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Di, 25. Juli 2017, 12:59

Software::Distributionen

Vierte Vorschau auf Android O

Google hat eine weitere Vorschau der kommenden Android-Version und zugehörige Werkzeuge vorgestellt. Die neue Version wird als Veröffentlichungskandidat bezeichnet. Die offizielle Ausgabe von Android O soll im August erscheinen.

android.com

Die vierte und letzte Vorschauversion von Android O, der kommenden Version von Android, steht jetzt für ausgewählte Geräte bereit. Mit dieser Testversion will Google wie immer vor allem den Entwicklern einen frühen Zugang zur kommenden Version geben, so dass diese die eventuell bereits begonnene Anpassung ihrer Apps an Android O bald fertigstellen können. Aufgrund einiger Verhaltensänderungen des Systems, die sich besonders bei Ressourcenlimits, Netzwerk, Sicherheit (kein SSLv3 mehr) und Privatsphäre (ANDROID_ID) auswirken, sollten alle Entwickler ihre Apps testen und, wenn möglich, auch von den Neuerungen von Android O Gebrauch machen.

Neu sind in dieser Vorschau die stabile Version 26.0.0 der Android Support Library und eine neue Version der Android Testing Support Library mit neuen Funktionen wie Android Test Orchestrator und Multiprocess Espresso. Eine Menge weiterer Neuerungen wurde bereits bis zur dritten Vorschau implementiert.

Die Benutzung von Android O soll noch »flüssiger« werden. Dazu wurden einige Verfeinerungen der Oberfläche vorgenommen. Benachrichtigungspunkte, definiert von den App-Entwicklern, sollen Benachrichtigungen wirkungsvoller machen. Android TV wurde mit einem neuen Homescreen ausgestattet. Die Auswahl von Text wurde intelligenter gestaltet und soll maschinelles Lernen nutzen. Maschinelles Lernen, sprich Künstliche Intelligenz, soll allen Entwicklern generell zur Verfügung gestellt werden, indem eine leichtgewichtige Variante von TensorFlow, genannt TensorFlow Lite, ins System integriert wird.

Einstellung zu einem Benachrichtigungskanal in Android O

Google

Einstellung zu einem Benachrichtigungskanal in Android O

Android O führt Benachrichtigungskanäle ein, durch Apps definierte Kategorien für die Benachrichtigungen. Benutzer können jeden Kanal einzeln konfigurieren, beispielsweise blockieren oder eine Aktion definieren. Damit einher gehen neue Oberflächenelemente zum Gruppieren von Benachrichtigungen.

Die Verwendung von Passwort-Managern wird durch neue Programmierschnittstellen zum automatischen Füllen von Login-Informationen und anderen Formularfeldern erleichtert. Für Benutzer bedeutet das, dass sie künftig »Autofill-Apps« analog zu Tastatur-Apps haben, und eine davon als Standard auswählen können. Eine Autofill-App speichert Benutzerdaten, Namen, Adressen und Passwörter auf sichere Weise.

Neu ist auch die Anzeige von Bildern in Bildern (Picture in Picture, PIP), was es unter anderem ermöglicht, gleichzeitig ein Video anzusehen und Nachrichten zu beantworten. Ferner können Apps nun ein Overlay-Fenster anstelle eines System-Alarm-Fensters nutzen, und das System unterstützt das Starten von Apps auf einem externen Display.

Schriften wurden zu einem vollständig unterstützten Ressourcentyp gemacht. Sie können nun in XML-Layouts verwendet werden, und man kann Schriftfamilien in XML definieren. Es ist nun auch möglich, adaptive Icons zu erstellen, die in verschiedenen Formen angezeigt werden, je nach Gerät. Interaktionen mit den Icons werden animiert. Außerdem unterstützt Android O Displays mit erweitertem Farbraum, Bluetooth-Audio-Codecs mit höherer Qualität wie LDAC, Wi-Fi Aware, erweiterte Telefonieschnittstellen, damit Telefonie-Apps mit Audio-Apps besser zusammenspielen können, bessere Navigation mit der Tastatur und das AAudio-API für Audio mit niedriger Latenz.

WebView läuft nun grundsätzlich in einem isolierten Prozess ohne Rechte. Die Behandlung von Fehlern und Abstürzen solcher Prozesse wurde verbessert und die aufgerufenen URLs können optional mit Google Safe Browsing geprüft werden. In Java wurden die Klassen von java.time hinzugefügt und die Android-Laufzeitumgebung wurde beschleunigt. Auch die stabile Hardware-Abstraktionsschicht »Treble« ist enthalten.

Auch in Android O soll der Energieverbrauch weiter sinken. Dazu wurden Begrenzungen implementiert, was Apps im Hintergrund machen können. Diese begrenzen implizite Broadcasts, Dienste und Positions-Updates von Apps, die im Hintergrund laufen. Die Maßnahmen zur Steigerung der Geschwindigkeit und Akku-Laufzeit werden unter dem Projekt »Android Vitals« zusammengefasst. Übersichtsseiten über den Gerätezustand werden in der Play-Konsole angezeigt.

Neu ist auch die Initiative »Android Go«. In deren Rahmen soll eine Variante von Android entstehen, die auf Geräten mit weniger als 1 GB RAM flüssig läuft. Dabei ist wohl an Smartphones mit Minimalausstattung gedacht, deren Herstellung kaum 10 Euro kostet. Dazu werden Optimierungen im Betriebssystem vorgenommen, Standard-Apps im Speicherverbrauch abgespeckt und für Go optimierte Apps im Play Store hervorgehoben. Auf Geräten wird Android Go wohl erst ab nächstes Jahr zu finden sein.

Der Download von Android O ist für die Geräte Nexus 5X, 6P und Player sowie Pixel, Pixel C und Pixel XL möglich. Zur Entwicklung von Apps für die neue Version wird die neueste Vorschau auf das Android-Entwicklerwerkzeug Android Studio 3.0 empfohlen. Zudem gibt es Dokumentation und genaue Angaben zu den Änderungen. Ferner gibt es einen Emulator zum Testen von Android Wear 2.0 auf Android O.

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