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Mo, 29. Mai 2017, 15:02

Software::Browser

Gal: Chrome hat gewonnen

Der frühere Entwicklungsleiter von Mozilla Andreas Gal sieht eine Zukunft voraus, in dem die Browser Chrome und Safari dominieren und der einst so beliebte Firefox wie alle anderen auch bedeutungslos sein wird.

Mozilla Foundation

Firefox hat wahrlich schon bessere Tage gesehen, vor allem in der Frühphase, als es eine große Welle der Begeisterung für Firefox gab. Im Oktober 2009 erreichte Firefox in den NetMarketShare-Messungen 23,75 Prozent und bis Juli 2012 noch etwas mehr. Doch das Web machte in den letzten Jahren eine große Entwicklung durch, und zwar nicht unbedingt in Richtung des offenen, für alle gleichermaßen nutzbaren Webs, das von Mozilla propagiert wird. Im August 2013 war der Firefox-Marktanteil bereits auf 18,88 Prozent gefallen, im März 2014 wurde der populärste freie Browser von Chrome überholt, und im Juni 2014 konnte ein beschleunigter Rückgang des Marktanteils auf 15,54 Prozent beobachtet werden. Im gleichen Zeitraum konnte Chrome seinen Anteil von 16,00 auf 19,34 Prozent steigern.

Aktuellen Messungen zufolge ging die Entwicklung in den letzten drei Jahren in die gleiche Richtung weiter, wobei es allerdings sinnvoll ist, zwischen Desktop- und Mobilanwendungen zu unterscheiden. Denn während die Zahl der Desktops stagniert, wächst die Zahl der Mobilgeräte weiter rasant. Betrachtet man den Gesamtmarkt, wird dieser bereits von Mobilsystemen dominiert. Daten von StatCounter zeigen einen Gesamtanteil von etwa 52% für Chrome, 15% für Safari, 7% für Firefox und 5% für Internet Explorer.

Auf dem Desktop sind die Anteile laut Statcounter wie folgt: Chrome 63,5%, Firefox 14,5%, Internet Explorer und Edge 12,7% und Safari 5,2%. Laut Andreas Gal, der sieben Jahre lang Technikchef von Mozilla war und die Organisation vor zwei Jahren verließ, um eine neue Firma zu gründen, wird sich der Trend fortsetzen: Chrome wird weiter zulegen, Safari wird weiter um die 5% liegen und der Rest wird verschwinden, da sich ihre Entwicklung bald nicht mehr lohnt.

Während seiner Amtszeit war Gal verantwortlich für Firefox OS, das gegen Android positioniert war und auf einigen Geräten verkauft wurde, aber sich wegen der vielen gravierenden Mängel nicht durchsetzen konnte und im Dezember 2015 eingestellt wurde. Ab 2014 konzentrierte sich Mozilla wieder stark auf Firefox. Laut Gal kann Firefox heute technologisch mit Chrome mithalten und ist in einigen Punkten besser - doch die Benutzer kann das nicht überzeugen. Für Gal wäre es allerdings auch nicht schlimm, wenn Chrome nahezu ein Monopol erlangen würde. Denn das wäre nicht gleichbedeutend damit, dass Google das Web kontrollieren würde. Die Web-Technologien wie HTML, CSS und JavaScript sind offen und inzwischen auch weit über das Web hinaus verbreitet, so dass kein Unternehmen die absolute Dominanz erlangen kann.

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