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Mi, 19. April 2017, 09:17

Software::Kernel

Kernel 3.18 lebt weiter

Überraschend hat Greg Kroah-Hartman am Dienstag eine neue Version der eigentlich eingestellten Kernelversion 3.18 veröffentlicht. Als Grund nennt der Kernelentwickler eine große Zahl an Geräten, in denen diese Version noch läuft. Wie lange der Kernel noch gepflegt wird, steht allerdings noch nicht fest.

Larry Ewing

Eigentlich sollte schon im Februar mit Linux 3.18.47 das Ende der alten Kernelreihe eingeläutet werden. Wie allerdings schon damals der Ankündigung von Greg Kroah-Hartman entnommen werden konnte, sollte es kein einfaches Unterfangen sein. Grund dafür sind zahlreiche Geräte im IoT-Bereich, wie beispielsweise alte OpenWRT-Installationen oder Android-Varianten, die auf die alte Kernelversion aufsetzen und die direkt von einer Einstellung betroffen sein würden. Kroah-Hartman monierte deshalb schon damals die Situation an und hoffte, dass Hersteller die Nutzer mit einer aktualisierten Kernelversion beliefern werden – sofern die Anwenderschaft nur laut genug auf sich aufmerksam machen wird. Der Entwickler versprach deshalb, sich des Problems anzunehmen. »Ich habe einen Plan«, schrieb er.

Ob der Plan von Kroah-Hartman aufgegangen ist, ist nicht bekannt. Fest steht lediglich, dass er am Wochenende in einer Mitteilung auf der Kernel-Mailingliste den Start eines neuen Review-Prozesses für eine aktualisierte Kernelversion bekannt gab. Das war insofern überraschend, als dass der Kernel 3.18 weiterhin als abgekündigt galt und keinerlei Aktualisierungen mehr erfahren sollte.

Der Kernelhacker erklärte die Wiederaufnahme der Arbeiten, wie erwartet, mit der weiterhin großen Zahl an Nutzern. »Unglücklicherweise gibt es ein paar Millionen Geräte in der Welt, die weiterhin auf dem Kernel aufbauen«, schrieb vor ein paar Tagen. Zwar interessierten sich viele der Hersteller nicht für die Sicherheit der Nutzer, doch etliche davon würden gerne die Anwender mit Korrekturen versorgen. »Diese Version ist für sie«. Ob das eine Reaktion auf seinen Aufruf war, ließ er offen.

Anbetracht dieser »befremdlichen Situation«, so Kroah-Hartman, und dank diverser Hersteller, wird er den alten Kernel weiterhin in einem »semi-aktiven Modus« am Leben erhalten. Dazu wird er in unregelmäßigen Abständen neue Versionen des Kernels herausbringen und die Situation beobachten. Wie lange der Zustand anhalten wird, steht aber noch nicht fest, weshalb allen Anwendern weiterhin ein Umstieg auf eine neue Version nicht nur empfohlen, sondern angeraten wird. Linux 3.18.49 führt deshalb – wie erwartet – keinerlei neuen Funktionen ein, sondern konzentriert sich vollständig auf die Korrektur von Fehlern. Betroffen von den zahlreichen Korrekturen sind vor allem der USB- und Netzwerkstack.

Anwender, die in Eigenregie ein Kernelupdate durchführen können, sind nun angehalten, die gestern veröffentlichte Variante zu installieren. Nutzer, die es nicht können, sollen laut Kroah-Hartman sich an den Produzenten wenden. »Wenn eurer Hersteller es ablehnt, wechselt den Hersteller«, schreibt Kroah-Hartman. »Das ist der einzige Weg, wie sie es lernen«.

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Kommentare (Insgesamt: 3 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: Nice (asdfszhjddd, Do, 20. April 2017)
Nice (asdfszhjddd, Do, 20. April 2017)
Sowieso unverantwortlich ! (Chef, Do, 20. April 2017)
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