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Fr, 10. Februar 2017, 11:40

Software::Web

Sandstorm verliert Unternehmens-Unterstützung

Sandstorm, ein Projekt, das es ermöglicht, in Sandboxen eingeschlossene Webanwendungen einfach zu installieren und zu starten, wird zu einem reinen Gemeinschaftsprojekt, nachdem die gleichnamige Firma ihre Pforten schließen musste.

Mirko Lindner

Sandstorm ist ein System, um eine Reihe von Apps in Containern zu betreiben, wobei diese voneinander und vom Rest des Systems isoliert sind. Die Entwickler beschreiben es als »Wie Google Apps«, aber freie Software, die auf eigenen Servern betrieben werden kann«. Das hört sich im Prinzip ähnlich an wie Docker, und es gibt in der Tat einige Parallelen. Der Schwerpunkt von Sandstorm liegt allerdings auf Webanwendungen, insbesondere für die Kommunikation und Online-Zusammenarbeit. Während es einfach ist, Anwendungen auf dem Desktop oder Mobilgeräten zu installieren, fehlt es für Webanwendungen an einer äquivalenten Infrastruktur. Kurz gesagt, will Sandstorm daher das Web-Äquivalent zum Desktop und Mobilbereich werden. Um eine Webanwendung zu betreiben, sollen die Benutzer keine Kenntnisse über den Betrieb von Webservern, Datenbanken usw. benötigen - sie laden einfach Apps aus dem App-Store herunter und starten sie.

Sandstorm war von Anfang an freie Software und wurde von dem gleichnamigen Unternehmen entwickelt, das durch Investoren und eine Indiegogo-Kampagne finanziert wurde. Die Geschäftsidee des Unternehmens bestand darin, zahlende Kunden mit einer Unternehmensversion namens »Sandstorm for Work« zu gewinnen. Diese Edition sollte ebenfalls vollständig frei sein, aber vorkonfektioniert mit LDAP- und SAML Single-Sign-On, Verwaltung der Zugriffsrechte nach Unternehmensbedürfnissen und anderen Zusätzen kommen. Doch die Unternehmensversion war kein Erfolg, wie Geschäftsführer Kenton Varda jetzt freimütig bekannt gab. Es konnten nicht genug zahlende Kunden gewonnen werden, um Sandstorm voranzubringen. Immerhin konnten wohl die Kosten gerade so gedeckt werden. Doch nun ist der Firma das Geld ausgegangen, und da weitere Geldgeber nicht gefunden werden konnten, wird sie nun geschlossen.

Varda führt das Scheitern hauptsächlich auf zwei Gründe zurück: Die Unternehmensversion besitzt noch Alpha-Qualität und läuft daher noch nicht reibungslos. Sie ist laut Varda zwar benutzbar, aber noch mit zuvielen Einschränkungen. Das zweite Problem war die mangelnde Erfahrung oder Expertise mit der Vermarktung des Produkts.

Trotz dieses Fehlschlags war Sandstorm als Projekt ein Erfolg, schreibt Varda. Es soll daher weiter bestehen und von Interessenten aus der Gemeinschaft weiter entwickelt werden. Varda selbst will technischer Leiter von Sandstorm bleiben, auch wenn er das ab jetzt in seiner Freizeit macht. Auch die Plattform »Sandstorm Oasis«, auf der Benutzer ihre Daten speichern konnten, wird weiter betrieben, so dass die Daten der Benutzer sicher sind. Die Gemeinschaft soll stärker in das Projekt einbezogen werden und mehr Rechte erhalten, bis hin zur Verwaltung diverser Aspekte des Projekts.

Zugleich mit der Ankündigung wurde Blackrock, ein alternatives Sandstorm-Backend, das zum Betrieb von Oasis eingesetzt wurde, unter eine freie Lizenz gestellt. Zudem wurde eine neue Version 0.202 von Sandstorm freigegeben, die die bisher nicht öffentlich zugänglichen Komponenten der Unternehmensversion enthält.

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