zusammen. Mit deutlich über 11.000 Änderungen werden die Kernel-Versionen 4.7 und 4.8 wohl übertroffen. Laut Torvalds gab es in den letzten Tagen eine ungewöhnlich hohe Zahl von Code-Bereinigungs-Patches, die sich durch den ganzen Kernel zogen. Auch die Dokumentationsänderungen hatten einen hohen Anteil durch die laufende Umstellung auf das jüngst integrierte neue Dokumentationssystem. Die weiteren Änderungen lagen im Rahmen des Üblichen und betrafen zu mehr als der Hälfte Treiber-Code.

Eine der für die Benutzer am meisten fühlbaren Änderungen dürften die Begrenzungen beim Rückschreiben von geänderten Daten sein. Sie sollen diesen Vorgang flüssiger machen und weniger Latenzen in Vordergrundprozessen verursachen.

Der Kernel kann in der neuen Version beliebige Daten in EFI-Variablen speichern und beim nächsten Booten zur Initialisierung des Zufallsgenerators nutzen. Das soll für mehr Entropie in der frühen Bootphase sorgen, wo diese in der Regel noch sehr gering ist. Die Architektur ARM64 unterstützt jetzt uprobes, Trace-Punkte in Anwendungscode. Die Sicherheit unter ARM64 wurde ebenfalls erhöht, indem der Zugriff des Kernels auf Speicher von Anwenderprozessen eingeschränkt wurde. Die PowerPC-Architektur dagegen wurde um den Aufruf kexec_file_load und Compilierung mit Stack-Schutz erweitert.

Netzwerkpakete können jetzt in Abhängigkeit von der Benutzer-ID geroutet werden, was von Android herrührt. Außerdem gibt es nun IPv6 Segment-Routing. Der Berkeley Packet Filter (BPF) wurde um einen Datentyp erweitert, der eine Least-Recently-Used (LRU)-Liste darstellt. BPF-Programme können jetzt Control Groups zugewiesen oder in Netzwerktunnel eingefügt werden. Das Netfilter-Subsystem kennt nun Objekte mit Zuständen, beispielsweise Zähler und Quotas.

Das RAID-Subsystem erhielt eine schnellere Reaktion auf Laufwerkfehler, die nun unmittelbar als fehlerhaft markiert werden, um weitere Zugriffe und die damit verbundenen Timeouts zu vermeiden. Das Dateisystem UBIFS erhielt eine optionale Verschlüsselung. Das offenbar ungenutzte und nicht gewartete Dateisystem logfs wurde entfernt.

Auch dieses Mal wurden wieder zahlreiche Änderungen in das Perf-Subsystem eingebracht. Tracepoint-Filter erhielten eine verbesserte Musterdefinition. Der neue »Mediated Device«-Mechanismus ermöglicht es, durch Software definierte Geräte für virtuelle Systeme verfügbar zu machen. Ein weiteres virtualisierbares Gerät ist ein kryptografisches Gerät im virtio-Subsystem. Ferner gibt es jetzt den LED-Treiber uleds, der es Anwenderprogrammen ermöglicht, die LEDs zu steuern. Auch virtuelle LEDs lassen sich definieren, so dass Programme systemunabhängig geschrieben werden können, auch wenn einige der angesteuerten LEDs gar nicht existieren.

Darüber hinaus kamen auch wieder Treiber für zahlreiche Chips aller Art hinzu. Die zahlreichen weiteren Änderungen sind im Änderungslog von Git zu finden. Kernel und Patch-Dateien sind von zahlreichen Spiegelservern von kernel.org herunterzuladen.

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Kommentare (Insgesamt: 6 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[4]: na hoffentlich (Sie haben vergessen, Ihren Nam, Mo, 2. Januar 2017)
Re[3]: na hoffentlich (h1z1, So, 1. Januar 2017)
Re[2]: na hoffentlich (Marius3341, Sa, 31. Dezember 2016)
Re: na hoffentlich (kamome umidori, Do, 29. Dezember 2016)
Re: na hoffentlich (Genau, Mi, 28. Dezember 2016)
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