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Di, 18. April 2017, 11:37

Gesellschaft::Politik/Recht

Vicenza steigt auf Linux um

Die norditalienische Stadt Vicenza betreibt seit einem Jahr den Umstieg von Windows zu Linux.

Larry Ewing

Während in München der Rückbau von Linux zugunsten der erneuten Abhängigkeit von Microsoft betrieben wird, geht die norditalienische Stadt Vicenza mit 113.000 Einwohnern den umgekehrten Weg, wie jetzt die österreichische Tageszeitung Der Standard in ihrem Online-Portal berichtet. Im April 2016 beschloss die Stadtverwaltung, die Rechner in der Verwaltung der Stadt auf die Linux-Distribution Zorin OS umzustellen.

Die Stadtverwaltung betreibt rund 700 Workstations, an denen 895 Angestellte arbeiten. Das Projekt nahm seinen Anfang im Computerlabor einer Mittelschule in Vincenza, wo ein Elternteil im Jahr 2015 Zorin OS auf 40 Rechnern installierte, um der Stadt die Anschaffung neuer Hardware zu ersparen. Die Stadtverwaltung zeigte Interesse und die Umstellung wurde beschlossen.

Filippo Zanetti, Stadtrat für Vereinfachung und Innovation, ist verantwortlich für die Migration. Nach einem Testlauf wurden mittlerweile einige Rechner der Verwaltung sowie sämtliche Arbeitsplätze der Abteilung Statistik umgestellt. Zudem laufen auch die für Bürger öffentlich zugänglichen Rechner in der städtischen Bibliothek sowie dem Jugendinformations-Büro auf Zorin OS. Jedoch sollen nicht alle Rechner umgestellt werden. Es verbleiben Windows-Rechner, auf denen Anwendungen wie Autodesk, Autocad oder Excel laufen

Die Erfahrungen und das Feedback sind bisher positiv, Anwender sind überrascht, dass viele Dinge unter Windows und Linux gleich funktionieren. Das wird zum Teil auch an dem bereits seit 2009 entwickelten Zorin OS liegen, das sich als Ubuntu-Derivat besonders an Windows-Umsteiger wendet und diesen mit einer eingängigen Oberfläche den Einstieg in Linux erleichtern möchte.

Die Zorin-Entwickler stehen Zanetti informell bei der Migration zur Seite. Die Stadt hat aber keinerlei Verträge mit der Zorin-Group, die unter anderem Geld mit dem Support für die Distributionen Zorin OS Business und Zorin OS Ultimate verdient. Die Migration schafft die Stadt größtenteils in Eigenleistung mit der Unterstützung Freiwilliger, auch aus der örtlichen Linux User Group.

Die pro Rechner bisher eingesparten rund 300 Euro wurden in die Einrichtung, Optimierung und Schulung investiert. Auf Dauer rechnet man jedoch mit Einsparungen durch Wegfall von Lizenzen und längere Nutzungsdauer der Hardware. Es gehe jedoch nicht nur um Kosteneinsparung, sondern das Projekt basiere auch auf einer »politischen und ethischen Entscheidung, so weit wie möglich auf Open Source-Software zu setzen«.

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Kommentare (Insgesamt: 27 || Alle anzeigen )
Re[7]: Warum Zorin ? (Dual, Do, 20. April 2017)
Re[6]: Warum Zorin ? (tomkater68, Do, 20. April 2017)
Re[5]: Warum Zorin ? (Zorin, Do, 20. April 2017)
Re[4]: Warum Zorin ? (pantzi, Mi, 19. April 2017)
Re[3]: Warum Zorin ? (Zorin, Mi, 19. April 2017)
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