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Mi, 7. Juni 2017, 09:27

Software::Security

GnuPG startet neue Crowd-Finanzierungskampagne

Das GnuPG zielt auf monatliche Spenden von 15.000 Euro oder mehr ab, um unabhängiger von großen Unternehmen zu werden und seine Arbeit auszuweiten.

gnupg.de

GnuPG (GNU Privacy Guard) ist eine freie Verschlüsselungs-Software, die den OpenPGP-Standard (RFC4880) umsetzt. Da öffentliche Schlüssel bei OpenPGP auf öffentlichen Schlüsselservern hinterlegt werden können, besitzt GnuPG auch entsprechende Zugriffsmodule und eine eingebaute Schlüsselverwaltung. GnuPG ist als eigenständiges Programm und als Bibliothek einsetzbar und unterstützt auch S/MIME und Secure Shell (SSH).

Politische Aktivisten, Journalisten, Rechtsanwälte und viele Privatpersonen verlassen sich auf GnuPG. Darüber hinaus nutzen viele freie Projekte GnuPG, um sichere Signaturen zu erstellen und mit diesen die Integrität ihrer Veröffentlichungen und Updates zu verifizieren. Dennoch stand und steht die Finanzierung der weiteren Entwicklung von GnuPG auf unsicheren Füßen. Anfänglich wurde der Hauptentwickler Werner Koch vom deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) offiziell gefördert. Zeitweise konnten danach nur noch Entwickler in ihrer Freizeit an dem Projekt arbeiten, da das Spendenaufkommen zu gering war. Seit 2015 ist die Finanzierung aber weitgehend gesichert, so dass kurz darauf ein zweiter Entwickler eingestellt werden konnte. Ausgelöst durch einen Bericht auf der Webseite ProPublica kamen eine einmalige Zuwendung der Core Infrastructure Initiative der Linux Foundation sowie jährlich 50.000 US-Dollar von Facebook und Stripe. Zudem kamen innerhalb weniger Tage weitere 120.000 Euro zusammen. Aktuell besteht das Entwicklungsteam aus sechs Personen.

Nun hat GnuPG eine weitere Crowd-Finanzierungskampagne gestartet. Das Ziel der Kampagne ist, von Unternehmen unabhängiger zu werden, auch um jeden Verdacht einer Einflussnahme zu vermeiden. Daher sind nun kleinere Unternehmen und Privatpersonen gefragt, dem Projekt einen monatlichen Betrag zukommen zu lassen. Das Spendenziel liegt bei monatlich 15.000 Euro, womit drei Entwickler in Vollzeit bezahlt werden könnten. Idealerweise sollten 30.000 Euro zusammenkommen.

Mit dem Geld soll nicht nur die weitere Entwicklung von GnuPG gesichert werden, sondern auch die Arbeit am Gnuk-Token, einem USB-Gerät mit Authentisierungsfunktionen, das im Gegensatz zu bereits erhältlichen Geräten vollständig offen in Hard- und Software sein soll. Außerdem soll ein Buch mit dem Titel »An Advanced Introduction to GnuPG« publiziert werden, das sich an Entwickler und Ausbilder richtet. Sollte das erweiterte Spendenziel erreicht werden, sollen das Entwicklerteam weiter vergrößert und verwandte Projekte unterstützt werden, unter anderem GPGTools und die bessere Integration von GnuPG in MacOS.

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