Login
Newsletter
Werbung

Di, 27. Juni 2017, 10:27

Software::Kernel

Torvalds: »Grsecurity-Patches sind Müll«

In einer Diskussion um die Stack-Clash-Sicherheitslücke hat sich auch der Linux-Schöpfer Linus Torvalds zu Wort gemeldet. Darin stellte er unter anderem seine Meinung über Grsecurity vor und ließ an dem Projekt wenig Gutes. Grsecurity selbst bemängelt dagegen den amateurhaften Umgang mit der Lücke.

Larry Ewing

Bereits seit Ende der vergangenen Woche macht eine neue Sicherheitslücke die Runde, die – wie mittlerweile üblich – unter einem eigenen Namen geführt wird. Die als »Stack Clash« geführte Schwachstelle hat eine Rechteausweitung zur Folge und kann von Angreifern lokal für Angriffe auf Linux und Unix-Systeme genutzt werden. Wie Forscher von Qualys herausgefunden haben, lässt sich dabei die Sicherheitsvorkehrung der Speicherverwaltung des Kernels umgehen und benachbarte Speicherstellen überschreiben. Die eigentlich für den Schutz vorgesehene »Stack Guard Page«, die im Kernel die Rechteausweitungen durch Speichermanipulationen verhindern soll, ist dabei kein Schutz, denn Lücken im Linux-Kernel (CVE-2017-1000364) und in der glibc (CVE-2017-1000366) können diesen umgehen.

Im Zuge der Diskussion um »Stack Clash«, die auch unter den Kernel-Entwicklern geführt wurde, kamen deshalb diverse Vorschlage auf, wie der Schutz des Kernels erhöht werden kann. Einer der Fragenden stelle die These auf, ob es nicht dienlich sein würde, sich die Lösungen von Grsecurity anzuschauen und diverse Ansätze zu prüfen. Grsecurity, das unter anderem erhebliche Einschränkungen von Benutzern und deren Prozessen ermöglicht und das Prinzip des geringsten Privilegs verfolgt, kann laut eigenen Aussagen zahlreiche Angriffe verhindern und versteht sich selbst als eine sichere Erweiterung des Standardkernels.

Weniger begeistert von dem Projekt scheint allerdings der Vater des Kernels, Linus Torvalds, zu sein. In einer Antwort wetterte er gegen das Projekt und riet von seiner Nutzung ab. Laut Aussage des Entwicklers verfolge Grsecurity einen Ansatz, wonach es nur um Sicherheit um der Sicherheit Willen gehe. Ob dabei Sachen nicht mehr funktionieren, kümmere das Projekt nicht. »Das Ding ist ein Witz und sie sind Clowns«, schreibt Torvalds. »Ihre Patches sind reiner Müll«.

Torvalds' harsche Reaktion dürfte nicht von ungefähr kommen. Zuvor hatte Initiator von Grsecurity, Brad Spengler, den Entwicklern des Kernels Ignoranz vorgeworfen und den Umgang der Gemeinschaft mit dem Stack-Problem kritisiert. So sei laut Spengler das Problem durch eine verfrühte Aktion von Torvalds entstanden und gänzlich unüberlegt gewesen - was man auch der Historie der Änderung entnehmen kann. Die von Grsecurity in der Vergangenheit geäußerte Kritik an der Lösung blieb unbeantwortet und Verbesserungsvorschläge wurden ignoriert. Nun sei das Kind aber in den Brunnen gefallen, so Spengler.

Werbung
Pro-Linux
Pro-Linux @Twitter
Neue Nachrichten
Werbung