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Di, 14. März 2017, 14:31

Software::Distributionen::Debian

Debian-Projektleiterwahl mit zwei Kandidaten

Bei der anstehenden jährlichen Debian-Projektleiterwahl treten zwei Kandidaten an. Der amtierende Projektleiter, der Franzose Mehdi Dogguy, ist bereit, ein zweites Jahr abzuleisten. Sein Gegenkandidat ist Chris Lamb.

Software in the Public Interest (SPI)

Der Debian-Projektleiter bestimmt ein Jahr lang die Richtlinien der Politik des Projektes und füllt damit eine ähnliche Rolle aus wie ein Regierungschef. Er kann vielerlei Aufgaben delegieren und andere Entwickler mit entsprechenden Vollmachten ausstatten.

Vor einem Jahr fand sich nur ein einziger Kandidat für das Amt des Debian-Projektleiters, Mehdi Dogguy, der bereits im Jahr davor kandidiert hatte. Seine Wahl war letztlich nur Formsache. In diesem Jahr kandidiert er erneut, hat aber mit Chris Lamb einen Konkurrenten. Beide Kandidaten haben nun ihre Wahlplattformen veröffentlicht.

Der tunesischstämmige Franzose Mehdi Dogguy arbeitet im Bereich des Hochleistungsrechnens für den Energiekonzern Électricité de France, wo er für mehrere Rechner der Top 500-Liste zuständig ist, die unter Debian laufen. Er ist langjähriger Debian-Mitarbeiter und hat unter anderem Beiträge für OCaml in Debian, das Release-Team, UbuntuDiff und Debian France im Lebenslauf stehen. Seine Wahlplattform enthält im Unterschied zu seiner letztjährigen einige konkrete Ziele und nicht nur Visionen. So will er die bereits im letzten Jahr anvisierte Roadmap aufstellen, in der Veröffentlichungsziele und andere Projektziele dokumentiert werden. Die Anstrengungen zur Gewinnung von neuen Mitarbeitern sollen verbessert werden. Debian soll an die sich ändernden äußeren Bedingungen angepasst werden, unter anderem mit verbesserter Cloud-Unterstützung. Das Projekt »Bikeshed«, das in zwei Jahren keine wesentlichen Fortschritte machte, soll wiederbelebt werden. Das neue Partnerprogramm soll die Finanzierung der Debconf durch Partner und Sponsoren sicherstellen.

Chris Lamb ist ein bekannter Name innerhalb der Debian-Gemeinschaft. Der 31-jährige Engländer arbeitet als freiberuflicher Entwickler. Zu Debian hat er in den letzten Jahren ziemlich viel beigetragen und betreut auch einige Pakete. Für Chris Lamb ist Debian heute relevanter denn je. Er sieht jedoch einige Probleme mit dem derzeitigen Zustand, Symptome sind zum Beispiel die wenig attraktive Webseite, ein Wiki, das in der Qualität hinter dem zu Recht gelobten Wiki von Arch Linux zurückbleibt und Cloud-Anbieter, die nicht Debian als Standardsystem anbieten.

Für Lamb liegen die Probleme hauptsächlich in der Kommunikation und in der Außendarstellung von Debian. Verbessern will er dies unter anderem durch die Organisation von mehr Treffen. Er will es Entwicklern und Anwendern leichter machen, in die Debian-Gemeinschaft einzutreten. Er will ein eigenes Outreach-Programm nach dem Vorbild von Outreachy schaffen und dafür sorgen, dass Hindernisse für ein effektives Arbeiten an Debian aus dem Weg geräumt werden. Die Wahlkampagne endet am 1. April, danach haben alle Debian-Mitarbeiter zwei Wochen Gelegenheit, ihre Stimme abzugeben.

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