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Mi, 15. Februar 2017, 10:09

Software::Distributionen::BSD::FreeBSD

FreeBSD: Statusbericht von Oktober bis Dezember

Das FreeBSD-Projekt hat den Statusbericht für das vierte Quartal 2016 vorgelegt. Die Freigabe von FreeBSD 11 stellte einen Höhepunkt des Quartals dar, zudem kann das gesamte Basissystem mit LLD gelinkt werden und die Zahl der Ports überschritt 27.000.

Anton K. Gural/freebsd.org

Der Höhepunkt des vierten Quartals 2016 war die Freigabe von FreeBSD 11.0 nach mehrjähriger Entwicklung mit vielen Neuerungen. Die Ports-Sammlung enthält nun über 27.000 Pakete, die Zahl der offenen Fehlermeldungen stieg leicht an auf 2250. 176 Personen beteiligten sich an der Pflege der Ports und brachten fast 6.900 Änderungen und Korrekturen ein. Einige Aktualisierungen in diesem Quartal waren GCC 4.9, Perl 5.24 und Python 3.5, aber auch Wine, Xfce, Mono und GDB. Neu hinzu kam unter anderem Varnish 4. Die Unterstützung für FreeBSD 9.3, 10.1 und 10.2 wurde beendet.

Das Kern-Team machte sich Sorgen um die Effektivität des Sicherheitsteams, das sich um entdeckte Sicherheitslücken kümmern und Updates bereitstellen soll. Es wurde daher beschlossen, eine zusätzliche Vollzeitstelle in diesem Bereich zu schaffen. Eine kontroverse Entscheidung war die Entfernung von Jive aus der Ports-Sammlung. Jive ist ein Programm, das Texte parodieren kann. Die Ausgaben können mitunter als beleidigend und rassistisch angesehen werden, was bisher als harmloser Spaß abgetan wurde. Das Core-Team befürchtet aber, dass das Bereithalten des Programms als Befürwortung angesehen werden und mögliche Unterstützer von FreeBSD abhalten könnte. Daher wird es künftig nicht mehr in den Ports verfügbar sein.

Die FreeBSD Foundation konnte 2016 insgesamt über 1,5 Mio. US-Dollar an Spenden sammeln. Damit konnten Entwickler bezahlt werden, um an großen Projekten wie der ARM64-Portierung, VIMAGE-Integration, den Compilerwerkzeugen und dem Zugriffs-Kontroll-Daemon blacklistd zu arbeiten. Weiter wurden Arbeiten an den FreeBSD-Veröffentlichungen, die Infrastruktur, Marketing und Konferenzen unterstützt.

Das Projekt der Portierung von Ceph machte Fortschritte und eine Teilmenge der Werkzeuge läuft nun unter FreeBSD. Fortschritte gab es auch bei OpenBSM, einer BSD-lizenzierten Implementation des Basic Security Module (BSM) von Sun, dem Sysctl-Exporter für Prometheus, ein freies Netzwerküberwachungssystem, libarchive, reproduzierbaren Builds und der Portierung von LXQt, die von einigen Plasma 5-Komponenten abhängt. Das Basissystem kann nun mit dem Linker LLD aus dem LLVM-Projekt gelinkt werden. Das Grafiksystem erhielt Aktualisierungen wie Mesa 13. Teile davon, wie das neue Mesa und die Unterstützung für aktuelle Intel- und AMD-Chips, sind aber noch experimentell.

Bei den Architekturen wurde hauptsächlich ARM64 verbessert. Der Kernel kann nun auf die Gleitkommaregister zugreifen. Außerdem kann er, wo vorhanden, die AES-Instruktionen von ARMv8 nutzen. Optimierte memcpy- und memmove-Funktionen für diese Architektur wurden implementiert. Ferner wurde Unterstützung für den Raspberry Pi 3 implementiert. Mit Ausnahme von WLAN und Bluetooth soll bereits alles funktionieren.

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