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Do, 6. April 2017, 07:54

Software::Desktop::Gnome

Canonical stellt Unity und Mir ein und wechselt zurück zu GNOME

Canonical gibt nach sechs Jahren Unity auf und kehrt ab Ubuntu 18.04 LTS zu GNOME zurück.

Mark Shuttleworth

Mark Shuttleworth, Canonical

Mark Shuttleworth

Ein paar Tage früher und die Nachricht wäre als Aprilscherz durchgegangen: Mark Shuttleworth erklärt im Ubuntu-Blog, Canonical gebe seine Bemühungen um die Konvergenz zwischen verschiedenen mobilen Geräten und Desktops auf und stelle in der Folge Unity 8 und Ubuntu Touch ein. Als Desktop-Umgebung wird Ubuntu ab 18.04 LTS wieder auf GNOME setzen. Ubuntu-Entwickler Michael Hall stellte wenig später auf der Webseite Ars Technica klar, dass damit auch das hauseigene Display-Protokoll Mir keine Option mehr sei und eingestampft werde. Ubuntu wird beim Display-Server auf Wayland setzen.

Shuttleworth schreibt, er habe sich eingestehen müssen, dass seine Vision von der Konvergenz zwischen Geräten nicht mit der Realität übereinstimme. Die Linux-Gemeinschaft habe seinen Vorstoß um die Implementierung von Konvergenz als freie Software als Fragmentierung betrachtet, während die Industrie lieber »dem Teufel, den man kenne« nachrennt und auf proprietäre Lösungen setzt.

Die Entwicklung um Unity 8, Ubuntu Touch und Mir hatte bereits seit einiger Zeit an Intensität verloren. So wurde im Januar bekannt, dass zur Zeit keine weiteren Ubuntu-Smartphones geplant seien und die Entwicklung von Ubuntu Touch eingefroren werde und auf absehbare Zeit nur noch Sicherheits-Updates zu erwarten seien. Die jetzt erklärte komplette Einstellung der Entwicklung um Ubuntu Phones bedeutet für Besitzer dieser Geräte auch das baldige Ende der Benutzbarkeit mit Ubuntu Touch und die Suche nach einem anderen Betriebssystem.

Auch wenn Mark Shuttleworth gesteht, die Entscheidung sei ihm sehr schwer gefallen, so ist es doch nicht das erste Mal, dass Canonical Eigenentwicklungen wieder einstellt. Das hauseigene Init-System Upstart wurde zugunsten von Systemd aufgegeben. Auch die Unternehmungen in Sachen Ubuntu TV und Ubuntu for Android wurden von der Industrie nicht angenommen und landeten im Reißwolf. Canonical will sich nach der Trennung von Unity 8, Mir und Ubuntu Touch künftig neben den erfolgreichen Unternehmungen in Cloud und Internet der Dinge wieder auf den traditionellen Desktop besinnen.

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