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Mi, 25. Januar 2017, 10:25

Software::Emulatoren::Wine

Wine 2.0 freigegeben

Das Wine-Team hat nach fast vierzehnmonatiger Entwicklungszeit Wine, die freie Laufzeitumgebung für Windows-Programme, in der Version 2.0 veröffentlicht. Die neue Version enthält über 6.000 Änderungen, darunter zahlreiche Verbesserungen bei der Unterstützung von DirectX und neuen Anwendungen.

Wine 2.0

Mirko Lindner

Wine 2.0

Die Entwicklung von Wine (Akronym für »Wine Is Not an Emulator«) begann 1993, um Windows 3.1-Programme auf Linux ausführen zu können. Der damalige Koordinator des Projektes, Bob Amstadt, übergab Wine in der ersten Phase der Entwicklung an Alexandre Julliard, der es immer noch leitet und zusammen mit einem Team von Entwickeln stetig funktionell vorantreibt. So besteht Wine mittlerweile aus mehr als eineinhalb Millionen Zeilen C-Code. In Laufe der Zeit haben sich zudem über 700 Entwickler an der Erstellung der API beteiligt, die mittlerweile die meisten Windows-Systemaufrufe beherrscht.

Mit der Freigabe der Version 2.0 erweitert das Team die Funktionalität von Wine. Zu den Neuerungen der aktuellen Version gehören unter anderem Verbesserungen bei der Grafikausgabe. Die DIB-Engine (Device Independent Bitmaps), die eine direkte Verarbeitung von Bitmaps erlaubt, wurde erheblich beschleunigt. Zudem wurden die GDI-Pfade neu implementiert und der MacOS-Grafiktreiber unterstützt auch Retina-Bildschirme. Zudem haben die Entwickler diverse DirectWrite-Funktionen in die Anwendung implementiert, was zu einer besseren und schnelleren Darstellung von Text und Fonts führen soll.

World of Warcraft unter Wine 2.0

winehq.org

World of Warcraft unter Wine 2.0

Weitere Verbesserungen wurden in der 3D-Komponente von Wine vorgenommen. Die Unterstützung von Direct3D 10 und 11 wurde ausgebaut und bietet unter anderem Unterstützung für Shader 4 und 5 Modelle. Die Unterstützung für Direct3D 11 wurde verbessert und das Speicherlayout der Texturresourcen an Windows-Systeme angelehnt. Die WineD3D-Datenbank erkennt ferner mehr Grafikkarten. Das D3DX-Framework wurde erweitert und unterstützt unter anderem Preshader. Zudem unterstützt die neue Version der API-Nachbildung Gstreamer 1.0 und bietet beim DirectSound eine Möglichkeit des Downmixings.

Das Clipboard der Anwendung wurde vollständig neu implementiert und der Desktop-Modus verbessert. Ferner unterstützt Wine das Web Services API. Die Gecko-Engine wurde auf die Version von Firefox 47 gehoben. Zudem unterstützt Wine 64-Bit-Anwendungen auf MacOS. Die Unterstützung von HID-Geräten wurde überarbeitet und an das Windows-Modell angepasst. Der Kernel bietet darüber hinaus die Möglichkeit des Ladens von mehreren Kerneltreibern innerhalb eines User-Mode-Prozesses.

Eine Liste aller Änderungen liefert die Ankündigung der neuen Version. Wine 2.0 steht als Quellcode sowie in Form von Binärpaketen für einige Distributionen zum Download bereit.

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