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Mo, 17. April 2017, 09:12

Software::Distributionen::Debian

Chris Lamb zum Debian-Projektleiter gewählt

Chris Lamb wurde zum neuen Debian-Projektleiter gewählt. Das ergab die jetzt beendete Wahl unter den Debian-Mitgliedern. Er war als Gegenkandidat gegen den bisherigen Projektleiter Mehdi Dogguy angetreten und will sich für die Vergrößerung der Debian-Mitarbeiterbasis einsetzen.

Software in the Public Interest (SPI)

Vor einem Jahr fand sich nur ein einziger Kandidat für das Amt des Debian-Projektleiters, Mehdi Dogguy, der bereits im Jahr davor kandidiert hatte. Seine Wahl war letztlich nur Formsache. In diesem Jahr kandidierte er erneut, hatte aber mit Chris Lamb einen Konkurrenten. Die Wahlplattformen beider Kandidaten sind weiterhin einsehbar.

Wie Projektsekretär Kurt Roeckx jetzt verkündete, hat Chris Lamb die Wahl knapp gewonnen. Die Anzahl der Wahlberechtigten war mit 1062 allerdings die zweithöchste in der Geschichte von Debian. Nur 2008 gab es eine größere Zahl von stimmberechtigten Mitarbeitern. Die Wahlbeteiligung war allerdings mit 30,3% eine der schwächsten in der Geschichte von Debian. Nur die letztjährige lag noch darunter. Diese Zahlen spiegeln einen langjährigen Trend abnehmender Beteiligung wider. Dies könnte allerdings damit zusammenhängen, dass der Projektleiter hauptsächlich mit repräsentativen und administrativen Aufgaben befasst ist und viele Entwickler keinen Unterschied darin sehen, wer das Amt ausübt. Trotz der geringen Beteiligung wurde die notwendige Zahl von 49 gültigen Stimmen von beiden Kandidaten weit übertroffen und die Wahl ist damit gültig. Details der Abstimmung sind auf der Webseite verfügbar.

Lambs Amtszeit beginnt heute, am 17. April. Der 31-jährige Informatiker aus England arbeitet als freiberuflicher Entwickler. Zu Debian kam er vor zehn Jahren, hat seither ziemlich viel beigetragen und betreut auch einige Pakete. Für Chris Lamb ist Debian heute erfolgreicher und relevanter denn je. Er sieht jedoch einige Probleme mit dem derzeitigen Zustand. Symptome sind zum Beispiel die wenig attraktive Webseite, ein Wiki, das in der Qualität hinter dem zu Recht gelobten Wiki von Arch Linux zurückbleibt und Cloud-Anbieter, die nicht Debian als Standardsystem anbieten.

Für Lamb liegen die Probleme hauptsächlich in der Kommunikation und in der Außendarstellung von Debian. Verbessern will er dies unter anderem durch die Organisation von mehr Treffen. Er will es Entwicklern und Anwendern leichter machen, in die Debian-Gemeinschaft einzutreten. Er will ein eigenes Outreach-Programm nach dem Vorbild von Outreachy schaffen und dafür sorgen, dass Hindernisse für ein effektives Arbeiten an Debian aus dem Weg geräumt werden.

Debian-Projektleiter ist nicht unbedingt das dankbarste Amt. Es ist wie alle Posten in Debian ehrenamtlich und mit viel Zeitaufwand verbunden. Der Debian-Projektleiter bestimmt ein Jahr lang die Richtlinien des Projekts und füllt damit eine ähnliche Rolle aus wie ein Regierungschef. Er trifft personelle und finanzielle Entscheidungen, aber keine technischen. Technische Fragen werden von den zuständigen Entwicklern angegangen, und nur in seltenen Streitfällen entscheidet das Technische Komitee. Eine der wichtigsten Aufgaben des Projektleiters ist die Repräsentation des Projekts nach außen, unter anderem in Vorträgen, Interviews und Gesprächen mit Kooperationspartnern. Der Projektleiter kann zudem Aufgaben an Freiwillige delegieren und andere Entwickler mit entsprechenden Vollmachten ausstatten.

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